Wie Herr Schmidt sein Glück fand (1/4)

Das Jahr 2000 begann ja nicht gerade optimal für mich. Ihr erinnert Euch, die Geschichte mit der Biologie-Studentin. Und dennoch: Das Jahr 2000 sollte ein besonderes werden.

Ich kam gut erholt aus meinem Sommerurlaub, den ich mit zwei Freunden, zwei Frauen, einem holländischen Geschichtslehrer und drei kiffenden Holländerinnen auf einem Zeltplatz verbringen durfte, und fühlte mich mehr als bereit dem Abitur entgegen zu treten. Die Schulfächer hatten sich auf das Nötigste reduziert und ich minimierte meine Anwesenheit noch zusätzlich. Wenn ich so darüber nachdenke, kann ein tolpatschiger Sägewerk-Azubi an den verbliebenen Fingern seiner rechten Hand abzählen, wie oft ich meine einzige Freitagsstunde (mittags Biologie Leistungskurs, hallo?!?) wahrgenommen habe. Ich war damals schon Kaufmann und fand es viel wichtiger in dieser Zeit die Wirtschaft anzukurbeln. Während meine Mitschüler über dominante und rezessive Vererbung der Drosophila informiert wurden, verhalf ich dem Café “Stadtgeflüster” zu Rekord-Absätzen im Bereich der koffeinhaltigen Warmgetränke.

Ein Fach, das sich allerdings über eine nahezu ausnahmslose Teilnahme meinerseits freuen durfte, war der Mathe-Unterricht. Das lag weniger an meiner Affinität zu Wurzelbehandlungen griechischer Kleinbuchstaben sondern viel mehr daran, dass ich diesen Bereich als Ausweich-Prüfungsfach (im Falle einer Verletzung) für Sport hatte. Gut, daran und an der Tatsache, dass es das einzige Fach war, welches ich zusammen mit einem liebreizenden Wesen namens F. hatte.

Seit der klassenübergreifenden Unterrichtsgestaltung in der Mittelstufe atmeten wir immer mal wieder die gleiche Zimmerluft ein: Religion, Kunst, Mathematik, irgendein Fach hatten wir immer zusammen. Während sie mir am Anfang überhaupt nicht aufgefallen war, sorgte König Zufall dafür, dass sie in mein Leben trat und zunächst den Status “Freundin” im Sinne von “weiblicher Freund” einnahm. Das war im Jahre 1998.

Zwei Jahre später merkte ich, dass ich diesen Zustand als inakzeptabel ansah und nahm mir vor, die Rahmenbedingungen unseres gemeinsamen Zeitvertreibs neu auszuhandeln. Bringen wir es auf den Punkt: Ich wollte mehr. Genau aus diesem Grund quälte ich mich Stunde für Stunde in das Reich der Zahlenjongleure nur um noch mehr Zeit mit ihr verbringen zu können.

Fortsetzung folgt…

…und zwar am nächsten Dienstag. Bis dahin gibt es mal wieder “fishing for comments”: Schreibt Eure Vermutungen, was ich noch so alles angestellt habe, um F. für mich zu gewinnen, in die Kommentare. Zur Belohnung gibt es eine umfassende Lobhudelei auf Euren Blog (oder Eure Person, wenn Ihr kein Blog habt…oder auf was immer Ihr wollt, wenn ich Euch nicht kenne und Ihr kein Blog habt.). Der kreativste(!) Beitrag gewinnt.


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