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Frutti di Mutti

Wer hier schon länger mitliest oder zumindest mal einen Blick in meine TwitPics geworfen hat, der weiß, dass ich mich mit Freude der Mannigfaltigkeit internationaler Gaumenfreuden widme. Oder um es mit den Worten von Calli zu sagen: Isch fress’ järn’! Und, mal abgesehen von Innereien und exotischen Randspeisen wie Ameisenklöteneintopf oder Ozelotnasensoufflé, gibt es nichts, das ich nicht mag. Fast nichts!

Ich gehöre zu der Gattung Mensch, die erstmal die Speisekarte rauf und runter probiert, bevor das “Ihgitt! Bäh!”-Label aus dem Hut gezaubert wird. So wanderten schon Schnecken, Hai, Rosenkohl, Känguruh, Impala und sogar Tofu in meinen Magen. Und, Teufel auch, all das Zeug war von äußerster Schmackhaftigkeit. Es gab echt nichts, was meine Kehle wieder raufrutschen wollte… …außer (und dass an dieser Stelle jetzt eine Ausnahme kommt, überrascht ja nun wirklich auch niemanden) dieser einen Sache: Dieses Ozean-Obst-Allerlei, das man heutzutage sogar schon beim Frikadellen-Schnelltoaster seines Vertrauens bekommen kann. Das Zeug geht einfach mal gar nicht.

Rückblick: Als ich mit meiner Nasenspitze noch die Kanten unseres Couchtisches polieren konnte – ohne dabei hexenschussfördernde Bückmanöver verrichten zu müssen – bestellte sich meine liebe Frau Mama eine Pizza “Scampi”. Voller Vorfreude und mit einer gehörigen Ansammlung an Pfützen auf ihrer Zunge tauschte sie kurz darauf 10 Deutsche Mark (und da war selbstverständlich das Trinkgeld schon mit drin!) gegen das georderte Teigrad und nahm im Wohnzimmer platz. Mein Vater, der in dieser Woche nicht im Lande war und dementsprechend nichts von alledem mitkriegen konnte, fasste gleichzeitig den Entschluss meine Mutter anzurufen… …und das war der Zeitpunkt, ab dem die unheilvolle Geschichte ihren Lauf nahm: Meine Mutter legte die jungfräuliche Pizza auf den Tisch und nahm nach drei Klingellauten das Gespräch an. Ich, der zu dieser Zeit eigentlich schon hätte schlafen sollen, nutzte das Telefonschellen zum Wachwerden und begab mich – neugierig wie ich nunmal so bin – in das heimische Wohnzimmer. Ja, Freunde, und da duftete es doch verdammt nochmal richtig lecker. Während meine Mutter also mit meinem Dad den Tag Revue passieren liess, öffnete ich den Karton und machte mich über dessen Inhalt her. Den Teig ließ ich aber fairerweise unberührt und schnabulierte lediglich diese komischen kleinen Dinger weg. …alle bis auf eines. Ich wusste nicht so recht um was es sich da handelte, hielt das Zeug aber für relativ unwichtig im Gesamtkontext Pizza. Meine Mutter sah das damals™ allerdings irgendwie anders und verlor schlagartig die Lust auf ihre Bestellung als sie das gerupfte und geplünderte Ding bemerkte. Da half dann auch die von mir großzügig übriggelassene Krabbe nichts mehr. Seltsam.

Ihr seht, meine Antipathie gegen den Früchtekorb der Weltmeere war nicht angeboren. Ehrlich gesagt, ich weiß nicht mal so genau wie es dazu kam, dass ich heute eine Wurzelbehandlung bei vollem Bewusstsein durch die zierlichen Hände von Hulk Hogan einer Paella oder einem Krabbencocktail vorziehen würde*, aber so ist es nunmal: Ich komme auf das Zeug seitdem einfach nicht mehr klar.

Merci vielmals, dass Sie auch heute wieder eingeschaltet haben. Keep on rockin’! …und Tschüss!
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(Eure Fragen an mich: springform.herr-schmidt.de)

* nach näherer Überlegung: Beides Scheiß-Optionen!

Elektrizität, Baby!

