Fisher / Psycho

Mögt Ihr Bret Easton Ellis? Seit seinem Erfolgsroman “American Psycho”, in dem Ellis seinen emotionslosen, expliziten Schreibstil von “Less Than Zero” perfektionieren konnte, bin ich Verehrer seiner Kunst. Während sein Debut mich noch etwas unbefriedigt zurückgelassen hatte, fesselte mich die grandios inszenierte Geschichte um den Protagonisten Patrick Bateman durch seine Tiefgründigkeit. Ellis Art und Weise der Darstellung einer Gesellschaftsschicht, in der Menschen zu austauschbaren Fassaden degenerieren und nichts wirklich echt ist, muss als literarische Meisterleistung anerkannt werden. Eine Meisterleistung, deren Wiederholungsversuch später in Form von “Glamorama” kläglich scheiterte. Ellis brauchte 14 Jahre und genügen Abstand zu “American Psycho”, um mit “Lunar Park” ein vergleichbar gutes Werk abzuliefern.

Der Einfluß von “American Psycho” ist heute – 18 Jahre nach dem Erscheinen des Romans – immer noch spürbar. Vor allem dank der Verfilmung aus dem Jahre 2000. Christian Bale gab dem Protagonisten Patrick Bateman ein Gesicht; einen Körper. Das, was bis dato nur in den Köpfen der Leser war, wurde auf einmal real und greifbar. Die Bezüge zur Musik endlich hörbar. Heute sind diese Bezüge vice versa. Die Musik bezieht sich auf “American Psycho”. Während Bloc Party ihr 2007 erschienenes Album “A Weekend In The City” mit einem von Ellis inspirierten Song eröffneten, liefert Miles Fisher seine Version der Verfilmung in Form eines Musikvideos ab. In “This Must Be The Place”, im Original von The Talking Heads, zeigt er, dass auch Christian Bale austauschbar ist. Denn es gibt kein wahres Ich, nur Entitäten. Niemand ist wirklich da.

(via Nerdcore)

Diesen Song und drei weitere Lieder von Miles Fisher könnt Ihr übrigens hier kos-ten-los und völlig legal herunterladen.


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