Herr Schmidt.

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Geld > Liebe

Treue ist ein leerer Wahn

Und einer bleibt allein zurück

Daum tauscht Geld gegen Liebe

Drei Beispiele aktueller Überschriften zum überraschenden Weggang Christoph Daums vom 1. FC Köln. Interessanterweise wird der Bruch zwischen Daum und dem FC wie das Ende einer Beziehung beschrieben. Das unvorhergesehene Ende einer großen Liebe hervorgerufen durch die Verlockung des Geldes und des Erfolgs. Wären es nur die Kölner Medien, die derartige Formulierungen wählen, wäre es nichts besonderes, aber der Vergleich findet überregional statt.

Aus heiterem Himmel hat Christoph Daum die Verantwortlichen über das Ende der gemeinsamen Geschäftsbeziehung informiert. Mit einem einzigen Anruf hat er es geschafft die komplette Zukunftsplanung des Dream-Teams zu zerstören. Und während er sich nun voll und ganz seinen neuen, großen Aufgaben widmet, scheint es als würde er keinen Schulterblick zurück wagen. Der Verein, der ihm angeblich so am Herzen liegt / lag, geht ihm nun am Arsch vorbei.

Er hat damals™ dafür gesorgt, dass Lukas Podolski zum FC zurückkommt und den Verein zu einer riskanten Investition verleitet. Investitionen in eine gemeinsame Zukunft, die nun nicht mehr existent ist. Selbstverständlich hat der 1. FC Köln mit Poldi einen Spitzenspieler zurück, der dem Verein viel bringen wird; das ist alles andere als eine Fehlinvestition. Und dennoch hat die Sache einen bitteren Beigeschmack, denn Lukas Podolski ist nicht nur wegen Hennes und den Fans zurückgekommen sondern auch wegen Christoph Daum.

Der Ex-Trainer schaut derweil nach vorne und gibt der Presse zu verstehen, er habe ein „geordnetes Haus“ zurückgelassen. Diese Einschätzung zeugt von fehlender Reflektion. Natürlich war das Haus unter seiner Mitwirkung geordnet, aber eine Kündigung lässt diese Ordnung doch sofort in Trümmer aufgehen. Für ihn war es wahrscheinlich eine längerfristig geplante Aktion. Daum konnte entsprechende Vorbereitungen treffen und hat jetzt nur noch lästigen Papierkram zu erledigen. Der zurückgelassene Verein wurde aber mit voller Breitseite erwischt und muss jetzt zusehen, wie alles wieder in die Bahn kommt.

Und warum?!? – Wegen einer Gehaltserhöhung, einem Karriereschub. Da stellt man sich doch zwangsläufig die Frage, ob die Liebesbekundungen zu dem Verein und der Stadt sowie alle Treueschwüre für die Zukunft nicht erstunken und erlogen waren. Ich meine, er hätte mit seinen 2,4 Millionen per anno sehr gut leben können und hätte auf eine Million mehr verzichten können, wenn es wirklich eine Herzensangelegenheit gewesen wäre. Aber offensichtlich leben wir in Zeiten, in denen Karriere, Erfolg und Geld blendende Substitute für persönliches Glück sind.

Ich danke Christoph Daum für seine Verdienste und wünsche dem FC aus tiefstem Herzen, dass er schnell wieder Ordnung geschaffen hat, um dann gestärkt in die kommende Saison starten zu können.

5 Comments

  1. Ich verstehe zwar nichts von Fussball, werter Herr Schmidt, aber ich freue mich so dass Sie auch wieder da sind!

    herzlichst und zwei doofe ein Gedanke

    Ihre DiVa

  2. Ich Personifizierung der Kritik an der geheuchelten Liebe des Heute und Anhänger antiker, ausgestorbener Romantik des Unnerreichbaren, habe ja schon immer gesagt dass Liebe sich zu Geld verhält, wie Zufriedenheit zum Lotto spielen. Das eine leben, während man gierig auf das andere schaut…um im geeigneten Moment, nämlich dem in dem Letzteres erfolgreich ist, das Erstere zu verlassen und Letzteres zu leben. Wie es der Zufall will, kann die Geschichte aber auch nach hinten losgehen – übrigens wie bei Podolski!
    Denn den Lotto-Gewinn beim bayrischen Würstchenverein zu leben, konnte für einen Herzensmenschen wie Poldi nicht lange gut gehen….und so sehnte er sich wieder nach der kleinen Zufriedenheit beim heimelichen (Ä)FC.

    Da wären wir auch wieder bei der Romantik….letzten Endes hat die Liebe gesiegt….zumindest bei Poldi!

  3. Ach Herr Schmidt, der Herr Daum hat doch nicht zum ersten Mal gelogen…, er hat doch auch nie Drogen genommen!
    Und meine Trainer-Empfehlung für den FC: Lodda Maddäus *muhahaahaaa*

  4. Ach, lieber Herr Schmidt, „man kann ein großes Gehalt haben und trotzdem ein Mensch ohne Gehalt sein.“ (Nein, ausnahmsweise mal nicht von mir.) Aber sagen Sie mal ehrlich, wenn wir beide die Wahl hätten zwischen Köln und Türkei – Sie würden doch sofort anfangen mir einen Bikini zu häkeln, gell?

    Herzlich und gehaltvoll
    Ihre FrauvonWelt

  5. @ Die DiVa: Ich kann Sie doch unmöglich hier alleine lassen, liebe DiVa.

    @ Floh82: Solche Sonderfälle wie Poldi sterben aber weiter aus. Feste Bindungen überlange Zeit, sei es privat oder beruflich, verlieren an Bedeutung. Es wird immer nur gesucht. Höher, schneller, weiter. Dabei wollen alle nur ankommen.

    @ Sabine: Hm…vielleicht hat auch das was mit seinem Wechsel zu tun. Er bekommt dort wahrscheinlich bessere Konditionen bei den Deal…Dönerverkäufern seines Vertrauens. 😉

    @ FrauvonWelt: Das, liebe Frau von Welt, ist ein Zitat, dass man sich in aldeutscher Schrift auf den Bauch tätowieren lassen sollte! Spricht mir aus der Seele und ist wunderschön.
    Ich muss Sie leider enttäuschen: Wenn ich die Wahl hätte, würde ich die Domstadt vorziehen.

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