Herr Schmidt.

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Eine, zwei und 100 #3 – Kerstins Martini

Was bisher geschah: #1, #2

01:12 Uhr – neue Klingel, neuer Hausflur, neue Gastgeberin. Seit 10 Jahren und mehr kannte ich die hier anwesenden Menschen. Das war eine wilde Party im Schoß der Familie. Mich wunderte es zwar schon, dass mir nicht die Gastgeberin sondern Bathe die Türe öffnete, aber ich war auf Umarmung programmiert und so umarmte ich einfach ihn. Felixibilität ist ja so wichtig dieser Tage.

Ich bahnte mir also einen Weg durch die Bierkästen in der Küche Richtung Wohnzimmer, wo mir sogleich eine junge, brünette Frau erfreut lächelnd in die Arme stolperte. Es war Kerstin, die Veranstalterin dieser Party, die augenscheinlich die letzten fünf Stunden zu nutzen gewusst hatte. Bevor wir wieder zwei Schritte in die Küche zurück stolperten, schaffte ich es noch einen Blick auf die anderen Anwesenden zu werfen, die auch nicht mehr ganz so taufrisch zu sein schienen.

Mit Kerstin alleine in der Küche zu sein, fand ich erstmal gar nicht so schlecht und so schnappte ich mir eine weitere Bieronade – dieses Mal Früh – und nahm mit ihr am Küchentisch platz. (Der Bieronade und Kerstin) Wir unterhielten uns über vermeindliche Schnösel, diverse Oberweiten und die dekorative Wirkung von satanistischen Teppichen in deutschen Schlafzimmern. Eine Kombination, die dazu führte, dass nach und nach auch die anderen Gäste in die Küche kamen und es sich gemütlich machten. (Sofern Kühlboxen, Hocker und Bierkästen gemütlich sein können.) Einer forderte mich dann auch noch auf, von meinem vergangenen Freitag zu berichten (eine Story, die ich Euch irgendwann mal in die Rubrik „Down In The Past“ knallen werde!) und mir wurde klar, dass ich das Wohnzimmer in dieser Nacht wohl nicht mehr sehen würde. So performte ich diesen bisher ungeblogten Beitrag mit gefühlten zweihundertvierunddrölfzig Unterbrechungen, die schlussendlich beinahe in einem handfesten Brustvergleich geendet wären. Wobei das mit dem ‚handfest‘ von mir natürlich erstmal hätte überprüft werden müssen. Bin ja gelernter Brustologe und immer im Dienst…

Statt des Brustvergleichs wurde mir aber lieber Kerstins Martini über die Hose und meine Bieronade über den Tisch geschüttet. Als sich dann kurz darauf Kerstin auch noch so bückte, dass sie mir ihren minimalistisch berockten Hintern in greifbare Distanz vor die Nase hielt, wusste ich, dass diese Party jetzt beendet werden sollte. Ich musste nur noch entscheiden, ob ich mit den anderen Gästen gehe oder bleibe…

Musste ich natürlich gar nicht! Ohne überhaupt einen Gedanken an das Bleiben zu verschwenden, verabschiedete ich mich von Kerstin und fuhr nach Hause. 10 Jahre sind ja auch einfach eine viel zu lange Zeit…

1 Comment

  1. *lol*

    Kerstin hat Martini verschüttet? Und wieso weiß ich davon nichts? Hab ich so lange mit Sandra im Wohnzimmer gesessen?

    Naja…egal…um 4 Uhr morgens ins Bett zu fallen muss in meinem Alter ja Spuren hinterlassen…in diesem Fall in Form von Gedächtnisverlust.

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