Herr Schmidt.

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Schulvokabular im Arbeitsalltag

Ein fiktiver Dialog, wie er täglich in meinem Job vorkommen könnte:

Herr Meier: „Guten Tag Herr Schmidt.
Herr Schmidt: „Guten Tag Herr Meier.“
Herr Meier: „Herr Schmidt, ich bräuchte Sie mal vor Ort, um ein paar Änderungen am System vorzunehmen. Wann hätten Sie denn dafür Zeit?
Herr Schmidt: „Warten Sie kurz, ich schaue mal in meinen Terminkalender, wann ich einen freien Timeslot für Sie habe.“
Herr Meier: „Okay.
Herr Schmidt: „Würde Ihnen Dienstag, 9:30 Uhr passen?“
Herr Meier: „Das ist eher schlecht. Geht es nicht etwas früher?
Herr Schmidt: „Leider nein, da habe ich einen Termin bei einem Kunden in seinem Eiscafé.“
Herr Meier: „Wäre denn vielleicht 12:00 Uhr bei Ihnen möglich?
Herr Schmidt: „Auch eher schlecht. Da muss ich über die Finanzberichte eines Kunden schauen.“
Herr Meier: „Schaffen Sie sich gefälligst die notwendigen Zeitressourcen! Sonst beschwere ich mich bei Ihrem Chef!
Herr Schmidt: „Eine Beschwerde wird sicherlich nicht nötig sein.“
Herr Meier: „Das überlassen Sie besser mir! Ich werde dafür sorgen, dass Sie eine Abmahnung bekommen!
Herr Schmidt: „Eine Abmahnung?!?“
Herr Meier: „Ja genau! Also, haben Sie nun Zeit?
Herr Schmidt: „Ich könnte ein Geschäftsessen am kommenden Donnerstag absagen und Sie einschieben. So gegen 13:00 Uhr.“
Herr Meier: „Geht doch. Bis Donnerstag. Auf wiederhören.
Herr Schmidt: „Tschö.“

…aber was wäre wenn man das alte Vokabular aus Schulzeiten auspacken würde?!? Dann würde das ungefähr so klingen:

Herr Meier: „Guten Tag Herr Schmidt.
Herr Schmidt: „Guten Tag Herr Meier.“
Herr Meier: „Herr Schmidt, ich bräuchte Sie mal vor Ort, um ein paar Änderungen am System vorzunehmen. Wann hätten Sie denn dafür Zeit?
Herr Schmidt: „Warten Sie kurz, ich schaue mal in meinen Stundenplan, wann ich eine Freistunde habe.“
Herr Meier: „Okay.
Herr Schmidt: „Würde Ihnen Dienstag, 9:30 Uhr passen?“
Herr Meier: „Das ist eher schlecht. Geht es nicht etwas früher?
Herr Schmidt: „Leider nein, da habe ich Italienisch.“
Herr Meier: „Wäre denn vielleicht 12:00 Uhr bei Ihnen möglich?
Herr Schmidt: „Auch eher schlecht. Da hab‘ ich Mathe.“
Herr Meier: „Schaffen Sie sich gefälligst die notwendigen Zeitressourcen! Sonst beschwere ich mich bei Ihrem Chef!
Herr Schmidt: „Ein Eintrag ins Klassenbuch wird sicherlich nicht nötig sein.“
Herr Meier: „Das überlassen Sie besser mir! Ich werde dafür sorgen, dass Sie eine Abmahnung bekommen!
Herr Schmidt: „Ein Blauer Brief?!?“
Herr Meier: „Ja genau! Also, haben Sie nun Zeit?
Herr Schmidt: „Wissen Sie was, ich mache einfach Chemie blau und komme zu Ihnen.“
Herr Meier: „Geht doch. Bis Donnerstag. Auf wiederhören.
Herr Schmidt: „Tschö.“

…ich glaube, ich probier das mal aus! ^^

Merci vielmals, dass Sie auch heute wieder eingeschaltet haben. Keep on rockin’! …und Tschüss!

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(Eure Fragen an mich: springform.herr-schmidt.de)

5 Comments

  1. Mal im ernst, würdest Du wirklich so einen Termin verschieben (es geht um ESSEN… so etwas lässt man nicht einfach sausen!) wegen so einem cholerischen Kunden?

  2. Alter, die hast echt solche Kunden? Ich hab ja auch so ein paar schwierige Fälle, aber das ist ja Hardcore. Wie kann man denn bitte ALS KUNDE mit einer Abmahnung drohen, weil der Terminkalender voll ist mit Kunden, die ebenso Geld für eine Dienstleistung bezahlen?

  3. „Timeslot“ – redet man so in Solingen? 🙂

  4. @ AndiBerlin: Kommt ganz darauf an. Also das Essen und die Belange des Kunden. …aber bisher kam ich glücklicherweise nicht in diese Situation, da ich wenige Geschäftsessen habe und über die Geschäftsöffnungszeiten hinaus für meine Kunde da bin. ^^

    @ singhiozzo: Ne, ne, keine Sorge, so schlimm ist das nicht. Das ist ein fiktiver Text, der natürlich auch ein wenig überzogen ist. Da ich mir wirklich den Arsch für meine Kunden aufreiße – und meine Kunden das wissen – kommt es nicht zu so einer Eskalation. Ist einer mal unzufrieden, wird die Sache umgehend geklärt. Ist ja Ehrensache.

    @ MC Winkel: Nein. …aber mein Studium war in Düsseldorf. 😉

  5. Kann man die Kassen auch so programmieren, dass 0,01% des Umsatzes eines widerspändtigen Kunden auf das eigene Konto gebucht wird?

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