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Schokolade in aller Munde

Es ist ja noch nicht sooo lange her, da berichtete ich von einem ominösen Umschlag in meinem Briefkasten (die ganze Story hier). Tja, und jetzt hatte ich schon wieder Post von einem unbekannten Absender: Ein stinknormaler, weißer Umschlag mit meinen Empfängerdaten in der unteren, linken(!) Ecke…

Sofort zog ich mir meine Einweghandschuhe an, verzierte meine Atemöffnungen mit einer jacksonesquen Papiermaske und fischte den Umschlag mit einer ausrangierten Grillzange aus dem Briefkasten. Man kann ja schließlich nicht vorsichtig genug sein; ich sag’ nur Anthrax! Nachdem der mysteriöse Brief ein paar Tests über sich hat ergehen lassen, legte ich die Grillzange beiseite und tastete ihn ab, wie der Arzt damals™ meine Hoden bei der Musterung. Irgendwas war da drinn… (in dem Umschlag, nicht… ach, Ihr wisst schon)

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Offener Brief an einen Ärpel-Verlierer

Sehr geehrter Gemüsefreund,

Sie haben gestern Abend im beschaulichen Stadtteil Burg einen Erdapfel hinter meinem Kraftfahrzeug verloren. Es handelte sich dabei um ein außergewöhnlich schönes, weil ungewöhnlich symmetrisches Exemplar. Die Längsachse betrug ungefähr 9,2 cm, die Querachse in etwa 6,8 cm. Nach meiner fachmännischen Einschätzung gehörte das Prachtstück zu der eher festkochenden Sorte. Wenn Ihnen genau so eine Kartoffel abhanden gekommen ist, dann scheuen Sie sich nicht, sich bei mir zu melden. Wir können dann eine unkomplizierte Gegenüberstellung zwischen dem kleinen Racker und Ihnen arrangieren. Selbstverständlich händige ich Ihnen das Gemüse sofort aus, wenn es zweifelsfrei Ihnen gehört. Ich möchte da auch keinen Finderlohn haben. Ist doch Ehrensache.

Bevor ich jetzt diesen offenen Brief abschließe, möchte ich Ihnen aber noch kurz von einer wahnwitzigen Idee meines besten Freundes, der bei dem Kartoffelfund mit anwesend war, berichten:

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44. Caliber Love Letter an eine(n) HundebesitzerIn

Sehr geehrte(r) HundebesitzerIn,

ich habe das Geschenk Ihres Vierbeiners gerade gefunden und mit in mein frisch geputztes Haus gebracht. Haben Sie vielen Dank dafür. War auch total richtig, sich nicht die Mühe zu machen es einzupacken. Umhüllt hätte es nie im Leben seine volle Wirkung entfalten können. Konsistenz, Duft und Haftung sind dann einfach nicht mehr das Gleiche. Außerdem ist der Verzicht auf Plastikbeutel ja auch ein prima Statement zu Gunsten unserer Umwelt, nicht wahr?!? Joah.

Natürlich hätten Sie Ihren vierbeinigen Freund auch sein Geschenk an einem anderen, weniger frequentierten Ort als des Bürgersteigs ablegen lassen können, aber warum sollte es Ihrem Hund genauso schlecht gehen wie Ihnen?!? Nur weil die Gesellschaft Ihnen vorschreibt, wo Sie Ihr Geschäft zu verrichten haben, müssen Sie ja noch lange nicht in die persönliche Freiheit Ihres Hundes eingreifen. Wenn Sie schon nicht auf das Einkaufsförderband in der Schlecker-Filiale Ihres Vertrauens koten dürfen, wie Sie es sooo gerne machen würden, dann soll wenigstens der kleine Canis lupus familiaris mal ganz den wilden Wolf raushängen lassen.

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Offener Brief

Sehr geehrte Damen & Herren des Städtischen Klinikums Solingen,

ich möchte mich für den gestrigen, freundlichen Empfang in Ihrer Notaufnahme bedanken. Ihre diensthabende Schwester hat keine Minute gezögert das Gespräch mit ihrer Kollegin zu unterbrechen, um für uns da zu sein. Gut, dass wir bereits eine Weile am Empfangsschalter standen, hat sie vielleicht nicht gesehen und deshalb nicht von sich aus das Gespräch gesucht. Blutende Nasen, Tränen und ein Schockzustand sind ja auch recht unauffällig. Seelenruhig ließ sie sich den Grund unseres Erscheinens schildern und verwies uns auf die entsprechende Station. HNO sollte es sein. Ohne die Personalien aufzunehmen, aber mit dem Versprechen, uns auf der Station zu avisieren, ließ sie uns durch das halbe Krankenhaus ziehen.

Erst durch den langen Korridor und dann von U1 rauf ins achte Obergeschoss. Dort angekommen, ist mir ein Fauxpas unterlaufen, für den ich mich an dieser Stelle entschuldigen möchte. Ich erdreistete mich, die diensthabende Schwester ohne schriftliche Vorwarnung anzusprechen. Meine Schilderung der Situation und die Frage, ob der diensthabende Arzt von der Notaufnahme informiert worden sei, quittierte sie mit einem kurzen & knappen: “Der Doktor ist in der HNO-Ambulanz! Erdgeschoss!” Freundlichkeit hätte an dieser Stelle auch nur wertvolle Zeit gekostet. Ein vorbildliches Verhalten in diesem Spiel um Leben und Tod. Respekt!

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Headphones on I made my escape. I’m in a film of personal soundtrack. I’m leaving home and I’m never gonna come back
Art Brut

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