Herr Schmidt.

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Eine, zwei und 100 #2 – Top gestyled, top gedressed

Was bisher geschah: #1

Was war ich erleichtert als ich vor dem Eingang des schicken Neubaus stand, der auf den Namen 14 hörte. Ein kurzer Druck auf die Klingel, ein leises Surren und schon war ich in dem modernen Hausflur. Ab jetzt ging es aufwärts. Und zwar nach ganz oben! Ich begrüßte die Gastgeberin, das liebe Fräulein Mulan, und selbstverständlich auch den werten Herrn Grob, bevor ich mir einen Überblick verschaffte: Mindestens 700 CDs, Reißdorfer Kölsch, gefüllte Frikadellen und eine erstaunliche Frauenquote. Das ließ sich doch erstklassig an.

Ich schnappte mir also so eine Kölner Bieronade, die außerhalb des handelsüblichen Reagenzglases fast nach einem echten Bier aussah und gab mich der Festivität hin. Zu dem Getränk wurde eine Variation von Fingerfood an diversen Salaten und eine hervorragende Konversation mit den Gebrüdern Grob gereicht. Und so merkte ich gar nicht wie die Zeit und der Flascheninhalt verging. Erst beim dritten Trockenzug fiel mir die Abstinenz von Flüssigkeit auf und ich entschied mich zum Leergut wegbringen.

Was habe ich nicht schlecht gestaunt als ich mit meiner leeren Flasche vor dem Bierkastenstapel stand und eine attraktive Frau zwischen mir und den Flaschen saß. Freunde, aber genau mein Beuteschema: brünett, schlank, groß und mit einer größeren Ausstrahlung als Gorleben. In Sekundenbruchteilen spielte ich verschiedene Szenarien durch:

Szenario 1
Hingehen und einfach zwischen den Oberschenkeln hindurchgreifen. Volle Flasche herausziehen, leere hineingleiten lassen. Dabei charmant lächeln. Eine gescheuert kriegen und den restlichen Abend mit einem Eisbeutel auf der Wange verbringen.

Szenario 2
Hingehen und die Dame wortlos hochheben. Volle Flasche herausziehen, leere hineingleiten lassen. Danach die Dame wieder absetzen und gehen als wäre nichts passiert. Das Leergut an den Hinterkopf bekommen. Zwei Stunden später in der Notaufnahme wieder aufwachen.

Szenario 3
Die Dame ansprechen. Tipp von Herrn Grob seinem Bruder: „Top gestyled, top gedressed. Wo lässt Du schneidern?“ Danach…

Weiter kam ich mit meinen überflüssig detaillierten Gedankenkonstrukten nicht mehr, da mich die Hüterin des Bierkastens mit einem einfachen „Möchteste ’n Neues?“ anlächelte. Überrascht und ohne die dringend benötigte Vorbereitungszeit wurde ich wieder mal Opfer meiner Caligynephobie. Verfickte Scheiße! Ich stammelte mir irgendwas zurecht, schaffte es aber immerhin ihren Namen zu erfahren und mich vorzustellen. Die Fortführung der Konversation vergeigte ich dann auch noch auf allerhöchstem Niveau und ging stattdessen wieder zu den Herren Grob. Im Nachhinein wäre ich vielleicht doch lieber anonym geblieben…

Immerhin verließ die große Mehrheit der Damen (inkl. der Hüterin des Bierkastens) die Party bevor Herr Grob und ich uns im SingStar messen konnten. Da habe ich dann aber gescored! Immerhin. Call me Kurt Cobain. Als sich danach dann aber bei den Jackson 5 der Quellcode selbstständig umschrieb, um mir Negativpunkte geben zu können, wusste ich, dass es Zeit war die Party zu wechseln.

