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Offener Brief

Sehr geehrte Damen & Herren des Städtischen Klinikums Solingen,

ich möchte mich für den gestrigen, freundlichen Empfang in Ihrer Notaufnahme bedanken. Ihre diensthabende Schwester hat keine Minute gezögert das Gespräch mit ihrer Kollegin zu unterbrechen, um für uns da zu sein. Gut, dass wir bereits eine Weile am Empfangsschalter standen, hat sie vielleicht nicht gesehen und deshalb nicht von sich aus das Gespräch gesucht. Blutende Nasen, Tränen und ein Schockzustand sind ja auch recht unauffällig. Seelenruhig ließ sie sich den Grund unseres Erscheinens schildern und verwies uns auf die entsprechende Station. HNO sollte es sein. Ohne die Personalien aufzunehmen, aber mit dem Versprechen, uns auf der Station zu avisieren, ließ sie uns durch das halbe Krankenhaus ziehen.

Erst durch den langen Korridor und dann von U1 rauf ins achte Obergeschoss. Dort angekommen, ist mir ein Fauxpas unterlaufen, für den ich mich an dieser Stelle entschuldigen möchte. Ich erdreistete mich, die diensthabende Schwester ohne schriftliche Vorwarnung anzusprechen. Meine Schilderung der Situation und die Frage, ob der diensthabende Arzt von der Notaufnahme informiert worden sei, quittierte sie mit einem kurzen & knappen: “Der Doktor ist in der HNO-Ambulanz! Erdgeschoss!” Freundlichkeit hätte an dieser Stelle auch nur wertvolle Zeit gekostet. Ein vorbildliches Verhalten in diesem Spiel um Leben und Tod. Respekt!

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Ich frage: Was geht Euch an mir gehörig auf den Zeiger?

So, Freunde, jetzt wo das Jahr bereits sechs Wochen alt ist, wird es Zeit die Samthandschuhe auszuziehen. Während die Mehrheit der Internetschreiber nach Liebe, Gunst, Lobhudelei und Verehrung strebt, will ich heute ordentlich auf die Fresse. Ich möchte die ungeschönte Wahrheit mitten zwischen die Augen.  Sagt mir, was Ihr überhaupt nicht an mir leiden könnt. Kritisiert mich! Zeigt mir meine Fehler!

Was nervt Euch? Wieso sollte man dieses Blog nicht besuchen? Was mache ich in Euren Augen falsch? Kurz um: Was geht Euch an mir gehörig auf den Zeiger?

Feuer frei!

PS: Der Obamster ist von der Teilnahme ausgeschlossen.

A Wannabe Robin Hood

Da ist er wieder. Dieser Sohn einer lauen Sommernacht, in der sich volkswirtschaftliches Unverständnis und Volkshetze alkoholgeschwängert auf ein Tête-à-tête eingelassen haben. Dieser ungehobelte Egozentriker, der seine selbstverliebte Suche nach dem Scheinwerferlicht hinter mehrheitsfähigen Stammtisch-Parolen zu verstecken versucht. Dieser Rattenfänger von Hameln, der mit seiner Propaganda die kurzsichtigen und engstirnigen Sichtweisen der prozentual größten Wählergruppe perfekt bedient und die große Gerechtigkeit fordert. Gregor G., dieser halbseidende Möchtegern-Robin-Hood Deutschlands, nutzt die kritische Situation der deutschen Arbeitslosen, Harz-IV-Empfänger und Kleinstunternehmen und deren meist nicht-vorhandene Kenntnis bezüglich des komplexen Konstrukts Wirtschaft. Er prangert die Banken-Rettungspakete der Regierung in – beschönigt ausgedrückt – Halbwahrheiten an und fordert gleichzeitig den Einsatz einer ähnlich hohen Summe in die Erhöhung von Sozialhilfen und das Bildungssystem. Seine Darstellung wählt er bewußt so, dass der gemeine “Herr Klopotowski” aus Gelsenkirchen den Eindruck bekommt, die Regierung hätte mehrere Milliarden in Scheinen zu den Banken getragen, um deren Schulden zu begleichen. Die Wahrheit deklariert er zur Nebensache, denn er schiebt lieber die Besteuerung der Reichen hinterher. Gregor G. beschreibt eine Traumwelt, in der die arbeitstätigen Menschen, die durch harte Arbeit und innovative Ideen zu Wohlstand gekommen sind, bluten müssen, um das faule Prekariat in ihrer Untätigkeit zu bestätigen. Seine große, sozial(istisch)e Gleichstellung der Bundesbürger hört bei den Besserverdienern offensichtlich auf. Dabei gehört er selber dazu.

Selbstverständlich müssen wir die notwendigen Funktionen eines Sozialstaates sicherstellen und natürlich wären Mindestlöhne eine schicke Angelegenheit, aber die Art und Weise, wie Gregor G. diese Dinge fordert ohne realistische und durchführbare Finanzierungsmöglichkeiten aufzuzeigen, ist beängstigend. Dieser Mann ist ein Volksverhetzer, den ich an dieser Stelle gerne mit einem bekannten Propagandisten aus der unrühmlichen Vergangenheit unseres Landes vergleichen möchte, es aber aus Rücksicht auf die Gefahr einer Überarbeitung seiner Anwälte bezüglich einer Abmahnung meinerseits lieber lasse. Ich rufe auch nicht dazu auf, die Partei nicht zu wählen, denn das ist nicht meine Aufgabe. Viel mehr rufe ich dazu auf, sich mit den Parteien auseinander zu setzen und wählen zu gehen! Denn nur eine hohe Wahlbeteiligung hilft es, diesen Verein im Zaum zu halten.

3 Cent pro Minute

Das ist nicht die Gebühr, die Ihr bezahlen müsstet, um die brandneue Lebenshilfe-Hotline Eures Lieblings-T-Shirt-Models Herrn Schmidt anzurufen und auch kein umgelegter Stundensatz von vietnamesischen Katoi für sexuelle Dienstleistungen. Viel mehr handelt es sich um die Summe, die ich monatlich für mein Fernsehvergnügen zahle. Chips und Bier Jever nicht mit eingerechnet!

Seht Ihr, ich als Vorbild einer ganzen Generation (Ich muss nur noch herausfinden welcher) und spiritual leader of my home, zahle natürlich meine GEZ-Gebühren. Alles andere wäre ja auch undenkbar und undankbar. Ich für meinen Teil glaube ja, dass Menschen, die ihre GEZ-Gebühren nicht zahlen auch irgendwann Samstag abends in roten Latex-Overalls mit Netzüberwurf bei ihrer Interpretation von unrythmischem Ausdruckstanz zu bestaunen sind. Ja, und da mir Latex noch weniger steht als ein Flamingo bei Windstärke 12, zahle ich diese 17,03 EUR im Monat.

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Headphones on I made my escape. I’m in a film of personal soundtrack. I’m leaving home and I’m never gonna come back
Art Brut

© 2012 Herr Schmidt | Dieses Blog basiert auf Wordpress und verwendet das Theme Modern Clix von Rodrigo Galindez. Lesespass bieten 614 Beiträge und 7723 Kommentare. champagnerdusche!


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