Herr Schmidt.

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Revierkämpfe #5 – "Die drei lustigen zwei"

Was bisher geschah: #1, (#2), #3, (#4).

Man muss ja nicht immer alles wissen, so lange man weiß, wie man an die Informationen kommt, die man gerade braucht. Mal ehrlich, wisst Ihr so aus dem Stehgreif über die Details Eures Versicherungsschutzes bescheid?!? – Ich auch nicht. Also schnell die Kurzwahltaste „7“ meines Nokia E71 gedrückt („V“ wie Versicherung) und meine Versicherungsmaklerin interviewt.

Marderschaden?!? Ja, da sind Sie versichert. Sie haben aber 150,- EUR Selbstbeteiligung.
Mhm… okay.
Wir müssen da aber keinen großen Aufwand betreiben. Fahren Sie in die Werkstatt und lassen den Schaden beheben. Die Rechnung geht dann an die Versicherung.
Champagnerdusche! So wird’s gemacht.

Voller Zuversicht aber mit leerem Tank fuhr ich zu der Werktstatt meines Vertrauens des Opel-Händlers, bei dem ich den Wagen damals™ gekauft hatte. Die Herren hinter der Kundenbelangentgegennahmethekenkonstruktion unterhielten sich gerade über die Urlaubsplanung für die kommende WM und ließen sich von mir überhaupt nicht stören. Trotz meiner Fussballbegeisterung fand ich kein Interesse an der Konversation der beiden Opelanesen; zusätzlich spürte ich langsam einen terminlichen Zeitdruck aufkommen. Ich räusperte und wünschte einen „Guten Morgen.“.

Natürlich gefiel den beiden Nasenbären das nicht und so schlurften sie beeindruckend unmotiviert zu meinem Auto, um sich den von mir geschilderten Schaden mal persönlich anzuschauen. Motorhaube auf, hingedeutet, nochmal alles geschildert. Die beiden Herren – der eine Meister und Werkstattleitung, der andere verantwortlich für den Bereich Ersatzteile – standen mit verschränkten Armen vor der geöffneten Motorhaube und blickten reichlich unwissend zu dem geflickten Kabelstrang. …und dann ging’s los:

Was’n des?
Wat weiß ich?!?
Du muss dat doch wissen! Is‘ des des Kabel [irgendein Fachbegriff]?
Keine Ahnung. Sach Du et mir!
Ey, dann geh rein und schau im PeCä nach, Du Tünnes.

Langsam ließ meine Zuversicht in das Know-How der zwei Graukittel nach… Die drei lustigen zwei machten sich auf den Weg zum PC und dachten wohl, sie könnten mich da einfach so stehen lassen. Falsch gedacht! Ich folgte denen. Ha-ha!

Drinnen angekommen wurde ich Zeuge, wie der Ersatzteil-Profi eine Viertelstunde vergebens versuchte den defekten Kabelstrang in der E-Teil-Liste zu finden. Meine Ungeduld spielte Vuvuzela!

Entschuldigung, wird das noch lange dauern?
Hmmmm. Kann ich Sie telefonisch erreichen? …dann könnten Sie Ihren Wagen jetzt wieder mit…
TRÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖT!

[Fortsetzung folgt]

Merci vielmals, dass Sie auch heute wieder eingeschaltet haben. Keep on rockin’! …und Tschüss!
___
(Eure Fragen an mich: springform.herr-schmidt.de)

5 Comments

  1. Das müssen Profis sein! 😉

  2. Das könnte erklären warum Opel pleite war/ist/sein wird. 😉
    Meine Autokauf-Werkstatt ist da irgendwie professioneller.

  3. Ich wurde bei meinem letzten Besuch in meiner Stamm-Werkstatt (freie Werkstatt) in den Besucherraum gebeten in dem ich die Zeit mit durchblättern diverser Zeitschriften vertrieb. Eine halbe Stunde saß ich dort und konnte nicht sehen was diese Männer mit meinem Auto taten.

    Aber sie sagten es wär alles wieder heil und die Rechnung kommt per Post. Bisher traue ich ihnen 😉

  4. Sie, werter Herr Schmidt, führen Ihre Vuvuzela stets mit?

    Herzlich
    Ihr Erdge Schoss

  5. @ Addliss: Vollprofis! …zumindest ist so eine Leistung nicht mit Nüchternheit zu erklären. ;-D

    @ Tom: Ich kann glücklicherweise bestätigen, dass nicht alle Werkstätten so eine schwache Leistung abliefern. Wir haben hier in der Blade City auch noch eine Werkstatt, die kompetent ist.

    @ Floh82: Normalerweise habe ich auch eine freie Werkstatt, der ich mein Vertrauen schenke, aber bei einem solchen Schaden war der Besuch bei der Vertragswerkstatt notwendig…

    @ Erdge Schoss: Die Vuvuzela gehört doch heutzutage zum guten Ton, werter Herr Schoss.

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