Herr Schmidt.

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Kloppo 2010 #2 – "2 Flaschen Sekt für 160 Euro"

Was bisher geschah: #1

Noch nie hatte man ein Fussballtrainer-Double so schön schnurren gehört, wie in diesem Moment. Kloppo wurde zu Schnurro und die Welt fing an zu leuchten. Vielleicht hatte aber auch nur ich die Lampen an. Um diese Uhrzeit konnte ich das nun wirklich nicht mehr auseinander halten. Im Gegensatz zu den beiden Damen, die ich durchaus separiert bekam: Die Borussin links, Katharina rechts und das fette Grinsen zwischen meinen Ohren. Manchmal ist das Leben eben doch so, wie es in volkstümlichen Schlagern besungen wird.

Du, Kloppo, wir gehen nochmal zu unseren Arbeitskollegen auf die Tanzfläche. Die vermissen uns bestimmt schon und machen sich Sorgen.“ wurde ich etwas unsanft aus dem Genuß des Moments herausgerissen. „Aber die sehen Euch doch regelmäßig und ich muss morgen wieder nach Dortmund.“ spielte ich das Spielchen auf Sieg als handele es sich um eine Partie ‚Hotel‘, bei der ich das ‚President‘ besaß. „Wir sehen uns doch gleich wieder!“ war die tröstende Reaktion, die mit einem beruhigenden Streicheln meines Haars untermauert wurde. Dann noch ein synchron ausgeführter Kuss auf meine Wangen und die Ladies gingen zurück auf den Tanzflokati.

Weiß der Geier welcher Spaßvogel mir die rosa Brille aufgezogen hatte als ich mich wieder mit dem Gesicht zur Theke wenden wollte, aber ich war zu diesem Zeitpunkt mit einer solch positiven Grundstimmung upgegradet worden, dass ich tatsächlich auf „Hey, drink dochma hiar einsss vom midt. Willldy Schaicö nich allleinedrink’n!“ reagierte. Der bierbäuchige, unrasierte Typ neben mir schwankte auf seinem Barhocker als sei er ein Hochaus, in das gerade ein Flugzeug gerauscht ist. (uh, bös‘!) Aber, hey, ich hatte Flugzeuge im Bauch. Wir waren also Brüder im Geiste. Warum also nicht?!?

Alter, warum bestellst Du Dir denn hier den ganzen Mist, wenn Du es dann doch nicht alleine trinkst. Und was ist das überhaupt für’n Zeug?!?“ Es war Vodka mit der guten, alten Ahoi-Brause – das war mir klar, aber mir war nach Konversation. Deshalb fragte ich auch nochmal nach, wie man diesen Pausensnack für Gesamtschüler denn nun artgerecht inhalieren muss. „Du schmaissstdy Brauseschaicö innen Kopp unspüllllstden Vodka hinnahär!“ Abgemacht! „Weißu eigntlisch wiedu ausssiest?!? Wiedär Klopp! Nuuur sssin Deinne Haaarr_e sssu langk!“ Auf diese Erkenntnis hoch die Tassen und überhaupt, „Ich bin der Herr Schmidt!“ „Dik!“ „Dick?!?“ „Drk!“ „Dork?!?“ „Drrk!“ Ah, Dirk!

Dirk war offensichtlich von meinem Interesse an seinem Namen so gerührt, dass er sich verpflichtet fühlte mir Einblicke in seine intimsten Erlebnisse zu verschaffen: Kaum hatte ich den Mund voll mit dem brodelnden Brause-Vodka-Dreck, fing er an von seinem letztjährigen Besuch auf der Herbertstraße in Hamburg zu erzählen. „Da ‚abisch mirr vonso’ner Nutte ein‘ Kauen lass’n! Für fuffzscheuro!“ Nie!… Nie fiel mir Schlucken schwerer als in diesem Moment. Wer weiß, was ich noch alles hätte erfahren müssen, wäre ich nicht gerettet worden: Mein guter Freund Wum, der meine Situation wie ein geschulter Bodyguard einzuschätzen wusste, verschaffte mir verbal einen sicheren Ausgang, noch bevor Dirk richtig loslegen konnte. Freundlich, aber zügig verabschiedete ich mich in Richtung der beiden Mädels. Das hinderte Dirk aber nicht daran das letzte Wort haben zu wollen, und so rief er mir noch hinterher: „Dy dummänNuttn hab’n denbilliegst’n Fusssel beställlldt! 2 Flaschn Sext fürr hunnatsächzickeuro! Hä hä hä“ Herr Ober, einmal Vergessen bitte! Aber dopio!

[Fortsetzung folgt…]

7 Comments

  1. Notiz an mich selbst:
    Demnächst Herrn Schmidt und Wum folgen und nicht bei Kerstin, Sandra und dem Rest bleiben. Herr Schmidt erlebt einfach sooooo viel lustigere Sachen.
    Und Dirk? Hey…vielleicht war das ja ein ehemaliger Nachbar von mir.

    Notiz Ende.

  2. „…Nie fiel mir Schlucken schwerer als in diesem Moment.“ Ich glaube hier wäre ausspucken auch eine Alternative gewesen 😉

  3. Nee Danke Herr Schmidt, jetzt bin ich tatsächlich schlauer als vorher! Aaaaargh!

  4. Bitte gerne einmal als Podcast, aber pronto!

  5. Du bist der Lude, ganz klar 🙂

    Und Wodka-Ahoi.. Ich mein, ich trinks ab und an mal ganz gerne. So gegen Nachts um 3 an der Kirmestheke… 😀

  6. Alles völlig egal – Hauptsache Sie scoren, Smithers!

  7. @ Floh82: Du warst an dem Abend nicht betr…äh gänzlich ohne Alkoholeinfluß, oder?!? So einen hätte ich gebrauchen können. 😉

    @ der Kaiser: Aber wie hätte das denn auf die anderen anwesenden Leute gewirkt?!? Man muss doch die Conte-Dingsbums bewahren. ^^

    @ Sabine: Ja, Mensch. Dann kann ich ja nur noch hoffen, dass der dritte Teil Klarheit für Dich bringen wird.

    @ ChliiTierChnübler: Echt jetzt?!? Ich könnte das vielleicht in Wiesbaden live lesen und dann… Hm… Danke für diese Idee!

    @ Smikey: Ich bin ein Freier der Umstände – wenn überhaupt. …und mit Wodka-Getränken kannst Du mich jagen. Ich trinke ja sowieso eher selten Alkohol und dann Bier oder Wein.

    @ MC Winkel: Da muss man aber schon das Gehirn mit Domestos ausspülen, um sofort nach so einer Story (habe hier ja nur die jugendfreie Kurzfassung seiner Erzählung hingeschrieben) wieder ans Scoren denken zu können. ^^

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