Herr Schmidt.

celebrating the irony since 1982

Month: August 2010

Ein Abschied #3 – "Die letzte Fahrt"

Was bisher geschah: #1, #2.

Mein Zögern quittierte der VetMed mit dem Vorschlag, ich könnte es ja noch einen Moment beobachten und dann gegebenenfalls später erneut anrufen, wenn ich vorbei kommen wolle. Gesagt, getan! Zusammen mit der Miss versuchten wir den Käfig so zu sichern, dass Blade nicht mehr nach oben klettern konnte, stellten seine Hütte in das Erdgeschoss und versorgten ihn mit Wasser und Futter. „Mach Dir keine Sorgen: Blade ist ein Kämpfer!“ sagte ich zu meiner Miss. Mehr um mich selbst, als sie zu beruhigen. Zwei Anfälle später – Blade war mittlerweile halb in seiner Hütte verschwunden – rief ich den Tierarzt erneut an und kündigte mein Erscheinen an.

Mit Blade auf dem Beifahrersitz fuhr ich durch die Blade City. Er saß ruhig in seiner Transportbox als wäre alles in Ordnung. Mein Kopf spielte derweil verrückt: Erinnerungen an die vergangenen Erlebnisse mit ihm blendeten ineinander über, Vermutungen zu der Ursache seines Verhaltens setzten sich immer wieder neu zusammen… …und welches verdammte Lied passt zu so einer beschissenen Situation?!? Die Antwort darauf war: Keins! Also alle! Denn jeder Song war besser als diese Stille, die lediglich durch das sonore Geräusch des Motors untermalt wurde.

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Ein Abschied #2 – "^ / v"

Was bisher geschah: #1.

Blade war wach und schaute uns mit seinen kleinen, schwarzen Augen an. Als wir uns näherten, begann er wild im Käfig herumzulaufen. Die Vorderpfoten liefen dabei rund, aber die Hinterbeine… verf***te Sch**ße, die Hinterbeine traten mehr nach links und rechts als nach unten. Entweder hatte der kleine Racker zu viele John-Wayne-Filme geschaut oder aber Schlimmeres. „Der ist bestimmt beim Klettern gefallen und hat sich was getan!“ vermutete ich. Warum musste dieser Dummkopf auch immer ungesichert nach oben kraxeln statt die Rampen zu nehmen?!?

Sorgenvoll schauten die Miss und ich dem Daywalker zu, wie er seine Runden durch den Käfig drehte. Dabei bemerkten wir, wie seine Hinterläufe nach und nach besser in die Spur kamen. „Scheint nur verstaucht zu sein. …hatte er schon mal. …am nächsten Tag ging es dann wieder.“ beruhigte ich uns beide. Blade kam derweil zu der geöffneten Käfigtür und hielt inne. Vorsichtig nahm ich ihn heraus und machte mir ein Bild seines Zustands.

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Ein Abschied #1 – "Die Ruhe vor dem Ausgleich"

Es läuft gerade einfach verdammt gut! VIEL ZU gut! Sei lieber auf der Hut, irgendwie wird sich das in Kürze ausgleichen…“ schoss es mir durch den Kopf, als ich mit einer frisch angetrockneten Unterschrift unter einem spannenden Auftrag im Gepäck zurück in die Firma fuhr. Das geschäftliche  Sommerloch schien beendet zu sein, im Privatleben lief alles wie geschmiert und das Haar saß in den letzten Tagen auch wieder viel zu gut. Irgendwie, irgendwo, irgendwann würde das Schicksal ein entsprechend ausgleichendes Gewicht in die Waagschale werfen…. keinen Zweifel!

Freitag war es dann auch soweit: Zahltag! Dabei verlief der Tag eigentlich zunächst ziemlich gut, muss man sagen. Ich wurde von strahlenden blauen Augen inklusive dem hübschesten Lächeln der Welt geweckt, duschte danach ausgiebig mit „Renegades“ von Feeder auf meinen Lippen und auch der anschließende Kaffee schmeckte an diesem Tag besonders gut. Bei meinem 9-to-5, der eigentlich ein 7-to-23 ist, konnte ich störungsfrei meinem Tagewerk nachgehen und selbst der abendliche IKEA-Besuch (Late-Night-Shopping bis 24:00 Uhr in einer frisch renovierten IKEA-Filiale… muss ich noch mehr sagen?!?) war völlig entspannt. Die Miss und ich genehmigten uns ein paar schwedische Hackbällchen mit diversen Beilagen und gaben Geld für Dinge aus, die man nicht braucht, aber das Leben lebenswerter machen. …und Kleiderbügel kann man ja eigentlich doch immer gebrauchen!

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