Herr Schmidt.

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Category: Down In The Past (page 1 of 14)

Murphy seine Wichsgriffel

Ich weiß gar nicht, ob hier gerade überhaupt irgendein Digitalspielenthusiast mitliest oder ob die nicht doch noch alle mit der Rückendeckung eines gelben Scheins durch Los Santos ganoven. Aber das ist eigentlich auch egal, denn ich werde – so oder so – an dieser Stelle eine kleine Konsolenanekdote aus meiner nicht allzu verstaubten Vergangenheit ins Internetpanorama mauern:

Tendenziell habe ich mit Konsolen-, PC- und Handyspielen ungefähr so viel am Hut wie mit Facebook- und Browsergames… …oder Phablet-Fun-Apps. – Nämlich nüschts. Und dennoch kommt es immer mal wieder dazu, dass ich meine kostbare Freizeit in solch eine perfekt-gerenderte Kombination aus Einsen und Nullen stecke. Allerdings währt meine Begeisterung dafür dann meistens auch nur unwesentlich länger als die durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne einer afrikanischen Streifengrasmaus.

Dieses Jahr machte ich es aber Josef seiner Maria nach und kam jungfrauengleich zu einem Spiel, das mich mehr fesselte als meine erste Bondage-Session. Eigentlich wollte ich ja nur mal eben „The Cave“ kaufloaden… (Ihr wisst schon, das Point-and-Click-Adventure von Ron Gilbert, dem Onkel, der Maniac Mansion, Zak McKracken und den ersten beiden Monkey Island-Teile gebastelt hat. Hell, yeah!) Um dies aber überhaupt tun zu dürfen, sollte ich entweder meine Kreditkarte in einem Netzwerk registrieren, das ob seiner Sicherheitslücken mehr Netz als Werk ist, oder micht gefälligst mal eine Runde in Geduld üben und oldschoolesque eine Prepaid-Karte kaufen gehen. Ich entschied mich für Letzteres, da ich mit Fremden nicht so gerne teile. Zumindest keine Kreditkartendaten. Sie ist ja schließlich auch keine billige Hafennutte, die jeder mal benutzen kann, meine Kreditkarte.

Geduldig wie ich nunmal bin, ließ ich sofort alles fallen, schwang mich in das Schmidtmobil und vettelte formeleinsig in die schöne interessante nette Solinger Innenstadt. Kurze Zeit später, als ich mich in Jogginghose und Hausschuhen vor geschlossenen Toren sah, verwarf ich diesen wunderschönen Tagtraum allerdings auch direkt wieder, da es um 23:47 Uhr nicht nur zu spät für Einkäufe, sondern auch für Tagträume ist.

Am nächsten Tag fuhr ich dann aber wirklich in die Blade City und durchkämmte die örtliche Elektrosteppe nach einem Karten-Exemplar. Die Jagd verlief erfolgreich: Erspäht, gefangen, bezahlt, gerubbelt, eingelöst, runtergeladen – easy! So weit, so gut.
Jetzt war es aber so, dass ich mir im örtlichen Elektronikfachmarkt keine Vorbezahlkarte für 12,68 EUR auf das Spiel maßschneidern lassen konnte, sondern mit einer vorgefertigten 20,- EUR-Karte von der Stange vorlieb nehmen musste. DAS führte wiederum dazu, dass ich – nach erfolgreichem Erwerb des gewünschten Spiels – noch ein Restguthaben im Digitalregal stehen hatte. Und da dies für ein Trinkgeld etwas überdimensioniert war, musste es irgendwie anderweitig verpulvert werden.

Nach langem Hin und nur unwesentlich kürzerem Her, entschied ich mich für das Spiel „Just Cause 2“, welches gerade im konsoleneigenen Shop in der Grabbelkiste gelandet war und mein Restguthaben bis auf wenige Cent aufbrauchen sollte. Viel mehr als die Resteverwertung meines Guthabens trug eigentlich auch nicht zu meiner Wahl bei. Da war ich eher emotionslos. Zumal die einzigen Ballerspiele, die ich wirklich mag, die mit dem Prefix „Fuss“ sind.
Aber was muss, dass muss: Geklickt, gekauft, runtergeladen, installiert und mal kurz gestartet…

Damit war die Dose der Pandora geöffnet und das digitale Heroin schoss durch meine Venen. Ich. War. Süchtig. …und zwar instant! Freunde, ich verbrachte von diesem Tag an jede freie Minute damit, die Insel Panau zu erkunden und der dort vorherrschenden Diktatur ein Ende zu bereiten. Ich ballerte, sprengte, fuhr, flog, fiel, schwimmte,schwamm und schwomm. Ich suchte, sammelte, schwang, glitt, rammte und starb. Nur um direkt wieder zu respawnen und mich auf’s Neue ins Getümmel zu stürzen.

Einer der Gründe, weshalb ich mich so in diesem Spiel verlor, war das konsolenweite Achievementsystem, ein anderer, die spielinterne Fortschrittsanzeige. Ich war besessen davon, bei beiden die 100% voll zu machen. Und ich riss Prozentpunkt um Prozentpunkt an mich, kämpfte mich immer weiter an das Ziel heran und… … …

… …BEI ACHTUNDNEUNZIG PROZENT GESAMTFORTSCHRITT UND SECHSUNDNEUNZIG PROZENT DER ACHIEVEMENTS KACKTE MEINE VERDAMMTE FESTPLATTE AB!!!!!1elf
Musste Murphy seine Wichsgriffel denn gerade jetzt auspacken und an meiner Konsole rumgrabbeln?!? Ich hatte natürlich keine Datensicherung und die Daten konnten selbstverständlich nicht mehr gerettet werden… is‘ ja klar.
Tja, und so endete mein erster Anlauf, ein Spiel auf Teufelkommraus komplett zu finishen, damit, dass ich mehrere Tage meines Lebens schlichtweg vergeudet hatte. Verfluchter Mist. Hätte ich auch gleich Ziegen anstarren können. …oder die FDP im Wahlkampf unterstützen.

