Herr Schmidt.

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Tag: Gedanke (page 1 of 3)

Warten

Du blickst nach vorn und doch zurück.
Die Erkenntnis kommt im letzten Schritt,
Der Unterschied zwischen Deinem Glück,
Und wirklich glücklich sein,
Ist nur auf dem Papier diese vier Buchstaben klein.

Die Erinnerungen werden zum Best-Of.
Kein Track, der nicht in Deinen Magen tritt.
Und am Ende bleibt Dir nur die Frage, ob
Es alles ist, was von Dir bleibt:
Eine Compilation Deiner Vergangenheit.

Du warst doch immer ein kreativer Macher,
Der niemals unter solchen Zweifeln litt.
Damals erschien es Dir so viel einfacher,
All‘ diese Lieder nieder zu schreiben,
Als würdest Du für immer glücklich bleiben.

Heute erscheinen Dir die Songs so fake,
Dabei geben sie Dir den Hinweis mit:
Love’s not your decision to make,
Sie kommt zu Dir zurück,
In einem gänzlich unerwarteten Augenblick.

Darum blick nach vorn und nicht zurück.
Die Erkenntnis kommt im nächsten Schritt,
Der Unterschied zwischen Deinem Glück,
Und wirklich glücklich sein,
Ist im Leben eben nur diese drei Worte klein.

Und ganz egal wie sehr es uns von innen treibt,
Oder wie dieser eine Gedanke das Herz aufreibt,
Tief in Dir drin, weißt Du schon längst Bescheid:
Manchmal ist Warten das Einzige was uns bleibt.

Inmitten einer warmen Sommernacht

Es regnet während die Dunkelheit mich umgibt. Ich liege in meinem Bett und starre die Decke an. „Tip!“ „Tip!“ „Tip!“ – jeder Tropfen ist ein kleines „Hallo“, das an meiner Fensterscheibe zerschellt und so zu einem leisen „Goodbye“ wird. Durch die Natur bewußt gemachte Vergänglichkeit inmitten einer warmen Sommernacht.

Mal wieder bekomme ich kein Auge zu und versuche kraft meiner Gedanken die Schweißtropfen auf meinem Körper verschwinden zu lassen. Es ist allerdings nicht die nächtliche Außentemperatur, die mich heute aufheitzt und wachhält; es ist die Sehnsucht in mir. Und je mehr ich mich auf den Regen einlasse, desto unerträglicher wird es.

„I find the map and draw a straight line
Over rivers, farms, and state lines“

Die Distanzen werden größer, aber das ist nicht schlimm, denn Nähe lässt sich weißgott nicht durch Kilometer definieren. Ja, und wenn man das erstmal verstanden hat, dann kann man aufrichtig behaupten: Heute herrscht Ordnung, wo gestern noch Chaos war. Und man stellt im gleichen Atemzug fest, dass das hier eigentlich ein gutes Gefühl ist.

Die Sehnsucht wird wieder als Fokus verstanden; und nicht mehr als Fluch. Sie zeigt mir was wirklich wichtig ist und lässt mich das Leben mit jeder Faser meines Körpers spüren. Jetzt – hier – ist es nur eine Theorie, die allerdings endorphingeschwängerte Realität wird, sobald der leere Fleck auf meiner Brust wieder gefüllt ist. Ein Zuhause, das ich nicht kannte aber immer vermisst habe, im taktschlagenden Muskel einer Audrey Hepburn. Doch gibt es inmitten dieser warmen Sommernacht keinen Tanzbären und kein Wanne-Eickel. Nur einen Mann, den Regen und die Gewissheit morgen wieder komplett zu sein.

Nach einem rauschenden Fest

Die Woche war Rock’n’Roll. Nicht dieser vorhersehbare, massenkompatible Nickelback Rock’n’Roll und auch nicht dieser hüftschwingende, tanzbare Elvis Rock’n’Roll. Es war die reinste und ehrlichste Form. 1967, Proberaum Led Zeppelin. Lehn‘ dich zurück, schließe die Augen und lass‘ dich fallen. Und versuch‘ in Gottes Namen ja nicht das alles hier zu verstehen; oder gar zu kontrollieren. Die Töne kommen zu Dir, nicht umgekehrt. Kontrollverlust!

Ist das Rock? Ist das Roll? Und wieso überhaupt Verlust? „Die Kontrolle ist beim Betreten der Halle am Empfang abzugeben.“ Kontrollabgabe! Freiwillig! Alles kann, nichts muß. „The River Is Wild“ – Die Woche als ungezähmten Fluss betrachtet.

Der Rock’n’Roll in meinem Herzen. Diesmal auf der Centerstage und nicht im Club Tent. Lautstark werden die altbekannten Songs zum Besten gegeben. Das Gefühl von Freiheit und immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. So wie zuletzt 1999.

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