Alleinsein 2.0
Das muss man dann auch erstmal wieder neu erlernen, das Alleinsein. Nach dem ganzen Web 2.0-Hype und dem Zwang überall “networken” zu müssen. Sowohl online, als auch offline. Die Ausweitung des Horizonts. Die Ausweitung der Kommunikation. Zeit-Ressourcen füllen. Bis zum Anschlag. Dann noch mehr. Die Folge: Fragment-Übermittlung an den Empfänger. Keine Zeit für ein vollständiges Bild. Ein Selbstzwang. Kommunikation = Leben. Je mehr, desto besser. So lange, bis man sich selbst verliert.
Notbremse! Kommunikation minimieren. Die Stimmen im Kopf wahrnehmen. Die Stimme im Herzen suchen. Bin ich glücklich? Abstand gewinnen. Abstand halten. Heute so groß, wie lange nicht mehr. Alleinsein 2.0 – es geht schon, aber es geht nicht gut. Was macht mich glücklich? Auch das hier. Nicht “das hier” im Speziellen. “Das hier” im Allgemeinen. Natürlich auch wegen so etwas. Nein, gerade deswegen. Selbsthilfegruppe 2.0 – Das “Ich” der Patient, die Welt spielt Psychiater. Wer macht mich glücklich?
verfasst am: 13. Oktober 2007 – 10:21 Uhr
” My life with you means everything
So I won’t give up that easily ” (Daughtry)
Sie macht mich glücklich. Sie. Beziehung 2.0! Die Beta-Phase ist gestartet.
Tags: Alleinsein · Selbstreflektion
15. Oktober 2007
16:38 Uhr
Antworten
"But take your time, think a lot,
Why, think of everything youve got.
For you will still be here tomorrow, but your dreams may not." (Cat Stevens – Father and Son)
Es ist meiner Meinung nach ein Fehler der heutigen Zeit, dass alles nach Kommunikation, Information und Zeitmanagment schreit. Ja, das alles ist wichtig und sicherlich hat es seine positiven Auswirkungen.
Aber ich persönlich fand für mich immer wichtig auch die Auszeiten zu haben. Einfach allein zu sein….am Sonntag ein Spaziergang durch den herbstlichen Wald, in der Woche ein ruhiger Abend ohne Günther Jauch oder interessante Online-Artikel, statt dessen mit sich selbst und vielleicht einer guten CD zum entspannen, zum Nachdenken.
"Das Denken ist das Selbstgespräch der Seele" (Plato)
"Nur der Denkende erlebt sein Leben, an dem Gedankenlosen zieht es vorbei" (Marie von Ebner-Eschenbach)
Und Hans Krailshaimer bemerkte: "Allein sein zu müssen ist das Schlimmste, allein sein zu können das Schönste."
Manchmal ist es wohl auch dem Networker zuviel, dem kommunikativsten, dem Menschen der jede Chance nutzt die ihm sich bietet um neue Kontakte zu knüpfen, neue Potentiale zu suchen, seinen Horizont zu erweitern…und dann erkennen wohl auch diese Menschen warum ein nie enden wollender Horizont die Schönheit durch den Moment erlangt, nicht dadurch dass er einfach da ist.
In diesem Sinne weiterhin auch viel Erfolg in der Betaphase und nicht vergessen dass ein Himmel über dem Kopf auch einen Boden unter den Füßen benötigt
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