Herr Schmidt.

celebrating the irony since 1982

Month: Juni 2007 (page 2 of 5)

24 Stunden eines jeden Monats…

Millionen Menschen haben Angst vor Freitag dem 13.. Ich nicht. Das ist ein Tag, der mir komplett am Sitzfleisch vorbeizieht. An Freitagen mit der ominösen 13 im Kalender ist mir persönlich noch nie etwas Schlimmes passiert. Wenn ich Klausuren schreiben musste, wurden es gute Klausuren, wenn ich Kundentermine hatte, waren es Abschlüsse. Ich kann an diesem Tag sogar mit scharfen Messern hantieren ohne den Verlust eines Fingers zu riskieren. Freitag der 13.: Alles wunderbar, gar kein Problem.

Millionen Menschen haben Angst vor schwarzen Katzen, wenn sie von der falschen Seite ins Bild geschlendert kommen. Ich nicht. Wenn ich eine schwarze Katze sehe, dann interessiert mich das in etwa so, wie die Haftentlassung von Paris Hilton oder die sexuelle Neigung von US5. Man kann dem Tier doch keine Vorwürfe machen – und ihm erst Recht keine Anschuldigungen entgegenbringen – nur weil es nicht weiß, grau, rot oder sonstwie gemustert ist. Das ist Felidae-Rassismus in der Kostümierung eines Aberglaubens!

Millionen Menschen haben Angst unter Leitern herzugehen. Ich nicht. Trittleiter, Hängeleiter, Räuberleiter, Filialleiter – ganz egal. Da wo ich drunter her passe, gehe ich durch. Bisher habe ich dieses Unterfangen auch schadlos überstanden. Mir ist kein Eimer auf den Kopf gefallen, ich bin nicht ausgerutscht und wurde auch nicht von Außerirdischen entführt.

Millionen Menschen leben am 26. eines jeden Monats ein ganz normales Leben. Ich nicht. Vollkommen egal, ob ich mir der Tatsache bewußt bin, dass dieses verwunschene Datum seine aktuelle Daseinsberechtigung fordert oder nicht: Was ich anpacke geht schief. Soweit meine Erinnerung reicht, gibt es unzählige Beispiele für die Antipathie, die dieses Datum gegen mich hegt: Am 2. Weihnachtstag ging mein Spielzeug kaputt, Schularbeiten gingen (unabhängig von der Vorbereitungsarbeit) in die Hose, Neuanschaffungen erwiesen sich als Fehlinvestitionen. Ja, wahrscheinlich fiel sogar der Eingang dieser SMS auf einen 26.

Ja, Freunde der ungewollten Psychosenpflege, was soll ich sagen?!? Heute war jedenfalls auch nicht besser. Ich geh‘ pennen, bis es sich die 7 hinter der 2 gemütlich gemacht hat!

Wie bloß?

Klausurvorbereitung Sommersemester 2007

Nächster Halt: Pop-Musik

Ach, zur Hölle mit meiner Indie-credibility: Ich mag Girls Aloud, Punkt. Ich besitze die komplette Diskographie und habe auch alle DVDs. (Ja, ich lasse mir sogar eine Single aus dem UK importieren.)

Dieses Phänomen, dass ein Pop-Act mich genauso fasziniert, wie es sonst nur „echte“ Bands können, zieht sich durch mein gesamtes musikalisches Leben. So hatte ich damals keine Probleme, mir sowohl die neue In Flames-Scheibe, als auch das aktuelle Britney Spears-Album zu kaufen. Schmerzfrei stehen auch Aaliyah und die Arctic Monkeys in friedlicher Koexistenz nebeneinander in meinem CD-Regal. Das mag nicht jeder verstehen – ich tue es ehrlich gesagt auch nicht – ist aber nun mal so.

Die Gemeinsamkeit der mich faszinierenden Populärmusikschaffenden, liegt allerdings auf der Hand: Sie sind alle weiblich. Ich springe genau auf die Reize an, die mir die Musikindustrie vorsetzt. Wie ein Fisch im Aquarium, der mit weit aufgerißenem Maul (Schnauze, Mund?) auf den Köder zuschwimmt und mit hundertprozentiger Gewissheit ruft: „Gleich hat er mich! Gleich hat er mich!“
Damals fand ich gefallen an der, von findigen Geschäftsleuten entwickelten (und in den persönlichen Ruin gestürzten) „I’m a virgin“-Schulmädchen-Quitschpop-Marionette Britney Spears, heute kann ich mich nicht gegen die Reize der Casting-Gewinnerinnen aus dem UK wehren.

Schäme ich mich dafür? – Nein! Warum auch: „Indie“ wird immer mehr zum Pop (an dieser Stelle sei gesagt: Folk ist das neue „Indie“!) und die Sugababes covern die Arctic Monkeys, die Kaiser Chiefs werden von Girls Aloud reinterpretiert und besagte Eis-Affen haben Spass an de‘ Backen, wenn sie „Love Machine“ von den lauten Mädels zum Besten geben. Ja, es gab sogar Gerüchte, dass Alex Turner, der Sänger der Arctic Monkeys, Interesse an einer Zusammenarbeit mit Sarah Harding, ihres Zeichens Vorzeige-Schnuckelchen von Girls Aloud, hat…

An Gerüchten ist ja meistens nichts dran. Interessant wäre es aber dennoch gewesen zu erfahren, ob meine musikalische Vorlieben eine sinnvolle Koalition mit meinen optischen Vorlieben eingegangen wären. Im Gegensatz zu den Details aus meinem Leben, werden wir das aber wohl nie erfahren.

– – –

in eigener Sache:

…and Ms. Harding, Sarah, if you’re in Germany, give me a call or write me an e-mail! Just in case you need some kind of tour guide or just someone to have a chat with. 😉

verfasst am: 09. März 2007 – 16:19 Uhr

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