Herr Schmidt.

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Category: Privatleben (page 1 of 55)

Von dem Versuch, ein Angebot wahrzunehmen

Freunde, ich fühle mich wie in einer Live Action Roleplay Variante von „Nepper, Schlepper, Bauernfänger“.  Fehlt nur noch, dass Eduard Zimmermann um’s Eck kommt und mich korrigiert, dass die Sendung in Wahrheit „Vorsicht Falle!“ hieß.

Dabei fing alles so schön an: Ich blätterte durch das Prospekt einer weit verbreiteten Multimedia-Kaufhaus-Kette, während lauwarme Sonnenstrahlen meinen nackten Unterarm liebkosten und ein frisch gezapfter Kaffee seinen unwiderstehlichen Duft im Raum verbreitete. Im Fernsehen lief derweil ein Bericht über junge, tapsige Pandabären und das Gehalt war auch schon auf dem Konto. Alles war so perfekt! Und dann stieß ich auch noch auf ein wirklich, wirklich, wirklichwirklich, wirklichwirklichwirklich interessantes Angebot:

Mobilfunk-Angebot

LTE Internet-Flat 1000 für 4,99 €/mtl. ohne Anschlussgebühr + 75 € Gutschein Card

Diese kleine LTE-Bimmelbommelei war ideal für mein Tablet, welches sich bis dato von WLAN zu WLAN hangeln musste, um mit dem Mutterkonzern oder der NSA oder Tante Elfi ihrem Toaster zu telefonieren. Endlich unabhängig von Starbucks und dem Heimat-Funknetz der eigenen vier Wände nicht nur auf dem Handy über neue  Ergebnisse meiner Shpock-Suche nach gebrauchtem Feuerholz informiert werden. Oder sofort die aktuellen Fahrtzeiten zu Orten von Google angezeigt bekommen, zu denen ich gar nicht will. Mensch, dass wäre revolutionär! ….zumindest, wenn wir 1996 hätten. Heute wäre es nur eins: Endlich mal an der Zeit.

Also dübelte ich mein Tablet unter meine Achsel und wackelte zum offerierenden Breitband-Elektronik-Verhökerer.

Guten Tag. Ich interessiere mich für das 4,99 € LTE-Flatrate Angebot mit dem 75 €-Gutschein aus Ihrem gestrigen Prospekt.

Guten Tag. Da schaue ich doch gleich mal. … …kleinen Augenblick… … … …

Der Blick des Blauhelms Blauhemds schweifte vom Monitor zu mir und warf ein Fragezeichen in den Raum, welches er sogleich aufgriff und hinter eine Reihe Wörter stellte:

75 €, sagen Sie?

Ja, so stand es im Prospekt

Hmmm…. bei mir im System steht nur ein 60 €-Gutschein.

A-ha. Da ist mir der 75 €-Gutschein aus dem Prospekt irgendwie näher.

Hmmmm….

Der Mann in blau wechselte den Beratungstisch, fischte sich ein Prospekt vom Stapel, kam zurück, entfaltete dessen ganze Pracht, so dass seine Computerinsel fast komplett unter dem Papier verschwand und tippte auf das besagte Angebot.

Da haben wir es ja. …hm… tatsächlich: 75 €-Gutschein.

Er wandte sich wieder dem Monitor zu und begann zu tippen.

Ich kann Ihnen den gleichen Tarif – ebenfalls Vodafone – auch für 7,99 € im Monat anbieten. Dann würden Sie sogar eine Gutscheinkarte im Wert von 100 € von mir bekommen.

Seine Stimme war voller Begeisterung, seine Augen voller Erwartung. …mein Blick war voller „Willst Du mich verarschen, Du kleiner Rotzlöffel?!? 25 € mehr auf der Gutscheinkarte gleichen doch nicht mal ansatzweise 24 Monate 3 € Mehrkosten aus.„, aber meine Stimme sagte:

Warum sollte ich DAS tun?

So ganz wusste er das anscheinend auch nicht, denn er sagte mehr flüsternd als sprechend: „Na ja, höherer Gutscheinwert…“ und wandte sich wieder seinem PC-Terminal zu.

Da tippte er dann wieder fleißig auf der Tastatur, stellte mir die ein oder andere Frage nach Simkartenformat und Gerätetyp, tippte weiter herum, holte einen Umschlag mit entsprechender Simkarte, tippte weiter herum und sagte dann:

Hmmmm… das ist seltsam… Ich habe hier den Tarif – 24 Monate für 4,99 € – so wie er im Prospekt ist… …allerdings ist das dann nicht von der Anschlussgebühr befreit.

