Archiv

Namensrechtverletzung

Interessant, was man so findet, wenn man aus Langeweile akuter Lern-Unlust googelt:

Das ist Herr Schmidt….”
Nein, ist er nicht! Das ist Herr Schmidt!

“Herr Schmidt mag gerne Pizza und Pasta.”
Das ist korrekt! Ich esse auch gerne chinesisch…oder einen Döner.

“Am Besten schmeckt sie ihm in Italien. Genauer gesagt in der Geburtsstadt der Pizza. In Napoli…”
Hach ja, die Geburt der Pizza: Neun Monate nachdem sich Papa Teig und Mama Tomatensauce vergnügt hatten, erblickte die kleine Pizza das Licht der Welt. Ihre Eltern nannten sie Margherita…
Ehrlich gesagt hab ich keinen Plan, wie die Pizza in Napoli schmeckt. Ich war noch nie da!

“Aber noch mehr als Pizza liebt Herr Schmidt Caffè!”
Nö. Ich trinke zwar gerne Kaffee und noch lieber Cappuccino Italiano aber ‘ne Pizza ist um Längen besser.

“In Deutschland sagen wir ja Espresso dazu, die Italiener sagen einfach Caffè.”
So ‘ne Klugscheißerei hätte tatsächlich von mir sein können.

“Also Herr Schmidt trinkt sehr gerne Caffè.”
Da kannst Du ein Mantra draus machen und ich werde trotzdem lieber ‘nen Cappuccino Italiano trinken als ‘nen Caffè.

“Er hat sogar schon einen Barista-Kurs besucht. Ein Barista ist der wichtigste Mensch in einer Caffè Bar. Er/Sie “zapft” den Caffè. Ohne einen guten Barista gibt es keinen guten Caffè. Selbst mit der besten Macchina ist das nicht möglich. Für einen guten Caffè braucht es viel Fingerspitzengefühl und Liebe zum Caffè.”
Glatt gelogen! Ich hab mal einen Tanzkurs gemacht; zwei sogar, aber an einen Barista-Kurs kann ich mich nicht erinnern.

“Aber Herr Schmidt mag nicht nur Pizza und Caffè, seit längerer Zeit ist er auch als Yogi aktiv. Ommmmm”
Sag mal, hörst Du mir nicht zu?!? Ich bevorzuge Cappuccino Italiano!
So, ich soll also ein Yogi sein? Yogi Bär? Yogi Löw? Yogirette?

“Yoga bedeutet den Geist zu beruhigen, die Stille der Gedanken herzustellen. Er ist ein bewährtes 5000 Jahre altes System zur Gesunderhaltung von Körper und Geist.”
Alles dummes Geschwätz! Wenn man weniger Caffè trinkt, wird man auch ruhiger! Und außerdem: Meine Gedanken sind nicht still. Sie brüllen mich zwischendurch mächtigst an!

“IYENGAR® Yoga, weltweit der am häufigsten praktizierte Übungsstil des Hatha Yoga, zeichnet sich durch seine hohe Präzision in Bezug auf die Körperphysiologie aus.”
Schon gehört: In China ist ein Sack Reis umgefallen!

“Pizza, Caffè und Yoga. Was gibt es noch?”
Boah, hui, schwere Frage! Da fällt mir spontan auch nix ein, was mich genauso wenig interessiert.
Obwohl: Da gab es mal diesen Sack Reis in China…

“Na klar, Herr Schmidt findet Computer toll. Ganz besonders Apple Computer.”
Unbedingt!

“Auf dem Bild ist Cala Luna zu sehen. Cala Luna ist ein wunderschöner Strand auf Sardinien.”
Wo genau? Unter dem Schreibtisch?

