Herr Schmidt.

celebrating the irony since 1982

Mikroboy live

Ich hab‘ mich öfter schon gefragt / warum man manche Zeiten mag / und manche Zeiten eben nicht / und man oft fast daran zerbricht.

In einer Zeit, in der ich dem Aufgeben näher war als dem Durchhalten, bin ich durch Zufall auf eine junge Band namens Mikroboy gestoßen. (remember?!?) Damals™ haben mich die wunderbaren Indie-Pop-Stücke mit ihren Elektro-Anleihen sofort in ihren Bann gezogen. Viel wichtiger als die Musik waren zu jener Zeit aber die Texte: Frontmann Michael Ludes sang doch irgendwie die ganze Zeit von meinem Leben. So kam es mir zumindest vor. Ja, und wer mich kennt, der weiß, dass mir nichts besser hilft als ein guter Song, um aus einer miesen Situation herauszukommen. Mikroboy lieferten ihn; meine persönliche Hymne: „Raus Mit Der Schlechten Luft, Rein Mit Der Guten“. Ich wusste, wenn die Jungs (und das Mädel) in Blade City Nähe spielen würden, würde ich anwesend sein. Gestern war es dann soweit:

Zusammen mit Herrn Grob kehrte ich an den Tatort – das Blue Shell – zurück, um zu sehen wie Mikroboy und deren Supportband Cargo City die Bühne rocken würden, auf der einst die Szenegrößen (und ich) ihre Lesung dargeboten haben. Wir nahmen zunächst mal an der Theke platz und durften überraschend die Bekanntschaft mit dem Kaiser machen. Viel Zeit zum reden hatten wir aber nicht, da Nadine Renneisen, Simon Konrad, Rafael Früh, Jochen Vrba & Max Schreiber in ihrer Paraderolle Cargo City die Bühne betraten. Little James beschrieb mir die Band vorab als „Eher was fürs Herz 😉 aber dabei nicht langweilig.“ und wie sie recht behalten sollte. Wenn Ihr da draußen mal die Blaupause für intelligenten Pop, der berührt und gleichzeitig mit einem pathosbefreiten Feelgood-Faktor daher kommt, hören wollt führt kein Weg an den Frankfurtern vorbei.

Nach der Vorband ist vor der Vorband ist Umbaupause, da kann man nichts machen. Außer natürlich abwarten, Bierchen trinken und reden. So machten wir das dann auch während die Bandmitglieder von Mikroboy und Cargo City um uns herumwuselten, um Instrumente von oder auf die Bühne zu befördern. (Ich liebe solche Konzerte!!! <- 3 Ausrufezeichen, weil die Wahrheit) Nach kurzem Soundcheck ging es dann los: Genau wie das Debut-Album, wurde auch das Konzert mit „Glück Reimt Sich Auf Augenblick“ eröffnet. Leider war der Sound zu diesem Zeitpunkt allerdings mehr als mies, was mir kurzzeitig den Angstschweiß auf die Stirn trieb. Glücklicherweise bekamen Band und Tonmann das Mischverhältnis aber pünktlich zum dritten Song hin und so stand dem Konzertgenuß nichts mehr im Wege. Neben den Songs ihrer EPs und ihres Longplayers gab es mit „Atmen Und Aushalten“ sogar schon einen Vorgeschmack auf das zweite Album.

(Diese und weitere Fotos bei Flickr)

Machen wir es kurz: Es war ein Konzert wie ich es mir gewünscht und vorgestellt hatte. Danke Mikroboy. Danke Cargo City. (Auch für die Autogramme.)

Und als ich gestern so da stand, inmitten der anderen Zuhörer und den Songs lauschte, die mich wieder 6 1/2 Monate zurückversetzten, da konnte ich auf einmal aus voller Überzeugung mitsingen:

Ich war vor langer Zeit mal dort / ich hab‘ das alles schon gesehen. / Mir ist schon lange nicht mehr klar / wie es dort drüben eigentlich war.

Bei mir ist immer noch alles auf DefCon 5. Und seit gestern Abend mit einem seeligen Lächeln im Gesicht.

Merci vielmals, dass Sie auch heute wieder eingeschaltet haben. Keep on rockin’! …und Tschüss!

1 Comment

  1. sehr coole Musik, sind sogar in emusic vertreten, danke für die Empfehlung.

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

*

© 2020 Herr Schmidt.

Theme by Anders NorenUp ↑