Der Verkäufer blickte mich mit großen Augen an, die direkt aus seinem blauen Hemdkragen zu kommen schienen.

Ja, dann ist da wohl was falsch in Ihrem System, würde ich mal sagen.

Das war nicht die Reaktion, mit der er gerechnet hatte, weshalb er sich lieber wieder dem Terminal widmete und auf der Tastatur rumtippte.

Ich scannte derweil etwas gelangweilt meine nähere Umgebung ab und fand ein DIN-A4-Aktions-Schnuffi von dem Provider, dessen Angebot ich zu bestellen versuchte. Darauf wurde eine LTE-Internetflat für 9,99 € monatlich, die – dank der Aktion – 24 Monate lang um 5 € reduziert und so nur 4,99 € kosten würde, beworben. …Nachtigall, Du kleiner Lump, ick hör‘ Dir trapsen!

Guter Mann, ist dieses Angebot hier“ ich zeigte auf den frisch entdeckten DIN-A4-Aktions-Schnuffi „das gleiche, was im Prospekt beworben wird?

Ja, ganz genau. So ist es.

Aber in dem Prospekt steht doch gar nichts davon, dass sich die monatliche Gebühr nach 24 Monaten erhöht.

Irgendwie schien sich der junge Mann von Minute zu Minute in seinem blauen Hemd unwohler zu fühlen. Glücklich wirkte er jedenfalls nicht, als er das Kleingedruckte des Prospekts durchlas.

Nein, da haben Sie recht. Da steht das leider tatsächlich nicht drin.

A-ha. Das ist aber eine niiiiicht ganz so unwichtige Information, oder?

Ja.

Fassen wir es mal zusammen: Ich stand in dem Geschäft, um einen Vertrag abzuschließen, bei dem bis zu diesem Zeitpunkt außer der Laufzeit nichts so war, wie es im Prospekt angepriesen wurde. Außerdem wurde noch der Versuch unternommen, mir eine Vertragsvariante anzudrehen, bei der ich mich finanziell deutlich schlechter gestanden hätte…

In mir brodelte es! Das konnte einerseits das scharfe „Chili sin carne“ vom Mittag sein oder aber diese Wut, von der ich schon so viel gehört habe.

Hören Sie mal zu, Sie kleiner Schlumpfpimmel, jetzt ist der Spaß hier vorbei. Ihre Rumkasperei können Sie sich für Kunden aufheben, die „Malen nach Zahlen“ für Hochschulmathematik halten. Sie machen mir jetzt dieses Angebot klar oder sagen hier in einer Lautstärke, dass alle Kunden auf dieser Etage es hören „Ja, werter Herr Schmidt, Sie haben völlig recht und es ist mir furchtbar peinlich das zugeben zu müssen, aber dieses Angebot existiert in dieser Form gar nicht. Es ist ein reines Lockmittel, um Kunden in den Laden zu bekommen, damit wir sie dann hier über den Tisch ziehen können.“. Und dann, wenn alle es gehört haben, darf Ihnen hier jeder mal mit einem aufgeheizten Lockenstab auf die Schulter klopfen. Verstanden, Sie Eumel?“ blitzte es in meinen Augen auf, während ich mich mit einem versöhnlicheren „Ich glaube…, ich überlege mir das lieber nochmal.“ verabschiedete.

Dann halt doch wieder von Starbucks zu Starbucks hoppen, um E-Mails abzurufen. Da gibt es jetzt ja auch diese leckeren veganen Falafel-Wraps mit Oliven-Tapenade. …und so betrachtet, macht das dann ja auch wieder Sinn, irgendwie.

Merci vielmals, dass Sie auch heute wieder eingeschaltet haben. Keep on rockin’! …und Tschüss!
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(Platz für eigene Notizen)

Lost In NRW

Ach, Freunde, herrlich! Dieses Wetter ist ja wohl mal sowas von sahnemäßig-cremig, da muss man nicht mal mehr Glitzer drüberstreuen, um ekstatische Grinsebacken zu bekommen. Was liegt also näher als bei etwas über 30 Grad die Mountainbikes zu satteln und durch die Blade City zu düsen?!? – Eben, nichts!

