Herr Schmidt.

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Null Null Sieben – One Drag Is Not Enough #1

René Bond, der eigentlich James Adler hieß und seines Zeichens der gefürchtetste Geheimagent von „Am I Six?“ war, hatte lange auf diesen Augenblick warten müssen. Monatelang war er den Spuren aus Lipgloss und Glitzerpuder gefolgt, hatte sich in den Übergrößenabteilungen der bestsortiertesten Damenschuhhäuser dieser Welt auf die Lauer gelegt und alle Gloria Gaynor-CDs mit einem RFID-Chip ausstatten lassen. Nun hatte er endlich gefunden, wen er gesucht hatte. Umgeben von Explosionen und Maschinengewehrsalven stand er unversehrt und großartig frisiert in den Trümmern der so lange versteckt gebliebenen Zentrale seines Erzfeindes und öffnete den letzten Knopf seines Dinner-Jackets. Er richtete ein letztes Mal seine Fliege, spuckte elegant den Olivenkern seines letzten Mischgetränkveredlers in das Auge eines heranstürmenden Bodybuilders, der daraufhin mit seinen 12-cm-Heels zunächst ins Schwanken, kurz darauf ins Fallen und letztendlich ins Koma geriet, und schreitete die funktionale Metalltreppe, an deren Anfang er bisher stand, herab als wäre das alles hier ein Sektempfang.

Vor fünf Monaten hatte sich Marciella Mascara zum ersten Mal auf der Erpresser-Leinwand im Besprechungssaal der Vereinten Nationen zu Wort gemeldet und eine weltweite Preissenkung für Manolo Blahnik-Schuhe und fünf weitere Staffeln „Sex & The City“ gefordert. Würde man ihren Forderungen nicht nachkommen, betonte die fecherschwingende Glamour-Queen federboakorrigierend, würde eine unsagbar große Puderquaste die Menschheit mit einer viel zu großen Menge Rouge bestäuben. Das sei dann nicht nur unästhetisch sondern würde zusätzlich alle Männer schwul werden lassen und so die Zukunft der Menschheit gefährden, ergänzte die 2-Meter-Transe affektiert hysterisch. René Bond, der sich schon immer fragte warum man die Telefonnummer der Erpresser-Leinwand des Besprechungssaals der Vereinten Nationen auf deren Website finden konnte und absolut kein Interesse verspürte homosexuell zu werden, wurde daraufhin mit der Suche nach der perückten Verrückten beauftragt.

[Fortsetzung folgt…]

11 Comments

  1. Ich hoffe jetzt schon auf eine Verfilmung!

  2. Ich bin völlig gefesselt Herr Schmidt. Rouge kann so grausam sein. Vor allem zu viel Rouge. Ich hoffe die Welt kann noch gerettet werden!

  3. marciella mascara…. ich lach mich weg! :mrgreen:

  4. Ich würde sehr gerne den Soundtrack für dieses Meisterstück schreiben, werter Schmidt.

  5. Herr Schmidt, geht es Ihnen gut??
    Ich mache mir Sorgen…

  6. @ Johanna: Die Castings laufen bereits auf Hochtouren. Die Frage ist nur, wer spielt den Bodybuilder?!?

    @ Frau Ährenwort: Es sind ja immer die Urängste, die von solchen Ganoven gewählt werden, um die Welt zu erpressen, liebe Frau Ährenwort. Immerhin wurde nicht mit einer Überdosierung Vanille-Erdbeer-Parfum gedroht…

    @ little-wombat: Und das ist noch nicht der beste Name! Warte erstmal die weiteren Teile ab. ^^

    @ kleiner.mops: Sie, liebes Fräulein Mops, als begnadete Multiinstrumentalistin, würden wahrscheinlich sogar den Filmmusik-Gott Lassie in den Schatten stellen!

    @ _RIKA_: Fabelhaft! Danke der Nachfrage. Machen Sie sich keine Sorgen.

  7. LOL, na da bin ich ja mal gespannt! und vergiss nicht, wir müssen noch zusammen tanzen! 😉 wie wär’s mit madonnas „like a virgin“ :mrgreen:

  8. Sagen Sie ihrem Bodybuilder, von 12 cm hohen Schuhen kriegt man hässliche Spreizfüße.

  9. nennt sich rene bond aka james adler zufällig ab und an rene adler und hat mit bällen zu tun?

  10. die perückte verrückte ist endlich mal ein endgegner der ernst zu nehmen ist. besonders in zeiten von pms sicherlich eine große gefahr für die welt.

  11. Großartig frisiert – das ist Ihre Handschrift, Herr Schmidt. Ihr Stil. Unverkennbar. Freue mich schon auf weitere Abenteuer. Bin großer Agenten-Fan.

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