3 Cent pro Minute

Das ist nicht die Gebühr, die Ihr bezahlen müsstet, um die brandneue Lebenshilfe-Hotline Eures Lieblings-T-Shirt-Models Herrn Schmidt anzurufen und auch kein umgelegter Stundensatz von vietnamesischen Katoi für sexuelle Dienstleistungen. Viel mehr handelt es sich um die Summe, die ich monatlich für mein Fernsehvergnügen zahle. Chips und Bier Jever nicht mit eingerechnet!

Seht Ihr, ich als Vorbild einer ganzen Generation (Ich muss nur noch herausfinden welcher) und spiritual leader of my home, zahle natürlich meine GEZ-Gebühren. Alles andere wäre ja auch undenkbar und undankbar. Ich für meinen Teil glaube ja, dass Menschen, die ihre GEZ-Gebühren nicht zahlen auch irgendwann Samstag abends in roten Latex-Overalls mit Netzüberwurf bei ihrer Interpretation von unrythmischem Ausdruckstanz zu bestaunen sind. Ja, und da mir Latex noch weniger steht als ein Flamingo bei Windstärke 12, zahle ich diese 17,03 EUR im Monat.

Allein schon diese Summe: siebzehn Euro und drei Cent – das ist feinste Melodei in meinen Ohren. Immerhin vermittelt dieses Kunstwerk aus Ziffern und Komma den Eindruck von der Gebühreneinzugszentrale bis aufs Blut kalkuliert zu sein. Teufelskerle, diese Taschenrechner-Testpiloten. So etwas kann ich dann einfach nicht widerstehen. Der Tag an dem ich den Überweisungsträger bei der Bank einreichen darf, um endlich der Forderung folge leisten zu können, wird von mir jedes Mal in etwa so gefeiert wie die Geburt Jesus Christus in Kombination mit einem Champions League-Gewinn für meinen FC und der Absetzung von GZSZ. Also fast so heftig wie die gestrige Eröffnung der Karnevalsaison in Köln um 11.11 Uhr.

Jedenfalls habe ich mir da mal ein paar Gedanken zu dieser Zahl und ihrem Bezug zu meinem Fernsehverhalten gemacht. (Ihr wisst ja, ich habe seit vier Tagen nichts geblogt, da hatte ich Zeit für so etwas) Ich schaue wöchentlich folgende Sendungen: Heroes, Scrubs, Criminal Minds und Dexter. Diese schaue ich allerdings nicht ‘live’ sondern nehme sie auf meinem HDD-Recorder auf, um sie dann ohne Werbung zu schauen. Das führ zu einer Netto-Laufzeit von ca. 140 Minuten. Auf den Monat umgerechnet und durch eine entsprechende Division von der monatlichen Gebühr kommt man dann auf diese titelgebenden 3 Cent pro Minute. Aber was stimmt da nicht?!?

RICHTIG! Nicht eine Minute der Sendungen, die ich mir anschaue, wird durch meine Gebühren finanziert. Stattdessen fließt das Geld in den Florian-Silbereisen-Zweit-Zweitfrisuren-Fond und die Stiftung Haarfärbemittel für Thomas Gottschalk n.e.V.

Na, immerhin höre ich ab und zu Radio, da gleicht sich das dann ja wieder aus. BFBS1 wird doch durch die GEZ-Gebühren unterstützt, oder?!?


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