i.w.t.y.t.a.g.b.*
Es kommt ja nicht oft vor, dass ich den inneren Drang verspüre, mal so richtig Party zu machen und in ‘nen Club zu gehen. Vielleicht lag es an der Wham!-Choreographie, vielleicht an der Tatsache, dass ich meinen Geburtstag nicht gebührend gefeiert habe, vielleicht lag es aber auch einfach nur an irgendwelchen kosmischen Strahlen. Man weiß nicht genau warum, aber Samstag wollte ich nur eins: Tanzen!
Da wir vormittags sowieso alle durch einen Klausurtermin zusammengerottet worden waren, wie die Kühe beim Almabtrieb, erwies sich die Koordination mit den potentiellen Mittänzern und Mittänzerinnen als ein Kinderspiel. Eine Frage in die Runde und jeder durfte mal antworten. Das kennt man ja auch anders: Da wird dann hin und her telefoniert und am Ende hat man dann vor lauter distanzpersönlicher Kommunikation eigentlich gar keinen Bock mehr, da man diese Zeit auch bereits besser hätte nutzen können: Mit ‘nem Bierchen (oder adäquatem alkoholfreien Substitut) in einer loungigen “face-to-face”-Situation zum Beispiel.
Nach der Klausur standen wir jedenfalls in alt-bekannter Runde und genossen die erleichternde Post-Klausur-Phase, als ich durch meine Frage die Aufmerksamkeit auf die Abendgestaltung lenkte. Ja, Freunde, und was mussten meine Ohren hören? – Absagen in Reihe! Kein Geld, keine Lust, keine Begründung. Nur eine feste Zusage von sieben Befragten. Gut, wir alle kennen natürlich den wahren Grund: Nachdem die Damen und Herren wissen, was für ein großartiger Tänzer ich bin, ziehen sie es verständlicherweise vor, ihre Abende alleine zu verbringen, als neben mir auf dem Dancefloor zu erblassen. Is’ ja klar.
Nur die Dame, die niemals einen Wettkampf mit mir scheuen würde, war auch diesmal die Einzige, die ohne mit der Wimper zu zucken, zusagte. Sie versuchte ihrerseits sogar noch ein paar weitere Damen zu motivieren, was letztendlich aber leider auch erfolglos blieb. Wir blieben also zu zweit und mir kamen natürlich auch sofort hunderte Dinge in den Sinn, die wir zu zweit hätten machen können (Bauernskat spielen, zum Beispiel ^^), aber ein Clubbesuch gehörte da nun nicht gerade zu.
Es schien also doch so zu enden, wie ich es nicht wollte: Ich saß mit einem Bierchen zu Hause vor meinem PC. Und gerade, als ich mit erhobenem Mittelfinger den Satz “Drauf geschissen, ich kann auch alleine feiern!” beendet hatte, klingelte mein Telefon und eine mir bekannte weibliche Stimme, die mittags noch abgesagt hatte, meldete sich mit folgenden Worten: “Hör mal, ich habe mit C. gesprochen und wir haben uns spontan dazu entschieden, doch feiern zu gehen. Wir wollen ins Buddha Bay und ich wäre ja ein Kameradenschwein, wenn ich Dich nicht fragen würde, ob Du mitkommen möchtest. Also, was ist?”
Mir war dieser Club bis dato unbekannt (was nichts zu bedeuten hat) und deshalb bemühte ich Google. Was mir da zu Augen kam, war überraschender, als die Trainerverpflichtung des FC Bayern München: An diesem Abend war ein ganz besonderes Event, nämlich “Gay & Friends”.
Herr Schmidt auf einer Gay-Party?!? Das wäre ja so wie ein Elefant im Porzellanladen. Nichts wäre einfacher gewesen, als das Angebot an dieser Stelle freundlich abzulehnen, zumal W. durch das Zurückhalten des Event-Titels versucht hatte, mich hinterlistig vor Vollendete Tatsachen zu stellen. Allerdings habe ich die Rechnung mal wieder ohne meine große Klappe gemacht und sagte ich nicht “Nein”, sondern “Weißt Du was, wenn M. mitkommt, dann bin ich dabei!” Natürlich war ich der festen Überzeugung, dass sie auf keinen Fall mitkommen würde – erst recht nicht, wenn ihr Freund anwesend wäre – und ich mich so ganz elegant aus der Affaire ziehen könnte…
Ihr könnt es Euch ja bereits denken, ich lag mit meiner Einschätzung genauso falsch, wie damals bei der Anzahl der Wham!-Fans. M. und ihr Freund sagten zu und Euer Lieblings-auf-die-Fresse-Faller Herr Schmidt hielt sein Wort. Ich war also am Samstag Abend auf einer “Gay & Friends-Veranstaltung in einem Düsseldorfer Club; in Begleitung von zwei Frauen und einem (Hetero-)Pärchen.
So, damit wäre das dann auch gesagt.
—
*i.w.t.y.t.a.g.b. = “I wanna take you to a gay bar” (Electric Six)
Tags: Club · Party

24. Januar 2008
09:59 Uhr
Antworten
boah, jetzt wo es interessant wird, hörst du auf zu schreibne!!! hallooo??? mc flyyyy??? jemand zu hause? *andeinestirnpatsch*…. ERZÄHL!! Wie war's????