Und die Moral von der Geschicht‘? – Kinder geht lieber raus statt vor der Konsole zu sitzen. …oder macht gottverdammtnochmal BackUps.
Mir wird das jedenfalls nicht nochmal passieren. Ich widme mich lieber wieder anderen Dingen.
Nachdem ich Diablo 3 durch hab..
Mit allen Charakteren.
Auf allen Schwierigkeitsgraden.
Und 100% aller Achievements

Merci vielmals, dass Sie auch heute wieder eingeschaltet haben. Keep on rockin’! …und Tschüss!
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(If you liked this, please like this. Merci)

Liebe!

Es ist gerade mal 2 Jahre her, dass 2 Tweets 2 Menschen aus 2 unterschiedlichen Bundesländern, die sich erst gefühlte 2 Stunden kannten für 2 Tage zusammen führte. Aber lest selbst:

* 2010 *

„Kloppo 2010“ gab’ ich in das Eingabefeld ein und fügte die URL zu meinem Blog aus der Zwischenablage ein. Routine. Als ich allerdings greade auf `Tweet’ drücken wollte, um die Welt über meinen neuen Blogeintrag zu informieren, fiel mir eine interessante Frage in meiner Timeline auf:

Ms_TiaTia: „Hat jemand aus Düsseldorf an dem WE 19.03. bis 21.03. Zeit?“

Es handelte sich um eine junge Dame, der ich erst seit kurzer Zeit folgte, die diese Frage ins Netz sandte. Ohne groß darüber nachzudenken, kopierte ich den getippten Text aus dem Eingabefeld zurück in die Zwischenablage und antwortete ihr stattdessen:

herrschmidt: „@Ms_TiaTia Also Solingen ist jetzt nicht so weit von Düsseldorf entfernt…“

Ich meine, hey, auch wenn ich sie nicht kannte, sie sah gut aus und mein Kalender sah für Wochenenden, die 2 Monate in der Zukunft lagen keine Termine vor. Warum sollte ich mich also nicht einfach mal als ein wenig Wochenendbespassung bewerben?!? Vielleicht ein gemeinsamer Café-Besuch oder so…

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Gitarrero #3 – Meine Gitarre, der Song und ich

Was bisher geschah: #1, #2

Da wir unsere zweite Session direkt nach Schulschluss starten wollten, hatte ich mir die Gitarre schon morgens auf den Rücken geschnallt. Was für ein Gefühl! Es ist kein Gerücht, dass eine Gitarre einen Mann für die Damenwelt um die gleiche Zehnerpotenz attraktiver macht, wie eine Brust-OP die Frau für den durchschnittlichen Mann (Ihr wisst es ja, ich bin da eher Südkurve von handlebarer Naturware). Also ging ich durch die Schulflure als wäre mir die Klampfe samt Verstärker in den Schritt gewandert. So breitbeinig, da hätte John Wayne samt seinem Pferd zwischen meine Oberschenkel gepasst.

Dieses Hoch-Gefühl wurde aber selbstredend mittags mit dem allerersten Akkord wieder in Grund und Boden gestampft. Mir taten die Finger von meinem vorabendlichen Übungsmarathon so derbe weh, wie niemals zuvor. Klare Sache, auch die zweite Unterrichtsstunde bei Niklas war von wenig Erfolg gekrönt. …und auch bei der dritten und vierten lief es nur marginal besser. Immerhin hatte sich mittlerweile Hornhaut auf meinen Fingerkuppen gebildet und regelmäßiger geübt hatte ich auch, aber irgendwie hatte es den Anschein, als wären Song, Gitarre und ich in unterschiedlichen Zeitzonen: Meine Finger, der Akkord und die richtige Stelle im Song lagen immer irgendwie knapp auseinander. …und knapp daneben ist auch vorbei.

Und so schlummerte die Institution Gitarrenunterricht mit Niklas langsam ein. Zunächst wurden die Abstände zwischen den einzelnen Treffen größer und letztendlich gab ich ihm die Gitarre wieder zurück. Er konnte sich noch mehr auf seine eigenen Skills konzentrieren und ich mich anderen wichtigen Aufgaben widmen. Diablo II war ja auch gerade rausgekommen.

13 Jahre später, Freunde, es war mein 30. Geburtstag, schenkte mir die beste Miss der Welt einen Gitarrenkurs, da sie meine traurigen Blicke zu der Akkustikklampfe, die ich mir zwischenzeitlich irgendwann mal gekauft hatte, aber nicht nutzte, nicht mehr sehen konnte. Seitdem gibt es jeden Tag mindestens 20 Minuten Duell „Mann vs. Gitarre“. Vom Rockstartraum bin ich mittlerweile weg, denn ich bin ja Indie-Jahre gekommen, da wird man dann ruhiger …und lieber Singer / Songwriter.

Merci vielmals, dass Sie auch heute wieder eingeschaltet haben. Keep on rockin’! …und Tschüss!
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(Eure Fragen an mich: springform.herr-schmidt.de)

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