Herr Schmidt.

celebrating the irony since 1982

Month: Juli 2009 (page 2 of 7)

Fisher / Psycho

Mögt Ihr Bret Easton Ellis? Seit seinem Erfolgsroman „American Psycho“, in dem Ellis seinen emotionslosen, expliziten Schreibstil von „Less Than Zero“ perfektionieren konnte, bin ich Verehrer seiner Kunst. Während sein Debut mich noch etwas unbefriedigt zurückgelassen hatte, fesselte mich die grandios inszenierte Geschichte um den Protagonisten Patrick Bateman durch seine Tiefgründigkeit. Ellis Art und Weise der Darstellung einer Gesellschaftsschicht, in der Menschen zu austauschbaren Fassaden degenerieren und nichts wirklich echt ist, muss als literarische Meisterleistung anerkannt werden. Eine Meisterleistung, deren Wiederholungsversuch später in Form von „Glamorama“ kläglich scheiterte. Ellis brauchte 14 Jahre und genügen Abstand zu „American Psycho“, um mit „Lunar Park“ ein vergleichbar gutes Werk abzuliefern.

Der Einfluß von „American Psycho“ ist heute – 18 Jahre nach dem Erscheinen des Romans – immer noch spürbar. Vor allem dank der Verfilmung aus dem Jahre 2000. Christian Bale gab dem Protagonisten Patrick Bateman ein Gesicht; einen Körper. Das, was bis dato nur in den Köpfen der Leser war, wurde auf einmal real und greifbar. Die Bezüge zur Musik endlich hörbar. Heute sind diese Bezüge vice versa. Die Musik bezieht sich auf „American Psycho“. Während Bloc Party ihr 2007 erschienenes Album „A Weekend In The City“ mit einem von Ellis inspirierten Song eröffneten, liefert Miles Fisher seine Version der Verfilmung in Form eines Musikvideos ab. In „This Must Be The Place“, im Original von The Talking Heads, zeigt er, dass auch Christian Bale austauschbar ist. Denn es gibt kein wahres Ich, nur Entitäten. Niemand ist wirklich da.

(via Nerdcore)

Diesen Song und drei weitere Lieder von Miles Fisher könnt Ihr übrigens hier kos-ten-los und völlig legal herunterladen.

Null Null Sieben – DeMake-Up Another Day #3

Was bisher geschah: #1, #2.

Hastig schaute er zur Seite, doch noch bevor René Bond Hellofa fragen konnte, warum sie ihn bauchseitig auf das Bett gefesselt hatte, trat sie in sein Blickfeld und zog sich mit einem diabolischen Grinsen die Perücke vom Kopf. Bond war sprachlos. Selbst mit Glatze sah sie noch umwerfend aus. Nach dem falschen Haar folgten zwei mittelgroße Silikonkissen, die Hellofa aus ihrem Dekoltee zog und neben sich fallen ließ. Bonds Sprachlosigkeit wich einer immensen Wut. Er hasste flachbrüstige Frauen. Als Hellofa die angestaute Wut ihres Gefangenen bemerkte, wurde ihr Grinsen noch teuflischer. Sie griff zwischen ihre Beine und nach kurzer Umsortierung wurde in ihrem bis dato perfekt sitzenden Kleid eine unschöne, frontale Ausbeulung erkennbar. Nun war Bond verwirrt. Warum trug Hellofa eine Rolle Münzen in ihrem Slip spazieren?!

Continue reading

Die Einladung

Es interessiert mich nicht, womit Du Deinen Lebensunterhalt verdienst.
Ich möchte wissen, wonach Du innerlich schreist
und ob Du zu träumen wagst, der Sehnsucht Deines Herzens zu begegnen.
Es interessiert mich nicht, wie alt Du bist.
Ich will wissen, ob Du es riskierst, wie ein Narr auszusehen, um Deiner Liebe willen,
um Deiner Träume willen und für das Abenteuer des Lebendigseins.
Es interessiert mich nicht, welche Planeten im Quadrat zu Deinem Mond stehen.
Ich will wissen, ob Du den tiefsten Punkt Deines eigenen Leids berührt hast, ob Du geöffnet worden bist von all dem Verrat,
oder ob Du verschlossen bist aus Angst vor weiterer Qual.
Ich will wissen, ob Du mit dem Schmerz – meinem oder Deinem – dasitzen kannst, ohne zu versuchen,
ihn zu verbergen oder zu mindern oder ihn zu beseitigen.
Ich will wissen, ob Du mit der Freude – meiner oder Deiner – dasein kannst,
ob Du mit Wildheit tanzen und Dich von der Ekstase erfüllen lassen kannst, von den Fingerspitzen bis zu den Zehenspitzen,
ohne uns zur Vorsicht zu ermahnen, zur Vernunft oder die Grenzen des Menschseins zu bedenken.
Es interessiert mich nicht, ob die Geschichte, die Du erzählst, wahr ist.
Ich will wissen, ob Du jemanden enttäuschen kannst, um Dir selber treu zu sein.
Ob Du den Vorwurf des Verrats ertragen kannst und nicht Deine eigene Seele verrätst.
Ich will wissen, ob Du vertrauensvoll sein kannst und von daher vertrauenswürdig.
Ich will wissen, ob Du Schönheit sehen kannst, auch wenn es nicht jeden Tag schön ist
und ob Du Dein Leben aus Gottes Gegenwart speisen kannst.
Ich will wissen, ob Du mit dem Scheitern – meinem und Deinem – leben kannst
und trotz allem am Rande des Sees stehen bleibst und zu dem Silber des Vollmondes rufst: „Ja!“
Es interessiert mich nicht, zu erfahren, wo Du lebst und wieviel Geld Du hast.
Ich will wissen, ob Du aufstehen kannst nach einer Nacht der Trauer und der Verzweiflung,
erschöpft und bis auf die Knochen zerschlagen, und tust, was für Deine Kinder getan werden muss.
Es interessiert mich nicht, wer Du bist und wie Du hergekommen bist.
Ich will wissen, ob Du mit mir in der Mitte des Feuers stehen wirst und nicht zurückschreckst.
Es interessiert mich nicht, wo oder was oder mit wem Du gelernt hast.
Ich will wissen, was Dich von innen hält, wenn sonst alles wegfällt.
Ich will wissen, ob Du allein sein kannst und in den leeren Momenten wirklich gerne mit Dir zusammen bist.

Oriah Mountain Dreamer

(via Floh82)

Older posts Newer posts

© 2020 Herr Schmidt.

Theme by Anders NorenUp ↑