Herr Schmidt.

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Eine, zwei und 100 #1 – Ziel erreicht (ein Prolog)

Mein Single-Leben entwickelt sich mittlerweile zu einem äußerst stressigen Unterfangen, muss ich feststellen. Es scheint als wären die Wochenenden ohne Party bundesweit ausverkauft. Und da es mir auch an der Frau fehlt, mit der man einen ruhigen Abend auf der Couch (im Bett, auf der Küchenarbeitsplatte…) verbringen kann statt der Einladung zu folgen, ohne direkt schief angeschaut zu werden („Wie, ruhiger Abend?!? Alleine?!? Bist Du krank?“), war ich am vergangenen Freitag wieder mal in der Blade City und dem umliegenden Rheinland unterwegs: Eine Nacht, zwei Partys (eigentlich drei, aber hey, ich gehe auf die 30 zu!) und 100 Kilometer mehr auf meinem Tacho.

Sie haben Ihr Ziel erreicht!“ – die letzten Worte meiner Navigatorin, bevor ich ihr den Saft abdrehte. Die Uhr meines Autos zeigte mir 20:13 Uhr  in gelb leuchtenden Digitalziffern an, während aus den Lautsprechern „Headlights in your rear view mirror / A panther’s eyes as he preys on fear / You hunt for love, you electioneer(Song anhören) in meine Ohren drang. Ich drehte den Schlüssel um, zog ihn heraus und mit einem Mal war es still und dunkel. Aber ich hatte mein Ziel ja erreicht. Offensichtlich.

Ich stieg aus und tauschte die Wärme des Autos gegen die fehlende Kälte der Nacht. (Aus der Rubrik: Wenn der Herbst nur auf dem Papier stattfindet) Der leichte Wind konnte mir in meiner Nachtjacke nichts anhaben und so folgte ich entspannt und doch voller Vorfreude dem Straßenschild, dessen Text ich aus der Einladung kannte. Die Hausnummern der Ein- und Mehrfamilienhäuser zogen an mir vorbei. Ihre Außenbeleuchtungen blitzten kurz auf und erloschen dann wieder, so dass ich nur einen flüchtigen Blick auf die angeschraubten Ziffern werfen konnte: 7, 9, 11, 13, 15, 17 – aber wo war die Hausnummer 14?!? Wo zum Teufel waren die geraden Hausnummern?!? Aus dem Nichts entsprang eine Vermutung. Aus der Vermutung erwuchs Gewißheit: Ich war hier irgendwie falsch. Das kommt davon, wenn man sich von Dritten sagen lässt, man hätte sein Ziel erreicht.

Glücklicherweise ist in Zeiten wie diesen die Selbstfindung aber kinderleicht und so ließ ich mich von meinem Handy mal eben kurz orten und mir meine möglichen Wege aufzuzeigen. Ja, und leck mich fett, damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet: Das gesamte Wohngebiet bestand nur aus diesem einen Straßennamen. Es sollte also ein etwas ausgedehnterer Spaziergang werden.

[Fortsetzung folgt…]

7 Comments

  1. 7, 9, 11, 13, 15, 17?
    4.8.15.16.23.42!

  2. hey, da fehlt doch die zusatzzahl! ist ja schlimmer als lotto :mrgreen: bin ich mal gespannt, wie dein spaziergang weiter ging!

  3. ich dachte schon, jetzt kommt sowas wie, „ich machte das auto wieder an und fuhr heim um dirty dancing auf vhs zu gucken.“ 😛

    na ma guggn wies weitergeht…

  4. Man hätte für sie, werter Herr Schmidt, doch besser ein Leuchtfeuer entfachen sollen. ^^

  5. Ich bin mal gespannt wie es weiter geht. 🙂

  6. Ich glaub die Zahlen werd ich morgen mal beim Lotto ausprobieren 😉

    Edit: Ok, und die Kommentare les ich mir auch noch mal genauer durch, so neu war die Idee nicht…..

  7. @ MC Winkel: Hättest Du nicht gestern Abend noch diesen Lost-Tweet gemacht, wäre ich jetzt immer noch ratlos.

    @ Pssst!: Ist ja eigentlich mehr Zahlenreihe als Zufallszahlen, näch?!?

    @ pulsiv: Dirty Dancing habe ich nur auf Super 8, werter Herr Pulsiv. Aber ich könnte nochmal Pretty Woman auf VHS gucken…

    @ der.grob: Sie sagen es, werter Herr Grob. Rauchzeichen oder Leuchtfeuer – damit kenne ich mich aus!

    @ Steffy: Und ich erst! …oh…Moment… ich weiß es ja schon. ^^

    @ Herr N.: Wann hatten Sie denn schonmal eine neue Idee, werter Herr N.?!? 😛

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