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German Psycho #2 (Mme. Sauvage Remix)

Raus aus der Dusche appliziere ich zunächst ein Deodorant auf meine Achseln. Ich bevorzuge den Roll-On Palmolive Soft&Gentle (diverse Duftnoten), da dieser die Transpiration sowie die daraus resultierende Aktivität der apokrinen Schweißdrüsen bei mir am besten verhindert. Unsäglicherweise ist dieses Produkt in der Bundesrepublik Deutschland nicht im Handel erhältlich. Anschließend putze ich gründlich die Außen-, Innen- und Oberseiten meiner Zähne. Die Zahnbürste entspricht der Sorte „medium“. Als Zahnpasta verwende ich ausschließlich Dentagard (sowie geschmacksähnliche Derivate). Nach dem Zähneputzen widme ich mich dem Zupfen der Augenbrauen. Je nachdem, ob sich die Brauen in anagenen, katagenen oder telogenen Wachstumsphase befinden, nimmt dieser Vorgang 5 bis 10 Minuten in Anspruch. Erst wenn ich mit dem Endergebnis zufrieden bin und keine störenden schwarzen Pünktchen mehr unterhalb des Brauenbogens zu erkennen sind, setze ich die morgendliche Körperpflege fort. Mit einem Q-Tip reinige ich die Ohrmuschel sowie den Ohrkanal. Es folgt eine Gesichtsbehandlung mit einem Feuchtigkeitsfluid aus der Q10 Serie für reife Haut von balea.. Die dort enthaltenen Wirkstoffe Q10 und RonaCare VTA verhindern das frühzeitige Altern der Haut und sorgen somit für weniger Lach- und Denkfalten. Eine fingerspitzengroße Menge auf Wangen und Stirn reicht hier. Wichtig ist, dass die Creme nur in diesen Gesichtszonen aufgetragen und unter gar keinen Umständen oberhalb der Lippen eingerieben wird. Dies würde zu unschönen Pickeln und Mitessern führen. Während es in meine Haut einzieht, trockne ich meine Haare mit einem Reise-Föhn. Ich wähle hierzu eine hohe Temperaturstufe und halte den Abstand so gering wie möglich, wenn ich den Pony meiner Uschi-Obermaier-Gedächtnisfrisur glätte. Der Rest des Haares erhält durch unkoordiniertes Kneten der Haare seine individuelle, löwenmähnenartige Form.

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German Psycho #3

Teil 01, Teil 02
(unbedingt vorher lesen)

Bin ich mit meinem Gesamteindruck zufrieden, verlasse ich das Badezimmer und begebe mich zu meinem Kleiderschrank. Es widert mich an, in welchen engen Verhältnissen meine Kleidungsstücke ausharren müssen. Noch in diesem Jahr soll sich dieser unwürdige Zustand ändern und der Kleiderschrank einem Ankleidezimmer weichen.

Bevor ich mich allerdings dem Kleiderschrank widmen kann, wende ich mich meinem Bett zu. Genau, wie bei meinen CD-Regalen, handelt es sich um ein speziell für mich angefertigtes Unikat. Es besteht aus vier massiven Holzfüßen, die mit je zwei Edelstahlrohren verbunden sind, zwischen denen ein Edelstahl-Gitter angebracht ist. Ich schüttele mein Kopfkissen auf und platziere es so, dass seine Kanten jeweils parallel zu den Kanten des Bettes verlaufen. Danach wiederhole ich die Prozedur mit meinem Oberbett. Ein perfekt gemachtes Bett ist die Visitenkarte des Schlafzimmers und deshalb unabdingbar.

Ich öffne die Schranktüren meines Kleiderschranks und greife mit gezieltem Griff eine Hose heraus. Heute ist es eine Jeans von G-Star mit dunkler Waschung. Sie wird hervorragend zu meinen Schuhen und meiner Oberbekleidung passen. Ich lege die Hose auf den Stuhl, der nur für diesen Zweck bereit steht, und nehme mir ein Paar Socken aus der entsprechenden Schublade. Da sich nur schwarze Socken darin befinden, die paarweise zusammengefaltet sind, braucht dieser Vorgang nur sehr wenig Aufmerksamkeit.

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German Psycho (Mme. Sauvage Remix)

Im Bett trage ich nichts außer einem Evaskostüm und von Zeit zu Zeit eine petrolfarbene Wärmflasche aus der Schleckerfiliale um die Ecke, umwickelt mal mit einem Schal, mal mit einem T-Shirt, um den direkten Kontakt der synthetischen Kautschukoberfläche mit der Haut zu vermeiden und es ist unabdingbar, dass das Fenster über Nacht geschlossen ist und die Heizung wenigstens auf Stufe 3 läuft. Selbst wenn die nächtliche Außentemperatur die 0°C Marke unterschreitet, werde ich es nicht in Erwägung ziehen, eine Stoffschicht zwischen mich und die aus einem Sommer- und einem Winteroberbett zusammen geknüpften  Bettdecke zu lassen. Nach dem Wecken durch meinen Radiowecker, aus dem Radio Erft erschallt, gehe ich direkt ins Bad und schalte im Vorbeigehen das Technics Radiodeck sowie den Technics Verstärker an, um mich den Rest des Morgens von Radio Köln berieseln zu lassen. Schlechte Laune kommt nur dann auf, wenn ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, zu dem ich den Power-Knopf betätige, der DJ Donna Lewis’ ‚I love you always forever’ auswählt. Jeder andere Titel ist mir recht. Ausgabequelle sind die NoName-Lautsprecher in meinem Wohnzimmer, die aufgrund der geringen Distanz zum Bad eine einigermaßen akzeptable Beschallung ermöglichen. Muss ich dann eine Korrektur an der Radiofrequenz vornehmen, weil die Bändchenantenne ihre Lage verändert hat, ist mir das ziemlich egal und ich akzeptiere das Rauschen bis zum Verlassen der Wohnung. Jedoch wäre die Durchführung meiner Morgenroutine ohne musikalische Untermalung nicht akzeptabel.

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Programmankündigung


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Headphones on I made my escape. I’m in a film of personal soundtrack. I’m leaving home and I’m never gonna come back
Art Brut

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