Adonis Maximus! oder: Sie haben Post!
Mein Leben fährt dieser Tage wieder mit einem bunten Strauss skurriler Ereignisse auf. Unter anderem hatte ich vor elf Tagen einen mysteriösen Umschlag in meinem Briefkasten (TwitPic). Enthalten war eine runde Silberscheibe und folgende, wunderhübsche Darstellung Chemnitzer Wohnkultur:
Rückseitig fand sich folgender Text in feinster Krickel-Krackel-Schrift:
“Lieber Sven Oliver Schmidt,
ich bin die kleine Schwester von Till und Felix. Ich habe eine große Schwester die Nina, die Nina will ein eigenes Zimmer und deshalb sollen Tilli und Felix Berühmt werden, die ziehen dann aus und die Nina hat ihr eigenes Zimmer.
(Höhre in die CD an und bespreche sie in deinem Blog.)
Deine Lotta”
Das Blog ist hier ja kein Wunschkonzert und deshalb würde ich mich auch normalerweise gar nicht auf so etwas einlassen, aber wenn man sich da so eine geile Story drumherum bastelt, will ich mal nicht so sein:
KraftKlub – Adonis Maximus
00. Intro
Vrdmmt! Das ist doch aus ‘nem Film, oder?!? Komm’ aber nicht drauf…
01. Fotos Von Mir
Selbstbeweihräucherung inklusive Kritik an der schreibenden Zunft. Untermalt wird das Ganze von Rockmusik mit KISSesquem Disco-Finale. Feine Sache.
02. Zu Jung
Ein Song über die Schwierigkeit der heutigen Jugend noch rebellieren zu können. Es war ja alles schon da und überhaupt… Tja, und vielleicht haben sie damit ja sogar Recht, die Jungs von KraftKlub
03. Scheissindiedisko
Schöner Song zum Party machen, mit perfekt platziertem Peter-Fox-Sample. Musste doch sehr lachen als ich das zum ersten Mal gehört habe.
04. Randale
Die Gitarre während der Strophen & dem Refrain erinnert mich an die Arctic Monkeys, die Bridge eher an Friday Night Hero. Darüber dann Zeilen wie “Deine kleine Schwester isst ein bißchen Salat / Meine kleine Schwester ist ein bißchen verrückt” Jawoll!
05. Liebe
Maskulin-stereotyper Umgang mit dem Ende einer Beziehung inkl. hysterischem Weinen …oder doch eher Lachen?!? …na ja, nicht so meine Tasse Tee. Für mich ganz klar der schwächste Song auf dem Album.
06. Ich Hau Rein
Aufbruch / Ausbruch. Kein außergewöhnliches Thema, wenn man bedenkt, dass KraftKlub aus den neuen Bundesländern kommen. Auf jede Fall gut umgesetzt. Der Anfang und der Refrain erinnern mich an The Hives. Die Strophen gehen musikalisch eher wieder in Richtung Arctic Monkeys.
07. Schlagerstars
Elektronik statt Indie-Rock. Darüber wieder die Kombination von Selbstbeweihräucherung und Business-Kritik. Der ideale Ausklang für dieses Album, der ab 2:15 Minuten sogar noch zusätzlich zu überraschen weiß.
Insgesamt ist es ein sehr unterhaltsamer Silberling, der mir da in den Briefkasten geworfen wurde: KraftKlub – Adonis Maximus ist eine interessante Mischung aktuell populärer Musikstile, zu der ich definitiv Party machen würde.
Merci vielmals, dass Sie auch heute wieder eingeschaltet haben. Keep on rockin’! …und Tschüss!
___
(Eure Fragen an mich: springform.herr-schmidt.de)
Tags: Adonis Maximus · CD · KraftKlub · Post


29. März 2010
12:36 Uhr
Antworten
Ist das Bild da oben etwa bei einer antiken Garagenfete zur Weihnachszeit entstanden? Der Künstler hat die Atmosphäre aber sehr gut getroffen.
29. März 2010
14:19 Uhr
Antworten
Derbe Review! Weiter so.
29. März 2010
16:51 Uhr
Antworten
Moment… Sven OLIVER Schmidt?!?
29. März 2010
21:12 Uhr
Antworten
@ Floh82: Ich dachte, es handele sich um einen normalen Samstagabend einer Chemnitzer Familie. Muahahaha.
@ MC Winkel: Danke! Wenn Du Interesse an einer eben so “derben Review” der nächsten BAS-Scheibe hast, dann einfach in die Post damit. …brauchst auch keine bekloppte Story drumherum stricken; bei Dir mache ich eine Ausnahme.
@ Parkster: Wenigstens einer, der auf das Wesentliche achtet. Ist aber kein Geheimnis. Schau mal unter “About Schmidt”
29. März 2010
22:14 Uhr
Antworten
Ich bekomme nie Post, nicht einmal vom Finanzamt. Aber ich heiße ja auch nicht Sven Oliver.
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