Der Abend, an dem der Raketenclub unsterblich wurde

Samstagabend, 20.30 Uhr – so stand es auf den digitalen Flyern, die man überall im World Wide Web finden konnte, sollte die Bloglesung zu dem Erfolgsbuch “6 Herrengedecke und ein Sessel aus Plüsch” starten. In Anbetracht der hochkarätigen Vortragenden, war ich bereits eine Dreiviertelstunde vorher am wohl abgerocktesten Hinterhof-Club Kölns. Und ich tat gut daran! Nach und nach füllten sich die Holzstühle, die Kinosessel, die Sperrmüll-Sofas und die Klappstühle. Ja, es kamen sogar so viele Leute, dass kurzfristig noch zusätzliche Sitzgelegenheiten geschaffen werden mussten. So muss das sein!

Die Creme de la Creme der nationalen “Szene” (sic!) war anwesend: Die DiVa, The Bananaskirt Chronicles, Kaal, Danimateur, kleiner.mops und wahrscheinlich noch einige andere, die sich (mir) nicht zu erkennen gegeben haben. Immer wieder schön, ein paar Gesichter den bekannten Blogs zuordnen zu können und festzustellen, dass hinter hervorragenden Schriften auch nette Menschen stecken. Besonders gefreut habe ich mich über das Kennenlernen von Miss Bananaskirt, da ich neben ihr und ein paar anderen Lesenden am kommenden Samstag auf der Bühne stehen sitzen werde. Da wird übrigens auch der großartige Taubenvergrämer mit von der Partie Party Partey sein. Dieser hat in Köln meine Lachmuskeln mit seinem Amoklauf-Tagebuch ganz schön strapaziert. Ebenso haben mich die Texte von Herrn Glumm (500Beine) in gelesener Form positiv überrascht. Szenen aus dem Leben, die schonungslos und ungefiltert aber mit großen Formulierungen erst in der vorgetragenen Form ihre wahre Wirkung entfalten. Schade, dass der Verfasser direkt nach seinem Auftritt die Location gen Blade City verlassen hat. Aber ein anderer Reisender blieb dafür: Der unnachahmliche Geschichtenerzähler Herr Grob machte eine Pause von seinen Reisen und beglückte die Kölner mit seinen Kamasutra-Künsten Erfahrungsberichten. Ja, und hätte er seine Bambusflöte aus Plastik nicht an den armlosen Jungen verschenkt, hätte er wahrscheinlich ein Liedchen darauf zum besten gegeben. Aber auch ohne Flöte muss man bei seinem Vortrag von Perfektion sprechen. Respekt!

Eröffnet wurde der Abend übrigens durch kein Herrengedeck sondern durch die Dame im Sessel aus Plüsch: Frau von Welt erzählte von ihrem Suchen und Finden von Heimat. Intim und erheiternd nahm sie die Zuhörer mit auf ihrer Umzugsreise. Wunderbar! So wunderbar, wie die Moderation des unvergleichlichen Erdge Schoss, der weltmännisch durch das Programm führte und nur durch den final auftretenden Viktor Vaudeville in den Schatten gestellt wurde. Chansons, die voller Leidenschaft und Erotik nicht nur die weiblichen Gäste wuschig gemacht haben. Monsieur Vaudeville, ich liebe Sie!

Von der lockeren Atmosphäre und den nicht enden wollenden Forderungen des Publikums ließ sich am Ende sogar noch der Kieler Meisterblogger MC Winkel zu einem Freestyle-Rap hinreißen. Dieser hatte zuvor mit seinem Auftritt als Vorleser bereits haushoch gepunktet und machte mit dieser musikalischen Einlage den Sack dann endgültig zu.

Nach dem Bühnenprogramm wurde dann noch gemeinsam getrunken, geredet und gelacht. Danke für einen unvergesslichen Abend, an dem der Raketenclub durch Euch unsterblich wurde.

{EDIT: Ich habe ein paar Fotos des Abends bei Flickr hochgeladen. Sollte jemand etwas gegen ein Foto haben, Mail an mich.}


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