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Ein Gesamtkunstwerk

“Ich bin 3 Jahre alt und habe von der Welt schon viel gesehen. Ich sehe gut aus, bin informativ und sende eindeutige Signale aus. Wer mich sieht, weiß sofort über meine Herkunft bescheid. Allerdings gebe ich sie nicht zu genau preis. Für den Beobachter wird meine Herkunft lediglich eingegrenzt. Manche Menschen finden mich düster, andere klassisch. Ich halte mich für zeitlos. Einen Namen habe ich nicht, sorge mitunter aber dennoch für Gesprächsstoff. Ich trage den Schweiß vieler fremder Menschen in mir. Es wurde an mir gezerrt und ich wurde viel herumgeschubst. Ich bin eine Erinnerung. Ich bin ein Begleiter. Ich bin das Muse-Tour-T-Shirt von 2006. Und vorgestern wurde mir der Wunsch erfüllt zu meinen Wurzeln zurückzukehren.”

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Am Tag der Deutschen Einheit

…eine Mauer zu errichten, auf diese Idee kann auch nur der Kölner FC kommen. Aber wir haben mit dieser Taktik einen Punkt in München geholt, und das ist doch mal was. Mein größter Dank geht aber an die Querlatte und das Unvermögen der internationalen Topstürmer, die vor dem leeren Tor immer einen Schritt zu langsam waren. Herr Klose, Herr van Bommel und Herr Gomez, Ihre Präsentkörbe sind bereits unterwegs.

…muss man überflüssige Dinge aus dem Weg räumen. In diesem Sinne habe ich mit bloßen Händen und Füßen 21 Jahre alte Schränke zerlegt und aus dem Haus geschafft. Meine Mutter war begeistert, da sie nun mit den Renovierungsarbeiten beginnen kann. Weniger begeistert war sie von meiner Idee auch noch die Wand zwischen den beiden Zimmern einzureißen. “Die Mauer muss weg!” Versteh’ ich gar nicht…

…habe ich einen weiteren Hausfrauen-Skill erlangt, auf den ich hier im Detail nicht so eingehen möchte. Ich sach nur: “Share everything but the needle!

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Der Vater aller Womanizer

Mit dem Weggehen ist es ja wie mit gutem Essen: Isst man jeden Tag Filet vom Wagyu-Rind, weiß man es irgendwann nicht mehr zu schätzen. Zwischendurch muss man eben zur Abwechslung auch mal einen Hummer oder etwas Kaviar auf den Speiseplan setzen. Genau aus diesem Grund ging ich am Samstag nicht mit den hübschesten Frauen der 80er und 90er in Düsseldorfs Szene-Clubs, sondern traf mich mit Herrn Grob im Kölner Uni-Viertel.

Der Abend begann wie ein unvergesslicher Abend beginnen muss: Mit französischen Limonaden in nicht ganz heterosexuell anmutenden Farben und dem Genuß der letzten Sonnenstrahlen eines schönen Sommertags. Durch diese lichttechnisch perfekt inszenierte Kulisse der besten Stadt der Welt fuhren immer wieder leicht bekleidete Studentinnen auf ihren Fahrrädern, alternative Jugendliche schleppten ihren Kasten Hansa-Pils zum nahegelegenen Gewässer und zu hübsche Männergruppen mit Prilblumen auf der Rückseite ihrer viel zu engen Hose tänzelten zu den Locations, wo sie Gleichgesinnte treffen würden. Köln as Köln can be.

Nach knapp drei Stunden fällten wir eine Entscheidung gegen eine weiteren quitschbunten Franzosensaft und für die Suche nach den leicht bekleideten Studentinnen. Auf diesem Wege konnten wir es uns nicht nehmen lassen, dem Ort unserer gemeinsamen Lesung, dem Blue Shell, einen Besuch abzustatten. Aufgrund des Fahrradmangels vor der Tür kehrten wir aber nicht dort ein, sondern in einer hippen (Oldskool-Vokabular, olé!) Cocktail-Bar.

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Liebes Tagebuch

ich kann überhaupt nicht schlafen, weil das heute alles soooooo aufregend war. Ich fühle mich total rebellisch und voll anarchinesisch, oder wie das heißt. Das glaubt mir bestimmt kein Mensch voll nicht, der nicht dabei gewesen ist, aber Du glaubst mir, liebes Tagebuch. Dir kann ich alles anvertrauen. Uuuuuund zwar war das heute so: Ich bin, also eigentlich wir, weil ich war ja gar nicht alleine, sondern die Nina war ja mit dabei und kann das alles hundertpro bezeugen, also wir sind heute durch Köln gefahren, wo heute richtig viele gleichgeschlechtliche Paare waren, weil ist ja dieses Wochenende auch CSD dort, und da hat das Navi uns total doof geleitet. Das sagte ständig, wir müssten in die eine Richtung und dann sollten wir wenden, aber da wo wir wenden sollten, ging das voll nicht, weil da immer so ein Grasbeet zwischen den Spuren war, und da konnten wir ja dann nich so wirklich drüber fahren, oder?!? Also bin ich weitergefahren und habe an der erstbesten Stelle gewendet, wo kein Grünzeugs im Weg war. Raffiniert, nä?!? Aber das rebellische daran war, dass man dort nicht wenden durfte. Hammer, oder?!? Da habe ich einfach gewendet, obwohl da so’n Verbotsschild stand. Ja, und dann sind wir in die richtige Richtung gefahren, also dahin, wo wir eigentlich ja hinwollten, aber wo uns das Navi erst hingelotst hat, nachdem es uns erstmal in die falsche, also die andere Richtung navigieriert hat und kamen durch zwei Kreisverkehre durch. Zwei, nicht einen. Zwei. Und die waren megariesig groß. Viel größer als die in Solingen oder Wuppertal oder Remscheid. Sogar größer als in Mettmann oder Hilden. Die waren so groß, dass man über zwei Spuren da reinfahren konnte und wir standen dann beide Male immer auf der rechten, weil wegen Rechtsfahrgebot und so, uns kamen dann nicht mehr rüber, weil da immer so andere Autos standen, die nicht weg wollten und dann musste ich immer Gas geben, denn das muss man jetzt wissen, die rechte Spur führe immer direkt wieder raus, also aus der ersten Ausfahrt, und wir mussten immer aus der zweiten raus, und deshalb haben wir, also in dem Fall ja dann doch ich, Gas gegeben und sind dann vor den anderen Autos links rüber gezogen. Über eine durchgezogenen Linie hinweg. Pure Anna Chie, oder?!? Echt voll verrückt und unangepasst.

Ich bin immer noch soooooo hibbelig, dass ich jetzt noch eine Runde zu Miley Cyrus tanzen werde, damit ich müde werde. Oder zu Hannah Montanna. Die finde ich ja beide totaaaal toll…

(Samstag, der 04. Juli 2009)



Headphones on I made my escape. I’m in a film of personal soundtrack. I’m leaving home and I’m never gonna come back
Art Brut

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