Herr Schmidt.

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Offener Brief an einen Ärpel-Verlierer

Sehr geehrter Gemüsefreund,

Sie haben gestern Abend im beschaulichen Stadtteil Burg einen Erdapfel hinter meinem Kraftfahrzeug verloren. Es handelte sich dabei um ein außergewöhnlich schönes, weil ungewöhnlich symmetrisches Exemplar. Die Längsachse betrug ungefähr 9,2 cm, die Querachse in etwa 6,8 cm. Nach meiner fachmännischen Einschätzung gehörte das Prachtstück zu der eher festkochenden Sorte. Wenn Ihnen genau so eine Kartoffel abhanden gekommen ist, dann scheuen Sie sich nicht, sich bei mir zu melden. Wir können dann eine unkomplizierte Gegenüberstellung zwischen dem kleinen Racker und Ihnen arrangieren. Selbstverständlich händige ich Ihnen das Gemüse sofort aus, wenn es zweifelsfrei Ihnen gehört. Ich möchte da auch keinen Finderlohn haben. Ist doch Ehrensache.

Bevor ich jetzt diesen offenen Brief abschließe, möchte ich Ihnen aber noch kurz von einer wahnwitzigen Idee meines besten Freundes, der bei dem Kartoffelfund mit anwesend war, berichten:

Er war tatsächlich der Ansicht, dass Sie, mein lieber Sättigungsbeilagenrohmaterialkonsument, den Versuch unternommen hatten, mir die Kartoffel in den Auspuff zu stecken. Witzig, oder?!? Also, mal ehrlich, wenn Sie wirklich so etwas vorgehabt hätten und ich Sie dabei erwischt hätte, dann hätte ich Ihnen die verdammte Kartoffel ungefragt und ungeschält – aber schwungvoll – in die Nase gerammt, dass Ihnen Pommes aus den Ohren herauskommen. Durch die dabei entstandene Reibungsenergie wären die dann sogar frittiert gewesen. Dafür garantiere ich! Dazu hätte ich ein Glas Mayo gereicht; den Ketchup hätten Sie dann ja schon selber produziert. Anschließend hätte ich Sie rektal auf meinen Auspuff gezogen und unentgeltlich den Enddarm ausgeräuchert. Das können Sie mir aber mal schön glauben.

Na ja, aber da Sie ja so etwas gar nicht im Schilde führten, sondern einfach nur eine kleine Kartoffel hinter meinem Auto verloren haben, brauchen wir uns über so etwas ja keine Gedanken machen, nicht wahr?!? Und mal ehrlich, Sie sind ja auch nicht so doof, in ein hangaufwärts geparktes Auto auspuffseitig eine Kartoffel stecken zu wollen. Das weiß ja schließlich jedes Kind im Vorschulalter, dass die wieder herausfällt. Von daher, hat er wieder herumgesponnen, mein bester Freund, der verrückte Kerl. Hach ja…

Also, melden Sie sich und Sie werden Ihre Kartoffel zurückbekommen. Versprochen.

In diesem Sinne verbleibe ich mit freundlichen Grüßen,

Ihr Herr Schmidt

5 Comments

  1. lol

    Mal ehrlich: Als ich ein kleiner Bub war (und auch wenn alle sagten ich wär so lieb gewesen…..in Wirklichkeit war und bin ich EVIL) hab ich sowas auch gemacht. Gut…es waren keine Kartoffeln (sondern kleine Kieselsteine!) und ich hab es nur theoretisch in meiner Fantasie getan…für die Ausführung fehlte mir wohl die kriminelle Energie.

    Aber wenn der Kartoffelfreund sich meldet lieber Herr Schmidt:
    Laden Sie ihn doch von mir zu einer Pommes Schranke ein….ob er den Ketchup selbst beisteuert überlass ich ihnen.
    Da fällt mir ein…ich hab zu Hause noch Pfefferragout mit Kartoffeln…ich glaub ich krieg Hunger.

  2. Ähem… Hätte gerne meine Kartoffel Wieder ….

  3. „Hangaufwärts, auspuffseitig“ geht nicht? Ich sag‘ meinen Skiurlaub ab.

  4. Na seien Sie mal lieber froh, dass Sie keinen gammeligen Fisch in ihrem Kühlergrill vorfinden mussten 🙂

  5. @ Floh82: Du warst ein ganz ein lieber Bub, nicht wahr. ^^

    @ Edding: Lügner! Ich habe Deine Fingerabdrücke in meiner Kartei und sie stimmten nicht mit denen auf der Kartoffel überein.

    @ Ray: Aber es gibt doch auch noch den Glühwein auf der Hütt’n. Überleg Dir das nochmal.

    @ Herr N.: Ich bin eher froh darüber, dass Sie nicht in der Blade City wohnen, werter Herr N., und zu viel Freizeit haben. ^^

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