Vielleicht nicht die Pest, aber nah dran!

Wham! waren so etwas, wie der Noro-Virus der Achtziger. Sie waren der Gipfel des schlechten Geschmacks; in einem Jahrzehnt, das sich durch schlechten Geschmack auszeichnete. Wham! gehören zu den schrecklichsten Bands, die ich kenne (und ich kenne verdammt viele Bands). Sie sind immer noch der Inbegriff für “das Beste aus den 80ern, 90ern und von heute” und allem, was diese Formatradios ausmacht.

Das Debut-Album “Fantastic”, welches die beiden Flitzpiepen mit laszivem Blick, Föhnfrisur und Lederjacken zeigt, enthält die Songs “Bad Boys“, “Club Tropicana“, “Young Guns” und den unsäglichen “Wham Rap” – drei Gründe, dieses Album mit sofortiger Wirkung zu indizieren und vom Markt zu nehmen. Das hätte 1983 besser direkt nach dem Erscheinen passiere sollen, aber was passierte stattdessen?!? – “Young Guns” erreichte bei uns Platz 20, der “Wham Rap” sogar Platz 17, “Bad Boys” einen unglaublichen Platz 12 und “Club Tropicana” immerhin noch Platz 13.

Direkt im Folgejahr, maltretierte Wham! die Welt mit dem Album “Make It Big”. Aus heutiger Sicht ist natürlich nicht nur das Cover, sondern gerade auch der Titel ein klarer Hinweis auf die sexuelle Ausrichtung dieser Band. Das ist allerdings weder schlimm, noch verurteilenswert. Ganz im Gegenteil zu “Wake Me Up Before You Go-Go“, einem Song, der mit mehr Fröhlichkeit und auditiven Quietschfarben vollgepumpt ist, als die Lippen von Chiara Ohoven mit Kollagen! Schon allein dafür hätte man George Michael und Andrew Ridgeley lebenslanges Singverbot erteilen müssen. Aber nein, sie wurden damals lieber mit einem zweiten(!) Platz in den deutschen Charts belohnt.
Außerdem findet man auf “Make It Big” die Songs “Freedom” (furchtbar und bitte nicht mit dem gleichnamigen George Michael Song zu verwechseln) und “Careless Whisper“, DEM Saxophon-Song der Achtziger. Statt der Textzeile “I’m never gonna dance again”, hätte ich lieber gehört, wenn George Michael “I’m never gonna sing again” gesungen hätte.Immerhin dauerte die bonbonfarbene Schreckensherrschaft der Herren Ridgeley und Michael nur knappe vier Jahre, wofür ich natürlich mehr als dankbar bin, allerdings schafften sie es 1984 noch, die saisonale Pestbazille “Last Christmas” raus zu hauen, die seitdem, Jahr für Jahr, in den Charts landet und über den Äther sämtlicher Formatradios säuselt.

Das alles sorgt dafür, dass ich Wham! hasse! Ich verabscheue Wham!, wie kaum eine andere Band!

So, nun ist es raus.


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