Herr Schmidt.

celebrating the irony since 1982

Gitarrero #1 – Highway To Em

Kinder, als ich im Jahre 2003 mit der U-Bahn in Richtung Uni fuhr, konnte ich nicht ahnen, wie nah ich Eurer Mutter kommen sollte… …oh, sorry… falscher Anfang! Nochmal:
Freunde, als ich im Jahre 1999 mit dem Bus in Richtung Schule fuhr, konnte ich nicht ahnen, wie nah ich meinen ersten Gitarrenversuchen kommen sollte. Damals™ hatte ich „Nightfall In Middle-Earth“ im Gedächtnis und „Ecliptica“ auf den Ohrstöpseln, ein „Heart Of Steel“ und die Pickel des Todes. Ich war im Bullseye meiner Upper-Class-Power-Metal-Computer-Nerd™-Phase als Folgendes geschah:

Wie jeden Morgen stand ich an der Bus-Haltestelle der Linie 682, um auf meinen Chauffeur und seinen extralangen Benz zu warten, hatte eine frisch zusammengestellte MiniDisc (MiniDisc!!!! Kann man gar nicht genug betonen! MINIDISC!!! Irre Erfindung!) mit allem was Krach macht auf den Ohren und fummelte gerade das 14. PocketCoffee aus seiner Verpackung, als Niklas zu mir trat. Niklas wohnte unweit von mir, ging in die gleiche Jahrgangsstufe wie ich, hörte ebenfalls alles, was irgendwie mit elektrischen Gitarren und unmenschlich schnellen Double-Basses zu tun hatte, und gehörte schon allein deswegen zu den Menschen, mit denen ich gerne meine Zeit verbrachte. Ich warf ihm mein letztes PocketCoffee rüber und schon ging es los:

„Hast Du schon die neue Primal Fear gehört?“
„Kennst Du Freedom Call?“
„Ist Colony nicht ein geiles Album?“
„Hast Du die neue Metal-Hammer schon?“

Immer hin und her. Zwischendurch die Kopfhörer geteilt, ein Lied ausgewählt und angespielt. Das Übliche. Keine Frage, dass die Busfahrt wie im Flug verging. Zumindest tat sie das normalerweise! Doch an diesem besagten Tag, kam folgender Satz aus meinem Mund:

„Das wäre schon geil, wenn ich mit dem 6-Saiter rocken könnte. Irgendwann muss ich da mal Unterricht nehmen!“

Ich sollte an dieser stelle vielleicht kurz erwähnen, dass Niklas ein begnadeter Gitarrero war und gerade seine 2. Band am Start hatte, mit der er regionale Erfolge verzeichnen konnte, um seiner Reaktion das nötige Gewicht zu verleihen:

Na, is‘ doch kein Ding. Ich hab‘ noch meine alte Klampfe und ’nen kleinen Verstärker. Heute Nachmittag treffen wir uns bei mir und dann fangen wir mit dem Gitarre-Lernen an.“

Ich fühlte mich, als hätte der Bus eine Vollbremsung gemacht und mich in den Sitz gedrückt. Ich Gitarre lernen?!? Das war natürlich ein großartiges Angebot und Rock’n’Roll, aber gleichzeitig war da auch dieser Respekt vor dem fremden Instrument. Freunde, mir sagte der Kackstift der Blamage „Guten Tag“.

[Fortsetzung folgt…]

Merci vielmals, dass Sie auch heute wieder eingeschaltet haben. Keep on rockin’! …und Tschüss!
___
(Eure Fragen an mich: springform.herr-schmidt.de)

5 Comments

  1. “Kennst Du Freedom Call?”
    Was antwortet man auf so eine fiese Frage?
    „Äh… nein! Natürlich nicht.“ (Offensichtlich eine Lüge.)
    Oder besser: „Ja, leider.“

    Die neue Primal Fear soll aber gut sein.

  2. Herr Schmidt

    7. Februar 2012 at 16:07

    @ Christian S.: Da haben Sie aber Recht, werter Herr Grob S. …würde ich mir niemals live reintun, diese Freedom Call. Nicht mal als Vorband. …und nicht mal mit Ihnen als Konzert-Bro, der links neben mir steht. Niemals! *hust* *pfeif*(Meinen Sie, dass war glaubwürdig?!?)

  3. Ich glaube ich kenne Niklas…

    Bei mir war es kein Niklas, sondern ein richtiger Lehrer der mir zwar nicht beibrachte wie ich Gitarre spiele, aber dafür wie ich ein Keyboard malträtiere und dabei musikalischer Genuss zu hören war.
    Allerdings hörte ich recht schnell wieder auf…meine Zukunft sah ich nicht im Musikgeschäft. Eher mit Freunden im Freien. Heute bin ich darüber etwas traurig….Keyboard wäre ein guter Einstieg gewiesen um mein absolutes Trauminstrument zu beherrschen. Das Klavier.

    So bleibt mir nur die Erinnerung an einen Spielfehler bei der Hochzeit meiner Eltern….

  4. Oboe, werter Herr Schmidt, hat Sie nicht so interessiert?

    Herzlich
    Ihr Holzblas Fachhandl

  5. Herr Schmidt

    8. Februar 2012 at 9:01

    @ Floh82: Ich glaube auch, dass Du Niklas kennst. ^^
    Lange vor dem obigen Ereignis versuchte ich auch einst das Keyboard in den Griff zu bekommen, aber DAS ist ja wieder eine andere Geschichte.
    …und so ein Klavier kriegt man auch nur ganz schlecht mit an das Lagerfeuer am Strand. 😉

    @ Erdge Schoss: Oboe… sind das nicht die Herren mit Weste und Tablett, die mir meinen Pinot servieren, werter Herr Schoss?!?

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