24. Januar 2008
10:05 Uhr
Antworten
Das habe ich längst hinter mir. Bin mit Anfang 20 aus Versehen damals in eine Lesbenparty im Gloria in Köln gestolpert. Ich habe selten so gut abgefeiert wie damals und noch nie so viele Angebote an einem Abend erhalten. Das sollte man mal gemacht haben.
24. Januar 2008
10:05 Uhr
Antworten
…und was mir da so alles widerfahren ist…
Fortsetzung folgt?
24. Januar 2008
10:07 Uhr
Antworten
Zeitgleich mit der Schottin….
Wenn das meine Frau erfährt (-:
24. Januar 2008
10:26 Uhr
Antworten
mein erster komment ist wieder weg
24. Januar 2008
10:37 Uhr
Antworten
paasen sie jetzt auf was sie erzählen, herr schmidt. besonders bei äusserungen gegen die village people müssen sie sehr sensibel sein. ich seh sie schon YMCA tanzen….
24. Januar 2008
10:54 Uhr
Antworten
soso. george michael, gay-parties – und was kommt als nächstes? ich habe das gefühl, du möchtest uns ganz behutsam auf etwas vorbereiten. was das nur sein kann …
24. Januar 2008
11:28 Uhr
Antworten
da war das wham!-tanztraining ja nicht um sonst gewesen.
24. Januar 2008
11:45 Uhr
Antworten
@ little-wombat: Was glaubst Du denn, wie es war oder was passiert ist?
@ die_schottin: Ich finde auch, dass es eine Erfahrung ist, die einem nicht unbedingt schadet.
@ Herr Olsen: Und was glaubst Du, ist mir dort widerfahren?
@ little-wombat 2: …und schon wieder da.
@ Maak: Die Village People wurden überhaupt nicht gespielt. Klischees wurden nur durch Madonna, Pink und Britney bedient. Jeweils in netten House-Versionen.
Und Sie sehen mich tatsächlich YMCA tanzen? Können Sie in Paralleluniversen blicken? ^^
@ zoee: Gay & FRIENDS- Parties, bitte schön. Was genau sollte ich denn mitzuteilen haben, werte Zoee? Sage es mir.
@ der.Grob: Ja, ich wollte die Chance ausnutzen, so lange ich die Choreographie noch drauf habe.
24. Januar 2008
11:47 Uhr
Antworten
Ach alter Hut Herr Schmidt.
Vitamin B hat mich und ein paar Freunde (wie du aus Erzählungen wahrscheinlich bereits weißt) zweimal als "Aufpasser" (genannt "Parade-Engel) auf die Kölner CDS-Parade geführt.
Eine völlig andere Welt die uns da entgegen schwappte.
Und das erste Mal dass ich als VIP galt…und tatsächlich große Sorgen hatte auf der Männertoilette an die Pissoirs zu gehen. Was für ein Glück dass es auch Sitzmöglichkeiten gab….puh!
24. Januar 2008
11:48 Uhr
Antworten
CSD….meinte ich natürlich.
24. Januar 2008
11:58 Uhr
Antworten
Tja, das kenn ich… so bin ich mal unvermittelt in München in einen "Themenabend" geraten… harharhar!
24. Januar 2008
12:14 Uhr
Antworten
ach so, freundE – dann sieht das natürlich ganz, ganz anders aus!
24. Januar 2008
12:46 Uhr
Antworten
sie glauben gar nicht was sie in parallelen universen alles so von sich geben.
24. Januar 2008
13:22 Uhr
Antworten
keine ahnung, das will ich ja von dir wissen? heisse leider nicht jesus, hab keine sandalen an und gras wächst mir leider auch keins aus der tasche
also, schieß los und winde dich hier nicht ständig wie ein aal!
24. Januar 2008
14:19 Uhr
Antworten
@ Floh82: Die Kölner CDU-Parade ist schon Hardcore…
@ SirPeezey: Themenabend – so nennt man das also in Fachkreisen.
@ zoee: Ja, die Anglizismen bringen einen schon mal auf eine falsche Fährte.
@ Maak: Erzähl!
@ little-wombat: Du wärst sicherlich enttäuscht, weil keine Netzhemden vorkommen.
24. Januar 2008
15:56 Uhr
Antworten
muss auch nicht, aber ich kann mich erinnert, dass mal jemand *hüstel* gemeint hat, er würde sich die nippel mit klebeband-kreuzen zukleben?!
24. Januar 2008
22:49 Uhr
Antworten
*hahahahaha
ich fall vom Stuhl…
M. !!
24. Januar 2008
23:32 Uhr
Antworten
@ little-wombat: …wenn er ein Netzhemd tragen würde. Kein Netzhemd, keine überklebten Nippel.
@ _RIKA_: So, wie Samstagnacht nach D.'s Toilettengeschichte?
25. Januar 2008
10:30 Uhr
Antworten
jup – ich muss sagen, mein Freund hat das bis heute nicht verkraftet :=)
Das war zu viel für ihn, die hübsche “Frau” neben ihm auf dem Klo
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Gut, dass ich kein Tattoo habe. Ich ärgere mich ja schon unentwegt über die Jugendsünde "VirtualNights-Newsletter-Abo"...
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