[Fortsetzung folgt…]

10 Comments

  1. die party zu wechseln???? bist ein party-hopper! macht sich nicht gut im lebenslauf *grins* :mrgreen:

  2. “Möchteste ‘n Neues?” – Herr Schmidt – daraus hätte man BEDEUTEND mehr machen können 😉

  3. @ Pssst!: Ich habe zu Wham! getanzt und es ins Internet gestellt. Mich stellt sowieso niemand mehr ein, sollte ich meinen aktuellen Job verlieren. Da brauche ich mir über so etwas keine Gedanken mehr zu machen, liebe Frau Pssst! 😉

    @ Herr N.: Ach, werter Herr N., man hätte aus so vielen Dingen so viel mehr machen können bei dieser Konversation…

  4. Ach *seufz*….ich könnte jetzt ja einen spassigen, abfälligen Kommentar ablassen….aber wahrscheinlich hätte ich nur dankend das Bier genommen und irgendwas unsinniges gebrabbelt, während irgendwo in meinen Hirnwindungen irgendwelche Stimmen „Du VOLLPFOSTEN“ gerufen hätten.

    Und dann hätte ich mir nachts im Bett irgendwas von Bindungsängsten vorgegaukelt und wäre peinlich berührt eingeschlafen….

    Na da bin ich froh dass ich am Freitag auf „meiner“ Party alle anwesenden Frauen schon gut und lange kannte.

  5. Angst vor schönen Frauen, Smithers?
    Ich hab‘ immer nur Angst vor Hässlichen!

    __
    [… hier der 5er für die Machokasse! :)]

  6. Hatten Sie, werter Herr Schmidt, denn keinen Souffleur mit auf der Bühne?

    Herzlich
    Ihr Erdge Schoss

  7. Und ich sach noch: Blamieren sie mich nicht vor den weiblichen Gästen, Herr Schmidt, verteilen sie keine Bierdeckel, auf denen „Herr Schmidt“ steht. Wenigstens daran haben sie sich gehalten.

  8. Wer hat denn nicht schon mal eine Konversation mit einer schönen Frau vergeigt (und auf der Gegenseite die Frau mit einem schönen Mann, oder der Mann mit einem Mann oder die Frau mit einer Frau)? Es gibt Schlimmeres. Außerdem ist es manchmal kein schlechter Einstieg, ein bisschen unbeholfen und natürlich rüberzukommen (ohne zu wissen, wie das Gespräch nun wirklich gelaufen ist). 🙂

    Darüber hinaus:@ MC Winkel: Muahahahaha! Der war zwar für die Machokasse, aber trotzdem lustig!

    Ich habe ja meine Vermutung, wie es weitergeht, aber ich behalte das für mich.
    a) will ich nichts vorwegnehmen, sollte ich denn Recht haben
    b) will ich mich nicht mit falschen Vermutungen blamieren

    😀

  9. @ Floh82: Also das mit dem Selbstbetrug, diesem elenden Schönreden, habe ich mir schon seit langem abgewöhnt. Bringt nichts! Im Gegenteil: Wenn man zwei, drei Mal so richtig Hass auf sich und sein Unvermögen hatte, macht man es beim vierten Mal anders.

    @ MC Winkel: Vor denen hab‘ ich auch Angst! Ich bin ein hoffnungsloser Fall. ^^

    @ Erdge Schoss: Diese Form der Eierspeise hatten die Gastgeber leider nicht aufgetischt, werter Herr Schoss. Aber die gefüllten Frikadellen waren ein Traum!

    @ der.grob: Aber es fiel mir schwer. Und was soll ich jetzt eigentlich mit den ganzen Bierdeckeln machen, werter Herr Grob?!?

    @ Addliss: Ich habe mir sogar mal sagen lassen, dass es irgendwie niedlich wirkt, wenn ich so verpeilt bin, aber welcher Mann will schon niedlich sein?!? 😉
    Mich interessiert jetzt ja schon, wie diese Vermutungen im Detail ausgeschaut haben…

  10. Wieso werden die weiblichen Besucher auf den Parties die Du so frequentierst eigentlich immer so mangelhaft über Dein Erscheinen gebrieft?

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