Herr Schmidt.

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Anzügliches

Ich habe Euch ja letztens erst von meiner unfassbar innigen Beziehung zu Jeans erzählt. Das bedeutet aber natürlich nicht, dass ich nicht auch den ein oder anderen Anzug bzw. die ein oder andere Stoffhose in meinem Schrank hängen vergammeln hängen habe. (Gleich neben dem rosa Plüschhasenkostüm und den Spandex-Bodysuits) Diese kann ich aber an einer Hand abzählen und mit konkreten Ereignissen in Verbindung setzen:

Anzug 1: dunkelblauer Zweiteiler, Nadelstreifen
Der klassische Konfirmationsanzug, den jeder hat, aber keiner wirklich braucht. Ich meine, mal ehrlich, da geben die Eltern das Erstgeborene in Zahlung, damit der jüngere Zögling unter’m Kruzifix auch schön schick aussieht und dann – noch bevor die Veranstaltung vorbei ist –  ist der Bub‘ auch schon aus dem Ding rausgewachsen. Und nicht nur der Anzug ist nach kurzer Zeit zu klein. Auch die feinen Schuhe (wenn man nicht gerade den Anzug mit Turnschuhen kombiniert hat) sind schon nach wenigen Monaten nicht mehr zu gebrauchen – mal ganz abgesehen davon, dass sich in diesem Alter eh kaum Anlässe finden, solche Schuhe auszuführen.

Anzug 2: dunkelblauer Dreiteiler
Dieses wunderbare Exemplar stieß im Jahre 2001 zu mir und kostete irgendetwas zwischen „einer Stange Geld“ und „unfassbar viel“. Freunde, ich weiß es nicht mehr genau wie viel es war, aber ich hatte damals eine mehrseitige Liste mit Dingen erstellt, in die ich das Geld lieber investiert hätte. Natürlich haben sich die Prioritäten der Jugend bezüglich ihrer Investitionsvorhaben geändert, jedoch bin ich mir sicher, dass diese Anschaffung immernoch nicht oben auf der Liste der Anschaffungsabsichten steht. Da der bevorstehende Anlaß aber nun mal angemessene Kleidung erforderte, musste das Teil samt Krawatte und Hemd nun mal gekauft werden. Man feiert ja auch nur ein Mal Abi-Ball in seinem Leben, oder?!?
Wäre ja auch alles halb so wild, hätte dieser arme, kleine Anzug nicht  nur an einem einzigen Abend Auslauf bekommen…

Anzug 3: schwarzer Zweiteiler
Kaum vergehen acht Jahre, in denen man keinen Anzug braucht und  dann, wenn es drauf ankommt, dann kriegt man die Hose nicht mehr zu. Diese Erkenntnis gewann ich im Jahre 2009 und machte mich auf, meinen dritten Anzug zu kaufen. Dieses Mal verzichtete ich auf die Weste, nahm aber trotzdem wieder Hemd und Krawatte mit. Das lag zum Einen an der gutaussehenden kompetenten Verkäuferin, zum Anderen an einem gruppeninternen Dresscode. Wenn Ihr hier regelmäßig mitlest und ordentlich für die bevorstehende Abschlussprüfung in „Schmidtologie – Theorie und Praxis des ganzheitlichen Unsinns“ gepaukt habt, dann wisst Ihr auch sofort, um was für einen Anlass es sich handelte, für den ich den Anzug gekauft hatte. (Der Rest geht hier nachsitzen!)
Immerhin war es nicht die einzige Gelegenheit, den Anzug in die Öffentlichkeit zu befördern, wobei ich auf die folgenden zwei Veranstaltungen, auf denen man schwarz tragen kann, gerne verzichtet hätte…
Die Schuhe, die ich mir zu diesem Anzug kaufen musste, finden glücklicherweise noch etwas öfter Verwendung. Denn feine Herrenschuhe trägt man in meinem Alter ja auch mal zur Jeans und muss nicht mehr auf einen feierlichen Anlass warten, bis man sie wieder herauskramen kann.

Die eingangs erwähnten Stoffhosen.
Nachdem ich zu Oberstufenzeiten eine Phase hatte, in der ich es unfassbar großartig fand Stoffhosen zu tragen und mich für Graf vonundzu Dickehose & Söhne zu halten, wurde ich dann doch irgendwann klar im Kopf. (Ich behaupte ja, dass mein heutiges Ich meinem damaligen Ich einen Tritt zwischen die Beine verpasst hat) Von daher gibt es nur zwei, drei Stück in meinem Schrank, die ich mir in den letzten zehn Jahren habe anschaffen müssen. …und dabei handelt es sich ausschließlich um günstige Hosen, denn bevor ich das Geld wieder mal in überteuerte Bekleidung stecke, die ich dann nur ein Mal anziehe, stecke ich mir mit den Scheinen lieber ’ne Shisha an und chille nackt auf’er Terrasse!

Merci vielmals, dass Sie auch heute wieder eingeschaltet haben. Keep on rockin’! …und Tschüss!
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(Eure Fragen an mich: springform.herr-schmidt.de)

3 Comments

  1. Als Freund, werter Herr Schmidt, der Stadt mit der großen Kirche sollten Sie unbedingt etwas mehr Farbe in Ihre Garderobe bringen, um zur fünften Jahreszeit spektakuläre Akzente zu setzen, was Ihnen allerdings auch gelingen dürfte, wenn Sie lediglich eine Shisha und die Terrasse anziehen.

    Herzlich
    Ihr Schoss

  2. Herr Schmidt

    27. Februar 2012 at 13:05

    @ Erdge Schoss: Sie haben Recht, werter Herr Schoss! Es wird Zeit für ein rosafarbenes, glitzerndes Cocktailkleid!
    …können Sie rein zufällig nähen?

  3. Fääääääääääääääääääääschnbloooooooooooooooooooooooog!

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