“Genau der richtige Name für seinen ersten Mac, findet Herr Schmidt.”
Nein, findet er nicht! Ich finde es äußerst befremdlich, seinen Elektro-Geräten Namen zu geben. Sollte ich allerdings unter Waffengewalt dazu gezwungen werden, meinem ersten Mac einen Namen zu geben, würde ich ihn Gwyneth oder Chris nennen. (Wer das jetzt versteht, hat bei mir einen Stein im Brett!)

veröffentlicht am: 27. Januar 2007 – 16:48 Uhr

Maximo Park – Books From Boxes (Herr Schmidt’s Cut)

Dieser Kommentar hat mich dann doch zu sehr inspiriert. Eine einfache Antwort hätte da nicht gereicht.
Wenn ich also Regisseur wäre, würde mein “Books From Boxes”-Video so aussehen:

Zeitraffer: Tag wird zu Nacht. Hektische Autolichter schnellen über eine Strasse. Die Kamera schwenkt langsam über die Stadt. Man hört die üblichen Stadtgeräusche (Autos, Hupen, etc.).Die vereinzelt aufleuchtenden und wieder erlischenden Lichter wirken hektisch. Die Kamera beendet ihren Rundflug an einer geöffneten Balkontür und der Zeitraffer wandelt sich zu einem Standbild. Die Stadt steht still und “Books From Boxes” setzt ein.
Paul Smith steht in der Türe und starrt hinaus über die Stadt. Verzweifelt singt er die Zeilen. Als er bei “And all I know is that you’re sat here right next to me” ankommt, wendet er seinen Blick in die nahezu leere Wohnung.
Rückblende: Man sieht Szenen aus dem gemeinsamen Leben von Paul und seiner Freundin: Einzug in die Wohnung, gemeinsame Abende voller Liebe, gemeinsame Abende voller Gewohnheit, Streit. Die Protagonisten sind dabei wie Geister auf die leere Wohnung projiziert.
Die Erinnerung verblasst und man sieht Paul Smith. Er steht immer noch in der offenen Balkontür und sieht hinaus. Diesmal fällt sein Blick direkt auf die Strasse vor dem Haus. In Zeitlupe fällt ein einzelner Regentropfen auf den Asphalt. In dem Moment, wo er auf den Boden aufschlägt, läuft die Zeit wieder in Echtzeit.
Rückblende: Es regnet in Strömen. Die Kamera zoomt von dem Asphalt zurück. Auf der eben noch leeren Strasse steht nun ein Taxi und die Protagonistin stürzt sich in die geöffnete Türe und schließt diese hinter sich. Aufgeregt und wild gestikulierend stürzt Paul Smith aus der Haustüre und will sie aufhalten. Das Taxi fährt weg.
Die Erinnerung verblasst und die Kamera zoomt wieder zurück auf den nun leeren Balkon. Sie schwenkt in die Wohnung und fängt vereinzelte Blätter auf dem Boden ein, zwischen denen ab und an ein Foto auftaucht. Paul Smith hebt diese auf und steckt sie in einen Pappkarton. Er zieht einen Trenchcoat an und verlässt die Wohnung.
Mit dem Einrasten des Türschloss, endet der Song mit “And we decided just to write after all” und man hört wieder die üblichen Stadtgeräusche.

veröffentlicht am: 21. Mai 2007 – 09:46 Uhr

Nächster Halt: Pop-Musik

Ach, zur Hölle mit meiner Indie-credibility: Ich mag Girls Aloud, Punkt. Ich besitze die komplette Diskographie und habe auch alle DVDs. (Ja, ich lasse mir sogar eine Single aus dem UK importieren.)

Dieses Phänomen, dass ein Pop-Act mich genauso fasziniert, wie es sonst nur “echte” Bands können, zieht sich durch mein gesamtes musikalisches Leben. So hatte ich damals keine Probleme, mir sowohl die neue In Flames-Scheibe, als auch das aktuelle Britney Spears-Album zu kaufen. Schmerzfrei stehen auch Aaliyah und die Arctic Monkeys in friedlicher Koexistenz nebeneinander in meinem CD-Regal. Das mag nicht jeder verstehen – ich tue es ehrlich gesagt auch nicht – ist aber nun mal so.

