Die Wirkung des Delay Lama
Vergangenen Freitag haben es Herr N. und Jan Delay geschafft mich für ein paar Stunden von dem ganzen Scheiß der letzten Tage abzulenken. Eigentlich haben sie sogar dafür gesorgt, dass ich die beste Party des Jahres gefeiert habe. Aber was war da los?!?
Am 29. Mai fand zum 17. Mal die Düsseldorfer Jazz Rally statt und verführte mich mit dem diesjährigen Top-Act Jan Delay & Disko No.1 zu meinem dritten Besuch in Folge. 2007 war es Roger Cicero, 2008 waren es Die Fantastischen Vier und dieses Jahr also der Delay Lama. In wie fern das jetzt noch was mit Jazz zu tun hat, darüber kann man selbstverständlich streiten, aber für den Kartenverkauf und den Gesamt-Umsatz sind die angeheuerten Acts sicherlich sehr zuträglich.
Der große, rote Mobilfunkanbieter mietete also wieder den Hangar 8 an, stellte ein paar Fress- und Saufbuden auf und lieferte zum wiederholten Mal beste Musikunterhaltung vor atemberaubender Kulisse. Manche Dinge ändern sich glücklicherweise nie. Wobei, eine Sache hatte sich in den vergangenen 12 Monaten doch geändert: Aus dem LTU Hangar 8 ist der airberlin Hangar 8 geworden. Aber, Details!
Kaum betritt der Mann, der sich früher Eizi Eiz nannte die Bühne ist das Publikum in seinem Bann. Es wird getanzt, gesprungen und mit den Armen geschwungen. Zumindest ist das bei dem vorderen Drittel der Fall. Der Rest wackelt vielleicht mal ein wenig nach links und dann wieder etwas nach rechts. Aber nur wenn gerade keiner hinschaut. Das ist dann der Tribut, der gezahlt werden muss, wenn man zu einer solchen “Firmenveranstaltung” geht. Der Altersschnitt ist höher als gewöhnlich und auch der Schlipsträger-Quotient liegt weit über dem normalen Tourdurchschnitt. Dafür kommt man aber als erfahrener Konzertgänger und “Dritte-Reihe-Besetzer” nahezu ohne Körperkontakt nach vorne und ist dort dann unter Gleichgesinnten.
Besonders beeindruckend hat mich aber nicht die Leistung von dem sowieso perfekt entertainenden Frontmann sondern die von Disko No. 1. Erstklassige Bläser, großartige Background-Sängerinnen und eine mehr als solide Band hat sich Jan Delay da ins Boot geholt. Es ist insbesondere deren Verdienst, dass eine derartige Party-Stimmung bei den anwesenden Gästen aufgekeimt ist. Erst langsam und dann mit den Gassenhauern “Klar” und “Feuer” wie eine Explosion.
(Diese und weitere Fotos bei Flickr)
Nur zwei Songs habe ich an dem Abend vermisst: “Im Arsch” und das Mash-Up “Türlich, Türlich / Word Up”. Dafür gab es aber brandneue Lieder und zwischendurch einzigartige Coverversionen aus Pop, Rock, Hip-Hop und Dance/House(!) die in wahnwitzigen Medleys präsentiert wurden. Groß-ar-tig! ich sag’ es Euch.
Es war ein Abend voller guter Laune, guter Musik und guter Drogen gutem Bier (JEVER!!!), dessen Abschluss mich mit Wehmut in den Zug nach Hoffnungsheim gesetzt hat. Denn:
“Im Sturz durch Zeit und Raum, erwacht aus einem Traum.
Nur ein kurzer Augenblick, dann kehrt die Nacht zurück.
Irgendwie fängt irgendwann, irgendwo die Zukunft an, ich warte nicht mehr lang.”
Tags: Disko No.1 · Düsseldorf · Jan Delay · Jazz Rally · Konzert







4. Juni 2009
17:21 Uhr
Antworten
What a hell of a Party
Teile Deine Meinung zu 100% (auch, was die fehlenden Lieder angeht). Und freue mich natürlich um so mehr, dass es Dir ebenfalls ein paar richtig gute Stunden bereitet hat
4. Juni 2009
17:33 Uhr
Antworten
Nachdem er BaS mal als “Sparkassen-Azubis” titulierte, bin ich nicht mehr ganz so down mit dem Mann.
