Herr Schmidt.

celebrating the irony since 1982

Gitarrero #3 – Meine Gitarre, der Song und ich

Was bisher geschah: #1, #2

Da wir unsere zweite Session direkt nach Schulschluss starten wollten, hatte ich mir die Gitarre schon morgens auf den Rücken geschnallt. Was für ein Gefühl! Es ist kein Gerücht, dass eine Gitarre einen Mann für die Damenwelt um die gleiche Zehnerpotenz attraktiver macht, wie eine Brust-OP die Frau für den durchschnittlichen Mann (Ihr wisst es ja, ich bin da eher Südkurve von handlebarer Naturware). Also ging ich durch die Schulflure als wäre mir die Klampfe samt Verstärker in den Schritt gewandert. So breitbeinig, da hätte John Wayne samt seinem Pferd zwischen meine Oberschenkel gepasst.

Dieses Hoch-Gefühl wurde aber selbstredend mittags mit dem allerersten Akkord wieder in Grund und Boden gestampft. Mir taten die Finger von meinem vorabendlichen Übungsmarathon so derbe weh, wie niemals zuvor. Klare Sache, auch die zweite Unterrichtsstunde bei Niklas war von wenig Erfolg gekrönt. …und auch bei der dritten und vierten lief es nur marginal besser. Immerhin hatte sich mittlerweile Hornhaut auf meinen Fingerkuppen gebildet und regelmäßiger geübt hatte ich auch, aber irgendwie hatte es den Anschein, als wären Song, Gitarre und ich in unterschiedlichen Zeitzonen: Meine Finger, der Akkord und die richtige Stelle im Song lagen immer irgendwie knapp auseinander. …und knapp daneben ist auch vorbei.

Und so schlummerte die Institution Gitarrenunterricht mit Niklas langsam ein. Zunächst wurden die Abstände zwischen den einzelnen Treffen größer und letztendlich gab ich ihm die Gitarre wieder zurück. Er konnte sich noch mehr auf seine eigenen Skills konzentrieren und ich mich anderen wichtigen Aufgaben widmen. Diablo II war ja auch gerade rausgekommen.

13 Jahre später, Freunde, es war mein 30. Geburtstag, schenkte mir die beste Miss der Welt einen Gitarrenkurs, da sie meine traurigen Blicke zu der Akkustikklampfe, die ich mir zwischenzeitlich irgendwann mal gekauft hatte, aber nicht nutzte, nicht mehr sehen konnte. Seitdem gibt es jeden Tag mindestens 20 Minuten Duell „Mann vs. Gitarre“. Vom Rockstartraum bin ich mittlerweile weg, denn ich bin ja Indie-Jahre gekommen, da wird man dann ruhiger …und lieber Singer / Songwriter.

Merci vielmals, dass Sie auch heute wieder eingeschaltet haben. Keep on rockin’! …und Tschüss!
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(Eure Fragen an mich: springform.herr-schmidt.de)

7 Comments

  1. Das ist jetzt aber eine sehr schöne Geschichte mit einem romantischen Ausgang geworden! Das habe ich nun so gar nicht erwartet.

  2. Diablo vs. Gitarre….das ist aber auch ein harter Kampf!

  3. Herr Schmidt

    27. Februar 2012 at 11:33

    @ FrauOlsen: Freut mich, dass ich Dich noch überraschen konnte. 🙂

    @ Floh82: …und er wird bald wohl einen Rückkampf bekommen. Diablo III steht ja (hoffentlich) schon in den Startlöchern. O_O

  4. Wir sollten eine Fernbez… -band(!) gründen.
    Ich hab auch seit einigen Monaten vermehrt fingerlicherseits mit einer Gitarre zu tun und die schreit nach Gesellschaft. Songwriting ist prima. Und mit Songwriting meine ich Quatschtexte schreiben und dabei Beers trinken.

    Dabei?

  5. Herr Schmidt

    1. März 2012 at 21:50

    @ Parkster: Eine Fernband klingt… fantastisch! Denn dann kann ich mein fehlendes Talent immer auf „die schlechte Skype-Verbindung“ oder „Fehler in der Datei“ schieben. …allerdings finde ich jevern ohne Anstoßen irgendwie un-rockig. ^^

  6. Jevern?!? Meinst Du Deine Liebste könnte das „Jevern“ für mich übernehmen? Ich trink dann hier meine Bieronade und schrammel und „Fehler in der Datei“ wären dann doch auch für mich eine gute Ausrede… oder so… ich such mal die Recording-Software raus.

  7. Herr Schmidt

    15. März 2012 at 9:45

    @ Parkster: Hm, also meine Miss ist jetzt auch nicht so die Südkurve was Jevern angeht, aber dann trinke ich halt für Dich mit. …dann werden die Texte auch… öhm… besser. ^^

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