Gitarrero #1 – Highway To Em
Kinder, als ich im Jahre 2003 mit der U-Bahn in Richtung Uni fuhr, konnte ich nicht ahnen, wie nah ich Eurer Mutter kommen sollte… …oh, sorry… falscher Anfang! Nochmal:
Freunde, als ich im Jahre 1999 mit dem Bus in Richtung Schule fuhr, konnte ich nicht ahnen, wie nah ich meinen ersten Gitarrenversuchen kommen sollte. Damals™ hatte ich “Nightfall In Middle-Earth” im Gedächtnis und “Ecliptica” auf den Ohrstöpseln, ein “Heart Of Steel” und die Pickel des Todes. Ich war im Bullseye meiner Upper-Class-Power-Metal-Computer-Nerd™-Phase als Folgendes geschah:
Wie jeden Morgen stand ich an der Bus-Haltestelle der Linie 682, um auf meinen Chauffeur und seinen extralangen Benz zu warten, hatte eine frisch zusammengestellte MiniDisc (MiniDisc!!!! Kann man gar nicht genug betonen! MINIDISC!!! Irre Erfindung!) mit allem was Krach macht auf den Ohren und fummelte gerade das 14. PocketCoffee aus seiner Verpackung, als Niklas zu mir trat. Niklas wohnte unweit von mir, ging in die gleiche Jahrgangsstufe wie ich, hörte ebenfalls alles, was irgendwie mit elektrischen Gitarren und unmenschlich schnellen Double-Basses zu tun hatte, und gehörte schon allein deswegen zu den Menschen, mit denen ich gerne meine Zeit verbrachte. Ich warf ihm mein letztes PocketCoffee rüber und schon ging es los:
“Hast Du schon die neue Primal Fear gehört?”
“Kennst Du Freedom Call?”
“Ist Colony nicht ein geiles Album?”
“Hast Du die neue Metal-Hammer schon?”
Immer hin und her. Zwischendurch die Kopfhörer geteilt, ein Lied ausgewählt und angespielt. Das Übliche. Keine Frage, dass die Busfahrt wie im Flug verging. Zumindest tat sie das normalerweise! Doch an diesem besagten Tag, kam folgender Satz aus meinem Mund:
“Das wäre schon geil, wenn ich mit dem 6-Saiter rocken könnte. Irgendwann muss ich da mal Unterricht nehmen!”
Ich sollte an dieser stelle vielleicht kurz erwähnen, dass Niklas ein begnadeter Gitarrero war und gerade seine 2. Band am Start hatte, mit der er regionale Erfolge verzeichnen konnte, um seiner Reaktion das nötige Gewicht zu verleihen:
“Na, is’ doch kein Ding. Ich hab’ noch meine alte Klampfe und ‘nen kleinen Verstärker. Heute Nachmittag treffen wir uns bei mir und dann fangen wir mit dem Gitarre-Lernen an.”
Ich fühlte mich, als hätte der Bus eine Vollbremsung gemacht und mich in den Sitz gedrückt. Ich Gitarre lernen?!? Das war natürlich ein großartiges Angebot und Rock’n'Roll, aber gleichzeitig war da auch dieser Respekt vor dem fremden Instrument. Freunde, mir sagte der Kackstift der Blamage “Guten Tag”.
[Fortsetzung folgt...]
Merci vielmals, dass Sie auch heute wieder eingeschaltet haben. Keep on rockin’! …und Tschüss!
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(Eure Fragen an mich: springform.herr-schmidt.de)
