Die Styling-Bekannten-Korrelation
Ich weiß ja nicht, ob Ihr das kennt, aber irgendwie bin ich mir doch sehr sicher, dass ich in dieser Nussschale nicht alleine auf dem Meer des zwischenmenschlichen Miteinanders umherdümpele. Stellt Euch bitte folgendes Szenario vor:
Samstagmorgen – Ihr steht vor dem Spiegel und denkt Euch irgendwas in der Art “Wach ist anders, aber nach Schlaf schmeckt die Luft hier auch nicht gerade.“, stopft Euch die Zahnbürste in die Backentasche und beginnt sachte mit der Restauration Eures Selbst. Irgendwann macht Ihr dann den obligatorischen Zwischenstop unter der Dusche, lasst die Schlafläuse und die wirren Träume in den Abfluss spülen und merkt wie sich langsam eine Art To-Do-Liste für den jungen Tag in Eure Gehirnwendungen fräst. Gut, vermutlich stehen dort erstmal nur…
1.) Espresso [ ]
2.) Espresso [ ]
3.) Doppelter Espresso [ ]
…aber immerhin: Ist ein Anfang.
Ihr steigt aus der Dusche, jagt Euer Handtuch wie ein wildgewordenes Wusel-Wiesel über den noch nassen Körper und tastet Euch langsam an die weiteren Positionen der Liste vor. Pünktlich, wenn Ihr das Handgebläse in die Pfoten nehmt, um dem Spiegel den Beschlag zu nehmen, wisst Ihr was zu tun ist – heute – und Ihr müsst eine Entscheidung treffen:
Stylen oder nicht?
Das ist die Frage, die wochenends den frühen Morgen dominiert. Und die Antwort ist eigentlich, in der Regel, normalerweise, in den meisten Fällen, generell und überhaupt denkbar einfach: “Ja“, wenn man das Haus verlässt oder Gäste erwartet und “Och, nö“, wenn man daheim bleibt und die Zugbrücke der ZweiraummietwohnungmitMinibalkonundgrünenFliesenimBad hochzieht, während Bogenschützen sicherstellen, dass jeder vom Pferd fällt, der sich auf fünf Meter der Türklingel nähert.
Ja, könnte alles so schönschei…eieieiei einfach sein, isses aber nicht! Denn plötzlich taucht da so ein kleiner Smu in Eurem linken Öhrchen auf, der Euch Dinge sagt, wie “Ach, komm, lass gut sein, Du gehst doch nur kurz in den Baumarkt.” oder “Alter, der Aufwand?!? Für den Wocheneinkauf?!? Die anderen da sehen doch auch immer aus wie Beth Dittos durchgeschwitzter Stringtanga.” und dann geratet Ihr aber mal sowas von voluminös ins Grübeln.
(Einleitung Ende!)
Wann immer ich mich in so einem Fall dafür entscheide, das Haargel mal ‘nen guten Mann sein zu lassen und mein T-Shirt ausnahmsweise mal nicht babypopoglatt zu botoxen bevor ich das Haus verlasse, kann ich mir einer Sache sicher sein: Egal welchen entlegenen Ort ich aufsuche, egal wie kurz ich dort verweile, mir wird ein bekanntes Gesicht begegnen. Isso! …und die Faustregel dabei lautet dann zu allem Überfluss auch noch: “Je useliger mein Look, desto seltener treffe ich die Person (normalerweise).”
…ja, aber wähle ich dann doch Bürste und Bügeleisen und gehe gestriegelter vor die Tür als manches CHIO-Pferd, treffe ich keine Sau! Nicht mal ein Ferkelchen! Kommtt Euch das bekannt vor?
Freunde, genau wegen dieser Korrelation gibt es da draußen eine Handvoll Leute, die glauben, mein Stilgefühl und die örtliche Müllkippe entspringen des gleichen Designers Atelier. Istdochzumverrücktwerden! Machstenix!
Tut mir doch bitte einfach den Gefallen und denkt an das hier, wenn Ihr das nächste mal einen Bekannten trefft, der etwas durch die Backenzähne getrieben ausschaut. Schluckt ein “Oh Gott! Wie läuft der denn rum?!?“. Vielleicht ist er ja auch nur ein Opfer der Styling-Bekannten-Korrelation.
Merci vielmals, dass Sie auch heute wieder eingeschaltet haben. Keep on rockin’! …und Tschüss!
___
(Lernt doch morgen mal den Bäcker um’s Eck kennen, statt beim Billigaufbacker zu kaufen. Der freut sich auf Euch!)
