Herr Schmidt.

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Lacuna Coil

Es ist noch nicht so lange her, da stellte ich fest, dass ich aus dem Power-Metal herausgewachsen bin. Grund für diese Erkenntnis war die Tatsache, dass mich Gamma Ray und Freedom Call live nicht wirklich gut unterhalten konnten (hier nachzulesen). Am vergangenen Mittwoch stand nun eine weitere Band meiner Jugend zur Bewährungsprobe auf der Bühne: Lacuna Coil.

Bevor die Italiener aber auf die Bühne durften, bekamen zwei Vorbands ihre Chance das Publikum zu überzeugen. Den Opener machten dabei die deutschen Death-Metaler Deadlock. Obwohl die Kombination eines männlichen Growlers mit einer clean singenden Frontfrau relativ unkreativ ist, begeisterte mich die Band von Anfang an. Das lag vor allem an der Stimmfarbe von Sabine Weniger, die mich doch sehr an Hayley Williams von Paramore erinnerte. Als dann später auch noch genrefremde Techno-Beats in die Songs eingebaut wurden, hatten Deadlock mit mir einen neuen Fan gewonnen.

Die zweite Vorband waren Dommin aus Los Angeles. Die vier Jungs versuchten sich an einer Goth-Rock-Nahtstelle zwischen Sisters Of Mercy und HIM, scheiterten daran aber kläglich. Zwar war die aktuelle Single „My Heart, Your Hands“ mehr als gefällig, wurde aber sonst von uninspirierten Melodien und abgegriffenen Textfloskeln umrahmt. Hinzu kam dann noch dieses allgegenwärtige Gefühl, den Jungs ihren Auftritt und ihre Musik nicht abkaufen zu können. Bestärkt wurde ich in dieser Einschätzung durch ihre Coverversion von – festhalten! – „(I Just) Died In Your Arms“… puuh!

Nach Dommin wurden die anwesenden Zuschauer mit einer lächerlich langen Umbaupause inkl. Soundcheck gequält. Entweder hatten die Roadies immense technische Probleme oder aber es waren blutige Anfänger. Aber was lange währt, wird ja dann doch irgendwann irgendwas und im Idealfall eben halt gut. Und gut war der Beginn von Lacuna Coil auf jeden Fall: Erwartungsgemäß eröffneten die Italiener mit „Survive“ und legten dann „Underdog“ nach. Ärgerlich war dabei, dass das Mikro von Frontfrau Cristina Scabbia  zu leise war. Dieser Umstand wurde dann aber korrigiert und einem kurzweiligen Konzertabend stand nichts mehr im Wege.

(Diese und weitere Fotos bei Flickr)

Kurzweilig beinhaltet ja nicht nur weilig sondern auch kurz und genau das war der Auftritt leider auch: Nach ca. 75 Minuten reiner Spielzeit, die durch „Kostümwechsel“, kurze Umbaupause und VonderBühnegehenumeineZugabeeinzufordern auf knapp 90 Minuten gestreckt wurde, war Schluß. Ein paar Minuten mehr hätten da nicht geschadet. Besonders wenn man bedenkt, dass nicht ein einziger Song von „In A Reverie“ zum Besten gebracht wurde. Aber in der Gesamtheit war es ein sehr feines Konzert und ich weiß jetzt, dass ich aus Lacuna Coil noch nicht herausgewachsen bin. Irgendwie beruhigend zu wissen.

Merci vielmals, dass Sie auch heute wieder eingeschaltet haben. Keep on rockin’! …und Tschüss!

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(Eure Fragen an mich: springform.herr-schmidt.de)

4 Comments

  1. Ganz schön nebelig die Bilder, oder ist meine Brille wieder schmutzig? 😛

  2. Na kurz – das passt doch 😀

  3. Ich hatte ja damals (I just) died in your arms als 45er Maxisingle…

  4. ich beneide euch nrw-ler für eure events… ehrlich! bei uns treten ja nur laschies auf…. (sohnemann geht nächste woche mit seinem erzeuger auf ein scooter-konzert nach rastatt! ob ich ihn nun enterben soll???) 😉

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