Die Einladung
Es interessiert mich nicht, womit Du Deinen Lebensunterhalt verdienst.
Ich möchte wissen, wonach Du innerlich schreist
und ob Du zu träumen wagst, der Sehnsucht Deines Herzens zu begegnen.
Es interessiert mich nicht, wie alt Du bist.
Ich will wissen, ob Du es riskierst, wie ein Narr auszusehen, um Deiner Liebe willen,
um Deiner Träume willen und für das Abenteuer des Lebendigseins.
Es interessiert mich nicht, welche Planeten im Quadrat zu Deinem Mond stehen.
Ich will wissen, ob Du den tiefsten Punkt Deines eigenen Leids berührt hast, ob Du geöffnet worden bist von all dem Verrat,
oder ob Du verschlossen bist aus Angst vor weiterer Qual.
Ich will wissen, ob Du mit dem Schmerz – meinem oder Deinem – dasitzen kannst, ohne zu versuchen,
ihn zu verbergen oder zu mindern oder ihn zu beseitigen.
Ich will wissen, ob Du mit der Freude – meiner oder Deiner – dasein kannst,
ob Du mit Wildheit tanzen und Dich von der Ekstase erfüllen lassen kannst, von den Fingerspitzen bis zu den Zehenspitzen,
ohne uns zur Vorsicht zu ermahnen, zur Vernunft oder die Grenzen des Menschseins zu bedenken.
Es interessiert mich nicht, ob die Geschichte, die Du erzählst, wahr ist.
Ich will wissen, ob Du jemanden enttäuschen kannst, um Dir selber treu zu sein.
Ob Du den Vorwurf des Verrats ertragen kannst und nicht Deine eigene Seele verrätst.
Ich will wissen, ob Du vertrauensvoll sein kannst und von daher vertrauenswürdig.
Ich will wissen, ob Du Schönheit sehen kannst, auch wenn es nicht jeden Tag schön ist
und ob Du Dein Leben aus Gottes Gegenwart speisen kannst.
Ich will wissen, ob Du mit dem Scheitern – meinem und Deinem – leben kannst
und trotz allem am Rande des Sees stehen bleibst und zu dem Silber des Vollmondes rufst: “Ja!”
Es interessiert mich nicht, zu erfahren, wo Du lebst und wieviel Geld Du hast.
Ich will wissen, ob Du aufstehen kannst nach einer Nacht der Trauer und der Verzweiflung,
erschöpft und bis auf die Knochen zerschlagen, und tust, was für Deine Kinder getan werden muss.
Es interessiert mich nicht, wer Du bist und wie Du hergekommen bist.
Ich will wissen, ob Du mit mir in der Mitte des Feuers stehen wirst und nicht zurückschreckst.
Es interessiert mich nicht, wo oder was oder mit wem Du gelernt hast.
Ich will wissen, was Dich von innen hält, wenn sonst alles wegfällt.
Ich will wissen, ob Du allein sein kannst und in den leeren Momenten wirklich gerne mit Dir zusammen bist.
(via Floh82)
Tags: Weisheit

23. Juli 2009
15:42 Uhr
Antworten
Erinnert mich irgendwie an Laith al Deen – “The Invitation” -> http://www.lyricstime.com/laith-al-deen-the-invitation-ich-will-nur-wissen-lyrics.html
23. Juli 2009
16:35 Uhr
Antworten
Immer noch sehr bewegend, wenn ich das lese. Darum habe ich es auch geblogt.
23. Juli 2009
16:36 Uhr
Antworten
Fällt mir gerade auf: Erst bei Johanna als Boygroupkenner und jetzt hier als Laithh Al Deen – Hörer geoutet. Naja jedenfalls weiss ich jetzt wo er abgschrieben hat.
23. Juli 2009
18:43 Uhr
Antworten
Die Version von Laith Al Deen ist aber auch hammergeil…. Gänsehautmucke!!
23. Juli 2009
20:32 Uhr
Antworten
Hab ich vor ca. anderthalb Jahren auch mal gebloggt, aber immer wieder schön zu lesen.
24. Juli 2009
10:31 Uhr
Antworten
@ Herr Olsen: Da hat Herr Al-Deen aber ganz schön abgekupfert. ts ts ts
@ Floh82: Schön, dass Du nach all’ der Zeit immer noch hinter dem Beitrag stehst.
@ Herr Olsen: Ach, geschissen auf die Musik-Credibility.
@ Tuffelchen: Mir ist der Song musikalisch zu pathetisch. Da finde ich andere Lieder von ihm besser.
@ Mone: Ein zeitloser Text, der einem vor Augen führt wie versperrt der Blick der Menschen (geworden) ist.
24. Juli 2009
14:26 Uhr
Antworten
Ich weiß nicht, was es ist mit diesem Text, aber irgendwie scheint er mich immer wieder zur richtigen Zeit zu finden. Danke fürs Posten!
25. Juli 2009
22:23 Uhr
Antworten
Klingt nach ‘nem stressigen Leben…
26. Juli 2009
23:12 Uhr
Antworten
@ Katze mit Hut: Nicht dafür. Mich hat er auch zur richtigen Zeit erreicht.
@ Johanna: Du findest es stressig mit Dir allein zu sein?!? Das würde mir zu denken geben.
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