Die Gemeinsamkeit der mich faszinierenden Populärmusikschaffenden, liegt allerdings auf der Hand: Sie sind alle weiblich. Ich springe genau auf die Reize an, die mir die Musikindustrie vorsetzt. Wie ein Fisch im Aquarium, der mit weit aufgerißenem Maul (Schnauze, Mund?) auf den Köder zuschwimmt und mit hundertprozentiger Gewissheit ruft: “Gleich hat er mich! Gleich hat er mich!”
Damals fand ich gefallen an der, von findigen Geschäftsleuten entwickelten (und in den persönlichen Ruin gestürzten) “I’m a virgin”-Schulmädchen-Quitschpop-Marionette Britney Spears, heute kann ich mich nicht gegen die Reize der Casting-Gewinnerinnen aus dem UK wehren.

Schäme ich mich dafür? – Nein! Warum auch: “Indie” wird immer mehr zum Pop (an dieser Stelle sei gesagt: Folk ist das neue “Indie”!) und die Sugababes covern die Arctic Monkeys, die Kaiser Chiefs werden von Girls Aloud reinterpretiert und besagte Eis-Affen haben Spass an de’ Backen, wenn sie “Love Machine” von den lauten Mädels zum Besten geben. Ja, es gab sogar Gerüchte, dass Alex Turner, der Sänger der Arctic Monkeys, Interesse an einer Zusammenarbeit mit Sarah Harding, ihres Zeichens Vorzeige-Schnuckelchen von Girls Aloud, hat…

An Gerüchten ist ja meistens nichts dran. Interessant wäre es aber dennoch gewesen zu erfahren, ob meine musikalische Vorlieben eine sinnvolle Koalition mit meinen optischen Vorlieben eingegangen wären. Im Gegensatz zu den Details aus meinem Leben, werden wir das aber wohl nie erfahren.

- – -

in eigener Sache:

…and Ms. Harding, Sarah, if you’re in Germany, give me a call or write me an e-mail! Just in case you need some kind of tour guide or just someone to have a chat with. ;-)

verfasst am: 09. März 2007 – 16:19 Uhr

Retrospektive Studie #1

ca. 7 Jahre vorher:

Die Party war gut. Alle waren da. Der Kasten Jever, die 3 Flaschen Genever, der Berentzen – alles leer. Sieben Flaschen Pils gingen allein auf mein Konto. Ich merke davon allerdings nichts. Was haben die anderen eigentlich getrunken? – Egal!

Es ist neun Uhr, vielleicht auch schon zehn. Dank der Hilfe meiner beiden Sidekicks, sieht alles wieder gut aus und die gestrige Feier sieht man höchstens noch uns an. Jetzt chillen sie vor dem Fernseher. Sie haben es sich verdient und normalerweise würde ich es ihnen gleich tun, doch mein Kopf dröhnt. Nicht der Alkohol, sondern mein Gehirn sorgt dafür. Ich lege Argumente bereit, sortiere Satzfragmente, versuche mich auf alles vorzubereiten.

Gegen Mittag wird sie erscheinen. Ich konnte es einfach nicht mehr ertragen; diese Scharade einfach nicht mehr länger mitspielen. Gestern habe ich um ein Gespräch gebeten. Gleich werde ich ihre Welt zerbrechen lassen, mich selbst erleichtern. Es wird weh tun. Ihr, und mir auch – obwohl ich nur ein Außenstehender bin. Aber bin ich das wirklich? Stecke ich nicht zu tief drin?

Es klingelt! Es ist 10.30 Uhr. Sie steht schon vor der Tür…

veröffentlicht am: 27. September 2006 – 09:16 Uhr

Weiterlesen



Headphones on I made my escape. I’m in a film of personal soundtrack. I’m leaving home and I’m never gonna come back
Art Brut

© 2013 Herr Schmidt | Dieses Blog basiert auf Wordpress und verwendet das Theme Modern Clix von Rodrigo Galindez. Lesespass bieten 643 Beiträge und 7809 Kommentare. champagnerdusche!


website counter