Herr Schmidt.

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Maximo Park – Books From Boxes (Herr Schmidt's Cut)

Dieser Kommentar hat mich dann doch zu sehr inspiriert. Eine einfache Antwort hätte da nicht gereicht.
Wenn ich also Regisseur wäre, würde mein „Books From Boxes“-Video so aussehen:

Zeitraffer: Tag wird zu Nacht. Hektische Autolichter schnellen über eine Strasse. Die Kamera schwenkt langsam über die Stadt. Man hört die üblichen Stadtgeräusche (Autos, Hupen, etc.).Die vereinzelt aufleuchtenden und wieder erlischenden Lichter wirken hektisch. Die Kamera beendet ihren Rundflug an einer geöffneten Balkontür und der Zeitraffer wandelt sich zu einem Standbild. Die Stadt steht still und „Books From Boxes“ setzt ein.
Paul Smith steht in der Türe und starrt hinaus über die Stadt. Verzweifelt singt er die Zeilen. Als er bei „And all I know is that you’re sat here right next to me“ ankommt, wendet er seinen Blick in die nahezu leere Wohnung.
Rückblende: Man sieht Szenen aus dem gemeinsamen Leben von Paul und seiner Freundin: Einzug in die Wohnung, gemeinsame Abende voller Liebe, gemeinsame Abende voller Gewohnheit, Streit. Die Protagonisten sind dabei wie Geister auf die leere Wohnung projiziert.
Die Erinnerung verblasst und man sieht Paul Smith. Er steht immer noch in der offenen Balkontür und sieht hinaus. Diesmal fällt sein Blick direkt auf die Strasse vor dem Haus. In Zeitlupe fällt ein einzelner Regentropfen auf den Asphalt. In dem Moment, wo er auf den Boden aufschlägt, läuft die Zeit wieder in Echtzeit.
Rückblende: Es regnet in Strömen. Die Kamera zoomt von dem Asphalt zurück. Auf der eben noch leeren Strasse steht nun ein Taxi und die Protagonistin stürzt sich in die geöffnete Türe und schließt diese hinter sich. Aufgeregt und wild gestikulierend stürzt Paul Smith aus der Haustüre und will sie aufhalten. Das Taxi fährt weg.
Die Erinnerung verblasst und die Kamera zoomt wieder zurück auf den nun leeren Balkon. Sie schwenkt in die Wohnung und fängt vereinzelte Blätter auf dem Boden ein, zwischen denen ab und an ein Foto auftaucht. Paul Smith hebt diese auf und steckt sie in einen Pappkarton. Er zieht einen Trenchcoat an und verlässt die Wohnung.
Mit dem Einrasten des Türschloss, endet der Song mit „And we decided just to write after all“ und man hört wieder die üblichen Stadtgeräusche.

veröffentlicht am: 21. Mai 2007 – 09:46 Uhr

4 Comments

  1. najaaaaaa… nicht falsch verstehen, aber wäre das nicht vielleicht ein bißchen "platt"?

  2. Platt?!? – Mag sein, wenn Du es auf die Nähe zu den Lyrics beziehst. Ich finde nun mal, dass dieser Song es verdient hat, dass man die wundervollen Textzeilen untermauert. Ein progressives Video hätte da meiner Meinung nach nicht zu gepasst.
    Wie sollte das Video denn Deiner Meinung nach sein?

  3. die lyrics verfilmen ist echt n bißchen platt. dann wären die videos zu jeder zweiten ballade gleich, was ja irgendwie langweilig wäre, findste nicht? lieber geile ideen verfilmen, rumspacken oder wenn selber keine geilen ideen vorhanden sind welche einkaufen.
    wie langweilig wäre denn das großartige apply some pressure-video wenn da auch einfach nur die lyrics verfilmt worden wären?

  4. Ja, "Apply Some Pressure" war und ist ganz groß!
    Ich habe mir mal Gedanken dazu gemacht, wie ein Video zu dem Song aussehen könnte, das sich vom Mainstream weiter entfernt:
    Ich stelle mir einen beigen Hintergrund vor, auf dem ein handgemaltes (unsauberes) Rechteck zu sehen ist. In diesem Rechteck werden zwei skurrile aber liebenswert-laienhaft gezeichnete Wesen eine Geschichte (keine Liebesgeschichte!) erleben. Das ganze wird dann per Stop-Motion gefilmt. Dadurch wabert das Rechteck bei jedem neu gezeichneten und gefilmten Bild ein wenig. Am Ende des Songs bricht eines der Wesen aus dem Rechteck aus und verlässt das Bild. Die Kamera fährt zurück und man erkennt, dass es sich bei dem beigen Hintergrund um eine Buchseite handelt. Eine Hand schlägt das Buch zu, verstaut es in einer Kiste. Die Frau nimmt die Kiste und geht aus dem Zimmer.

    Eher Dein Geschmack? 😉

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