Herr Schmidt.

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Tag: Diplom

Wieder so'n Wochenende #2 – Kloppo 2.0

Was bisher geschah: #1

Nicht nur an einer erneuten Immatrikulation bin ich vorbei geschabt, sondern auch der Verlockung den Talar das fleckige und mäßig passende Elefantenkleidchen inklusive Kopftablett gegen 50 Euro aus meinem Vermögen einzutauschen, konnte ich widerstehen. Dabei hätte diese elitär angestrichene Mopedgarage mindestens zwei nicht zu verachtende Funktionen erfüllen können: 1.) Aufmerksamkeitsmagnet. (Ich meine, wer geht mit 'nem Talar in die Altstadt feiern?!?) 2.) Ich hätte endlich 'ne Küchenschürze gehabt. Na ja, aber: Wirtschaftskrise. Opportunitätskosten. Bier. Punkt!

Ohne Talar hätte ich ja jetzt endlich die Gelegenheit gehabt der Welt mal meinen fantastischen Anzug (erinnert mich mal bei Zeiten daran Euch die Story von dem Anzugkauf und der Verkäuferin zu erzählen!) zu präsentieren, aber bevor ich bis zu den Ohrläppchen hochgeknöpft und mit einem Stück Stoff, dass auf meinen Schritt deutet und mir obendrein noch die Blutzufuhr zum Hirn abschnürt, feiern gehe, seht Ihr mich in einem Cocktailkleid und High Heels über den Dancefloor wirbeln. Na gut, vielleicht nicht ganz so, aber trotzdem: Lieber nicht im Anzug. Und da ich nun wiedermal festgestellt habe, dass Anzugtragen nicht wirklich praktisch ist, sollte ich den guten vielleicht gleich bei den Düsseldorfer Kleinanzeigen einstellen.

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Wieder so'n Wochenende #1 – Anzügliche Festivität

Wenn das mit meinen Wochenenden so weitergeht, muss ich mir wohl bald Gedanken über eine Kurskorrektur bezüglich meines Rufs machen. Man könnte ja meinen, ich bestehe nur noch aus Partys und Alkohol. Dabei kommen da noch Frauen, Glücksspiel und Rock’n’Roll hinzu. (na ja, und ich habe jetzt eine Level-90-Amazone bei Diablo 2, aber das ist Nerdkram, den ich Euch lieber gar nicht erst erzähle) Aber erstmal zurück auf Anfang: Was war denn jetzt schon wieder los?!?

Freitag:
Ich war ein guter Junge / Und heute mache ich mich schick(Song anhören)
Es ist ja jetzt so, dass ich mir in meinem bisherigen Leben nur zwei Anzüge gekauft habe – einen für meine Abitur-Feierlichkeiten und einen für meine Abschlussprüfungen zum IT-System-Kaufmann. Ihr wisst es ja, ich bin mehr so der Jeans-Typ. Gerne auch mal mit Hemd und Sakko, aber eben lieber Jeans als Stoffhose. Allerdings gibt es Ereignisse, die einfach keine Hosen aus köperbindigem Baumwollstoff zulassen, egal wie die persönlichen Präferenzen ausschauen: Da wären in erster Linie Hochzeiten, Beerdigungen, Meisterschaftsfeiern des 1. FC Köln und Verabschiedungen von Uni-Absolventen. Letzteres war der aktuelle Anlass für meinen dritten Anzugkauf ever. Dazu dann noch ein schickes Hemd und eine passende Krawatte, denn schwarz-lila ist die Farbkombi, die Mann diesen Herbst zu tragen hat. Foto

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A.l.u.m.n.u.s.

Das Gefühl will einfach nicht kommen. Ich sitze auf meinem Sofa, tippe diese Zeilen und fühle mich genauso ambivalent wie zuvor. Alles ist leer und gleichzeitig überfüllt. Alles in mir ruht in sich und lässt dennoch mein Herz in einer panikartigen Taktfrequenz schlagen. Es ist als hätte ich es noch nicht hinter mir. Wo bleibt die Freude?!?

Vielleicht ist das ein genetischer Defekt, den ich habe – keine Ahnung. Es war schon immer so, dass ich nach erbrachten Leistungen dieser Form keine Erleichterung oder Stolz oder Freude spürte. Sei es das Abitur, sei es meine Berufsausbildung – nach der Abschlussprüfung ging es jedes Mal weiter wie bisher; nur mit ’nem Schriftstück mehr im Ordner. In mir gibt es da diese Stimme, die mir sagt, dass noch viele andere gibt, die es auch durchgezogen haben und viele davon sogar besser als ich. Hinzu kommt, dass ich mir nicht so viel aus diesen Schriftstücken mache. Natürlich ist es schön sagen zu können „Hey, schau, ich habe Abitur“ oder „Hey, sieh‘ her, ich habe ein Diplom„, aber das definiert mich nicht als Mensch sondern nur als Werkzeug.

Wenn ich diese Zeilen so niederschreibe, kommt doch ein Gefühl, das ein kleinwenig stärker ist als der restliche Emotionen-Brei: Wehmut. Ich erinnere mich an die schöne Zeit und die vielen Menschen, die ich ohne das Studium nicht kennen gelernt hätte. Einige sind während des Studiums wieder aus meinem Leben verschwunden, einige werden es noch tun, aber die paar, die bleiben werden, möchte ich nicht mehr missen. Ihr wisst wer Ihr seid und was Ihr mir bedeutet.

In der Eröffnungsveranstaltung des Studiums wurde uns mitgeteilt, dass wir am Ende, wenn wir unser Diplom haben, fett sind, keine Freunde mehr haben und Single sind. Ich habe mir damals geschworen, dass nichts davon eintreten wird und ich eher das Studium schmeiße als meine Freunde oder meine Partnerin zu verlieren. Heute, mit der Gewissheit des Diploms, kann ich sagen, dass ich fünf Kilo leichter bin als zu Beginn und mehr Freunde habe als zuvor. Einzig in puncto Beziehungsstatus sollte die Prognose eintreten. Gerade da, wo ich es am wenigsten erhofft hatte…

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