Fast hätte ich mein erstes Zeugnis nie bekommen, da man mich gar nicht erst hätte einschulen können. Schuld daran war die teuflische Elektrizität der südländischen Ferienhäuser ländertrennender Gebirgsausläufer. Freunde, fast wäre ich im zarten Alter von 6 Jahren in Spanien gestorben. Und das kam so:

Meine Eltern kamen irgendwann Anfang der 80er auf die grandiose Idee, ein Haus auf einem spanischen Ausläufer der Pyrenäen zu bauen. Blick auf’s Meer, eigener Pool und am Horizont schneebedeckte Berge, während man selber bei 30°C in der Sonne liegt. Besser geht es einfach nicht. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es sich dabei um die beste Idee ihres gesamten Lebens gehandelt hatte. …nach der, mich zu zeugen, natürlich.

Jedenfalls verbrachten wir Jahr für Jahr unsere Urlaube dort (was zugegebenermaßen mit Beginn der Teenagerzeit mangels Abwechslung ein wenig zu nerven begann) und hatten auch meistens Bekannte oder Verwandte an Bord, die “Casa Schmidt” als Reiseziel gewählt hatten. Einer dieser Bekannten – wir nannten ihn immer nur “Fritz” wegen seiner Vorliebe für Öl-Sardinen* – kam bei seinem dritten Aufenthalt auf die Idee, dass ein wenig mehr Privatsphäre für sich und seine Family gar nicht mal so verkehrt wäre. Er fasste den Entschluss, sich nach einem Haus umzuschauen.

Der Umstand, dass mein Dad als Architekt und selbsternannter Eckenmaurer relativ versiert in der Einschätzung von Bauobjekten ist, kam ihm dabei natürlich gelegen. Er also meinen Vater und dieser wiederum mich eingepackt und ab ging die Besichtigungs-Tour. Hier zu klein, da zu groß und beim dritten Objekt gab es senffarbene Waschbecken und Badewanne. Da konnten dann die dunkelgrünen Fliesen auch nichts mehr rausreißen.

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Mein erstes Zeugnis

Heute vor 11 21 Jahren hat der kleine Herr Schmidt sein allererstes Zeugnis bekommen. Und das ging so:

[Herr Schmidt] beteiligte sich mitgestaltend am Unterricht. Er zeigte anhaltende Ausdauer. Er führte seine Aufgaben zügig, sachgerecht und selbständig aus. Sachverhalte faßte er leicht und schnell auf. [Herr Schmidt] fand guten Kontakt zu seinen Mitschülern. Vereinbarungen hielt er ein. [Herr Schmidt] konnte Gespräche bereichern.

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Meine Karriere als Martinssänger

Der gute, alte Martin von Tours hätte sich 397 auf seinem Sterbebett auch nicht träumen lassen, was mir 1.600 Jahre später zu seinen Ehren widerfahren sollte. Eigentlich hatte ich diesen Zwischenfall ja schon längst verdrängt, bis Silent Bob mich gestern wieder daran erinnern musste. Freunde, Solinger Martinssingen vor 12 Jahren war wie Berlin-Kreuzberg heute…

Man muss wissen, dass mir diese ganze nächtliche Zusammenrottung von befackelten Menschen, die laut singend von Haus zu Haus ziehen, um deren Bewohner mit ihren verbalen Ergüssen zu quälen, schon immer suspekt war. Ich meine, überlegt doch mal, kleine Kinder, die die Lampen anhaben und ohne Unterlass die Abendruhe mit ihren schiefen Liedern stören. Das ist doch nicht schön. Auch wenn man natürlich der Ansicht sein kann, dass dem einen oder anderen Balg zumindest ein Mal im Jahr eine Erleuchtung zu gönnen ist.

Im zarten Alter von vier fragte ich meine Kindergärtnerin, warum wir denn zwei Wochen Bastelarbeit in eine Laterne investieren, die wir nur einen Abend benutzen können. Ich argumentierte, dass die Arbeitsstunden den Nutzen weit übersteigen würden und man selbst bei einem Stundensatz von nur 1 DM (für die jüngeren Leser: Deutsche Mark – Vorgänger des Euro) weit über dem durchschnittlichen Ladenpreis einer gleichzeitig viel schöneren Laterne liegen würde. Gut, zugegeben, so war mir das damals nicht klar, aber ich wusste, dass es viel sinnvoller gewesen wäre die Zeit mit Silke im Sandkasten zu verbringen als mit Kleber und Pappe.

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Headphones on I made my escape. I’m in a film of personal soundtrack. I’m leaving home and I’m never gonna come back
Art Brut

© 2012 Herr Schmidt | Dieses Blog basiert auf Wordpress und verwendet das Theme Modern Clix von Rodrigo Galindez. Lesespass bieten 613 Beiträge und 7714 Kommentare. champagnerdusche!


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