German Psycho #3

Teil 01, Teil 02
(unbedingt vorher lesen)

Bin ich mit meinem Gesamteindruck zufrieden, verlasse ich das Badezimmer und begebe mich zu meinem Kleiderschrank. Es widert mich an, in welchen engen Verhältnissen meine Kleidungsstücke ausharren müssen. Noch in diesem Jahr soll sich dieser unwürdige Zustand ändern und der Kleiderschrank einem Ankleidezimmer weichen.

Bevor ich mich allerdings dem Kleiderschrank widmen kann, wende ich mich meinem Bett zu. Genau, wie bei meinen CD-Regalen, handelt es sich um ein speziell für mich angefertigtes Unikat. Es besteht aus vier massiven Holzfüßen, die mit je zwei Edelstahlrohren verbunden sind, zwischen denen ein Edelstahl-Gitter angebracht ist. Ich schüttele mein Kopfkissen auf und platziere es so, dass seine Kanten jeweils parallel zu den Kanten des Bettes verlaufen. Danach wiederhole ich die Prozedur mit meinem Oberbett. Ein perfekt gemachtes Bett ist die Visitenkarte des Schlafzimmers und deshalb unabdingbar.

Ich öffne die Schranktüren meines Kleiderschranks und greife mit gezieltem Griff eine Hose heraus. Heute ist es eine Jeans von G-Star mit dunkler Waschung. Sie wird hervorragend zu meinen Schuhen und meiner Oberbekleidung passen. Ich lege die Hose auf den Stuhl, der nur für diesen Zweck bereit steht, und nehme mir ein Paar Socken aus der entsprechenden Schublade. Da sich nur schwarze Socken darin befinden, die paarweise zusammengefaltet sind, braucht dieser Vorgang nur sehr wenig Aufmerksamkeit.

Nachdem ich die Socken angezogen habe, steige ich in meine Hose und ziehe sie an. Aus der Schublade neben der, in welcher sich die Socken befinden, hole ich einen schwarzen Ledergürtel von Calvin Klein hervor, da ich beabsichtige schwarze Schuhe zu tragen. Ich ziehe den Gürtel durch die dafür vorgesehenen Schlaufen meiner Jeans und verschließe ihn. Es folgt ein kontrollierender Blick in den Spiegel. Eigentlich handelt es sich dabei um drei schmale, geschwungene Spiegel, welche mit je 5 cm Abstand nebeneinander angebracht sind, und mir den Blick auf meinen kompletten Körper ermöglichen.Aus dem Kleiderschrank hole ich ein weißes Polo-Hemd von Tommy Hilfiger hervor und ziehe es an. Dieser Vorgang ist mit großer sorgfalt durchzuführen, da eine falsche Bewegung die Frisur ruinieren könnte. Sollte dies’ passieren, ist der Tag gelaufen. Deshalb folgt erneut ein Blick in den Spiegel, bevor ich zu meinem Schuhschrank gehe, mir ein paar Lederschuhe aus dem Hause Lloyd’s herausnehme und mich auf den Stuhl setze. Ich entferne die Schuhspanner, greife nach dem bereit liegenden Schuhanzieher und ziehe die Schuhe an.

Um die Ordnung zu wahren, lege ich die Schuhspanner zurück in den Schuhschrank. Danach ziehe ich meine Ringe an. An den Ringfinger meiner rechten Hand kommt “Der Eine Ring”, den Daumen meiner linken Hand schmückt ein blanker Edelstahl-Ring und den linken Ringfinger ziert ein Ring von Esprit. Dieser ist das Symbol der Liebe zu meiner Freundin und deshalb ständig zu tragen. Es folgt eine silberne, eckige Uhr mit schwarzem Ziffernblatt von Esprit. Sie hat ein schwarzes Lederarmband mit hellen Nähten und ist ein dezentes Stil-Bekenntnis. Während sie mein rechtes Handgelenk schmückt, findet ein schwarz-silbernes Armband an meinem linken Handgelenk seinen Platz. Zum Schluss setze ich die rahmenlose Brille von Porsche-Design auf und betrachte mich ein letztes Mal im Spiegel.

Fortsetzung folgt…


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