Wir wählten die „Tal der Wupper“-Tour, die schon im letzten Sommer einen guten Eindruck hinterlassen hat, entschlossen uns aber relativ schnell, den vorgegebenen Pfad gegen eine kreativere Variante einzutauschen. (Nein, wir haben uns NICHT verfahren! … …na gut, haben wir… …aber nur ein Mal! … …okay, okay, zwei Mal! Herrgottnochmal, wir sind doch auch nur Menschen!) Mit ein paar Extra-Kilometern auf dem Tacho kamen wir dann pünktlich zur Mittagszeit in Rüden an, wo bereits ein WDR-Kamerateam wartete. …aber natürlich nicht auf uns, sondern auf ihre Blaubeer-Pfannkuchen. Mittendrin Yvonne Willicks, die sendereigene Haushaltsexpertin. Alle zusammen drehten immer und immer wieder eine Szene für „Lost In NRW“, ein Format, das am 3. Oktober Euren Fernseher besuchen kommt. Vielleicht seht Ihr dann ja auch vier Radfahrer im Hintergrund, von denen einer wie der Klopp ausschaut. *hust*

Frisch gestärkt ging es dann weiter in Richtung Unterburg… …und die Odyssee begann! Statt gemächlich in Richtung Ziel zu fahren, landeten wir auf einem abenteuerlichen Single-Trail, der irgendwo im Nirgendwo zwischen L407 und Wupper verlief. Erst bergauf, dann steil bergab – über Wurzeln und Gestein. Rock’n’Roll!

Irgendwann waren wir dann aber doch wieder auf der ursprünglich geplanten Strecke und es ging weiter Richtung Müngsten, dann weiter an der L74 entlang in die Kohlfurth und letztendlich über den Schlagbaum nach Hause. Es war chaotisch, warm & anstrengend, aber wenn Ihr diese Fotos seht, dann versteht Ihr, dass es sich letztendlich auf jeden Fall gelohnt hat:

Wupper
Wupper 01
Wupper
Wupper 02
Schloss Burg
Schloss Burch

…und die Fotos davon, wie ich vor Schmerz weinend neben meinem Rad hocke und meinen geschundenen Hintern halte, die behalte ich lieber mal für mich.

Merci vielmals, dass Sie auch heute wieder eingeschaltet haben. Keep on rockin’! …und Tschüss!
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(„Ja, und Ihr, Ihr könnt jetzt abschalten.“)

Die besten Burger der Stadt!

…ach, was sage ich?!? Die besten Burger Deutschlands, der Welt und des Rattenkäfigs, den wir Universum nennen! Min! Des! Tens! Auf jeden Fall sind es die besten Burger, die ich jemals in meinem Leben gegessen habe! Und die gibt es hier:

Café Klatsch, Moltkestr. 2, 90429 Nürnberg

Da gibt es übrigens auch nahezu perfekten Milchschaum, leckeren Kuchen, ein tolles Ambiente und als i-Tüpfelchen: freundlichstes Personal. Und wem das alles noch nicht reicht, der wird von einer nicht-alltäglichen Kaltgetränke-Auswahl um den Verstand gebracht! Echt wahr!

Aber zurück zu den weltbesten Burgern des Universums:
Stellt Euch bitte ein Brötchen vor, das weder pappig, noch zu kross ist. Eben die ideale Backware, die beim Reinbeissen kurzen Widerstand leistet, um sich dann aber bereitwillig an den Gaumen zu schmiegen. Da packt Ihr dann saftigen Rotkohl (also known as Blaukraut), schmackofatzige Soja-Sprossen und eine formidable Erdnuss-Sauce zwischen, die einen saftigen Schatz in ihrer Mitte haben. Versucht die einzelnen Geschmäcker gleichzeitig auf Eure Zunge zu bringen, denn sonst kommt Ihr nicht mal in die Nähe dieses Geschmackserlebnisses!

Alternativ könnt Ihr Euch auch den Cheeseburger mit dem geilsten Käse-Geschmack, den Ihr Euch vorstellen könnt, oder einen unerreichbaren Barbecue-Burger in die Sinne rufen. Daneben müssen dann übrigens perfekte Pommes und frischer Salat mit der Mutter aller Dressings liegen.

…und dann, wenn Eure Pfützen aus den Mundwinkeln herausschwappen, weil die Zunge zu klein ist, dann habt Ihr genau die Reaktion, die ich hervorrufen wollte, weil nur diese angemessen ist.

…und dann sage ich allen, die bisher noch nicht auf den obigen Link geklickt haben, dass es sich beim Café Klatsch um ein veganes Restaurant handelt. … …ja, richtig gelesen: vegan. BÄM! Jetzt schaut Ihr so überrascht wie ich! Aber es ist wie es ist: Die besten Burger, die ich jemals in meinem Leben gegessen habe, waren frei von jeglicher Art tierischer Produkte!

Merci vielmals, dass Sie auch heute wieder eingeschaltet haben. Keep on rockin’! …und Tschüss!
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(Just think about it! …und geht da hin! Mehrfach! Überzeugt Euch selbst!)

 

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