Herr Schmidt.

celebrating the irony since 1982

Month: November 2008 (page 1 of 6)

Null Null Sieben – One Drag Is Not Enough #3

Was bisher geschah: #1, #2.

Irgendwie kam er da einfach nicht drumherum. Bei jedem seiner bisherigen Aufträge hatte er eine dieser Frauen kennengelernt, mit denen er einfach schlafen musste. René Bond zog hübsche Frauen einfach magisch an und verstrickte sie auch jedes Mal in seine beruflichen Risiken. Mittlerweile hatte der charismatische Connaisseur reichlich Routine und sogar ein entsprechendes Handbuch für derartige Situationen entwickelt. Es lief einfach immer gleich ab: Er lernt die Frau kennen, sie kommen sich näher, halten aber dennoch eine körperliche Distanz, der berufliche Ärger geht los, sie küssen sich, die Frau wird entführt, er rettet sie und zum Schluss gibt es ungeschützten Verkehr.

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Null Null Sieben – One Drag Is Not Enough #2

Was bisher geschah: #1.

Marciella Mascara, die den Ausfall ihres liebsten Muskelpakets und den Verlust ihres zweitliebsten Paar Pumps reichlich pikiert betrachtete, ließ ihren rosafarbenen Pekinesen von der Leine und stöckelte energisch aber grazilen Schrittes über den plüschigen Laufsteg zu der imposanten Bühne, welche kopfseitig den Abschluss der Zentrale bildete. Dort angekommen öffnete sie durch schrilles Trällern von „I Am What I Am“ den weinroten Samtvorhang, pirouettierte auf ihren Plateuaus herum und präsentierte dem belackschuhten Geheimagenten ihr Ticket in die Freiheit.

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Null Null Sieben – One Drag Is Not Enough #1

René Bond, der eigentlich James Adler hieß und seines Zeichens der gefürchtetste Geheimagent von „Am I Six?“ war, hatte lange auf diesen Augenblick warten müssen. Monatelang war er den Spuren aus Lipgloss und Glitzerpuder gefolgt, hatte sich in den Übergrößenabteilungen der bestsortiertesten Damenschuhhäuser dieser Welt auf die Lauer gelegt und alle Gloria Gaynor-CDs mit einem RFID-Chip ausstatten lassen. Nun hatte er endlich gefunden, wen er gesucht hatte. Umgeben von Explosionen und Maschinengewehrsalven stand er unversehrt und großartig frisiert in den Trümmern der so lange versteckt gebliebenen Zentrale seines Erzfeindes und öffnete den letzten Knopf seines Dinner-Jackets. Er richtete ein letztes Mal seine Fliege, spuckte elegant den Olivenkern seines letzten Mischgetränkveredlers in das Auge eines heranstürmenden Bodybuilders, der daraufhin mit seinen 12-cm-Heels zunächst ins Schwanken, kurz darauf ins Fallen und letztendlich ins Koma geriet, und schreitete die funktionale Metalltreppe, an deren Anfang er bisher stand, herab als wäre das alles hier ein Sektempfang.

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