Und nochwas: er kommt aus HH und ist Werder-Fan!
Aber die Band ist super!
(Und die Mucke ja irgendwie auch…:))
4. Juni 2009
19:38 Uhr
Antworten
Live super. Ansonsten auch nicht mehr ganz so meins. Vielleicht auch einfach schon zu oft gehört. Und zu BaS gemein sein, darf man ja auch nicht!
4. Juni 2009
19:42 Uhr
Antworten
ach, herr schmidt. ich würde sagen, wir gehen morgen abend irgendwo hin, wo ordentliche musik gespielt wird.
4. Juni 2009
23:04 Uhr
Antworten
Überhaupt nicht mein Ding aber schön zu hören das jemand Dir für einen kurzen Augenblick ein Lächeln ins Gesicht zaubern konnte
5. Juni 2009
01:19 Uhr
Antworten
Um ehrlich zu sein, mal ich Herrn Delay nicht besonders. Bzw. seine Songs. Die Stimme geht mir einfach tierisch auf den Saque. Allerdings habe ich ihn mal auf dem Radioday live gesehen und das muss man ihm lassen, live ist er klasse. Wie Sie schon sagten, Herr Schmidt, er ist einfach ein großartiger Entertainer.
5. Juni 2009
08:31 Uhr
Antworten
hauptsache, du hattest fun! gut so…. nicht daheim vergraben, sau raus lassen. hilft aber leider nur temporär….. *seufz*
5. Juni 2009
09:58 Uhr
Antworten
@ Herr N.: …und beim nächsten Mal kommst Du mit auf’n Konzert mit harten Gitarren und schnellen Drums, ja?!?
@ MC Winkel: Okay, so tief bin ich dann nicht im Thema. Ob der jetzt Werder oder HSV-Fan ist, ist mir bei ‘nem Konzert relativ egal. Da interessiert mich nur seine Leistung auf der Bühne und die war groß.
…aber Euch als Sparkassen-Azubis zu bezeichnen geht nun wirklich nicht! Damit hat er jetzt auch bei mir einen derben Minuspunkt eingefahren!
@ Johanna: Ich habe auch kein Studioalbum von dem Kerl. Einzig das “Mercedes Dance Live” habe ich mir bei erscheinen über iTunes gekauft.
@ der.grob: Echt?!? Sind Queensberry in der Stadt, werter Herr Grob? …oder Mark Medlock????
@ DerTim: Also zur Ablenkung und um gute Laune zu bekommen, kann ich Jan Delay wirklich nur empfehlen.
@ Jörn: Ich hatte auch die Befürchtung, dass mir die nasale Stimme nach kurzer Zeit die Falten aus den Klöten bügelt aber war nicht so. Es hat mich wirklich überrascht aber live kommt seine Stimme ü-ber-haupt nicht nervig rüber.
@ Pssst!: Das ist wohl war. Der Effekt hat schon bei dem anschließenden Altstadtbesuch langsam nachgelassen und am nächsten Tag war er dann eigentlich auch wieder verflogen.
5. Juni 2009
10:46 Uhr
Antworten
sie haben es doch tatsächlich geschafft, sich selbst die überraschung zu verderben.
5. Juni 2009
13:01 Uhr
Antworten
Fantastisch, werter Herr Schmidt, Sie Tänzer!
Herzlich
Ihr Erdge Schoss
5. Juni 2009
13:05 Uhr
Antworten
Der Mann geht nach vorn! Und live – so muss ich als bisher Unbeteiligter leider annnehmen – um so mehr! Ohne die hervorragende Band im Hintergrund (und dies gilt natürlich für fast alle Sänger) wäre Jan allerdings eher unscheinbar.
5. Juni 2009
17:47 Uhr
Antworten
Alle die ich kenne, die Jan Delay voll toll finden, sind irgendwie komisch. Gut kennen wir uns ja nicht so richtig
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