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Die 3 von der Turnhalle

Ihr wisst ja, ich koste in meinem Leben alles aus. So auch die Schulzeit. Während andere irgendwann nach der 10. Klasse in die Ausbildung oder die Arbeitslosigkeit wechselten, habe ich alle 13 Schuljahre vollgemacht. All you can learn – in Regelzeit und frei nach dem Motto “Abi irgendwie!”. Diesem Leitsatz folgend verbrachte ich konsequenterweise auch mehr Zeit in Solinger Cafés als in den Klassenräumen. Einzig und allein im Sportunterricht war ich immer anwesend.

Die lückenlose Bilanz in Körperlicher Ertüchtigung hatte aber nur bedingt etwas mit meiner sportlichen Affinität zu tun. Im Grunde konnte es das auch gar nicht, da ich damals™ eine ziemlich faule Socke war. Ich bewegte mich eigentlich nur, um den Cappuccino umzurühren oder die Maus über das Mousepad zu hetzen (Diablo killed my Sehnenscheide). Gut, und Headbanging natürlich. Ihr seht, im eigenen Schweiß Zirkeltraining zu absolvieren gehörte definitiv nicht zu meinen Fetischen.

Ich weiß genau was Ihr jetzt denkt: Der Herr Schmidt war immer im Sportunterricht präsent, um seine Mitschülerinnen knapp bekleidet zu sehen. Aber, mal ehrlich, schon zu meiner Zeit gingen die Schülerinnen sogar halb nackt zum Matheunterricht, trugen aber Burka und hatten Regelschmerzen sobald sie sich auf 100 Meter einer Sport- oder Schwimmhalle näherten. Das war es also auch nicht.

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Mein Freund, die Schrankwand

Schon zu der Zeit, zu der ich die Schulbank drückte, erzählte man sich in der Blade City seit Jahrzehnten Mythen und Sagen über Gian. Gian war damals™ bereits eine lebende Legende, obwohl er in dem gleichen Jahrgang einer weniger gymnasialen Schule, wie der meinen war. Um dieses vermeindliche Paradoxon zu erklären, bedarf es einer kleinen Ausführung:

Die äußere Erscheinung Gians  ist eigentlich kaum in Worte zu fassen. Es handelte sich bei ihm um einen 2,45 m großen, 1,86 m breiten, muskelbestückten Nordafrikaner, dessen Gesichtsausdruck nur drei Formen kannte: Wut, Zorn und Raserei. Würde man Gian mit einem IKEA-Möbel beschreiben, wäre er die Filiale Köln-Godorf. Würde man ihn mit einem PKW vergleichen, wäre er ein LKW. Würde man ihn mit einem Land gleichsetzen, wäre er die Eurasische Platte. Na, Ihr wisst schon.

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02.06.08

Meine Fahrtreppenphobie

Ich verrate Euch jetzt ein bis dato streng gehütetes Geheimnis. Ich nehme Euch praktisch mit in den Kern meiner Existenz und öffne die Bundeslade des Herrn Schmidt. Ich ziehe mich  – bildlich gesprochen – aus und lege mich nackt vor Euch auf den Rücken. Freunde, ich habe Angst Schiss Respekt vor Fahrtreppen. Und das kam so.

Fahrtreppe

Im zarten Alter von acht Jahren war ich in einem großen Blade City Kaufhaus, um dort nach altersgerechten Freizeitfüllern zu fahnden. Ich machte mich also mit der Absicht, für die nächsten Stunden die LEGO-Regale zu belagern, auf in die Spielwaren-Abteilung, die sich in der ersten Etage befand. Mangels Führerschein und Monatskarte hatte ich meine Mutter mit dabei. Nicht nur als Chauffeuse und Finanzier eine bereichernde Begleitung in diesen Tagen, leistete sie mir geduldig Gesellschaft, konnte aber trotz aller Bemühungen nicht mit meiner damals schon unmenschlichen Ausdauer mithalten. Eine Eigenschaft, die ich übrigens auch heute noch mein Eigen nennen darf. Allerdings spiele ich heute nicht mehr mit LEGO sondern mit erwachsenen Barbies.

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Headphones on I made my escape. I’m in a film of personal soundtrack. I’m leaving home and I’m never gonna come back
Art Brut

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