Inmitten einer warmen Sommernacht
Es regnet während die Dunkelheit mich umgibt. Ich liege in meinem Bett und starre die Decke an. “Tip!” “Tip!” “Tip!” – jeder Tropfen ist ein kleines “Hallo”, das an meiner Fensterscheibe zerschellt und so zu einem leisen “Goodbye” wird. Durch die Natur bewußt gemachte Vergänglichkeit inmitten einer warmen Sommernacht.
Mal wieder bekomme ich kein Auge zu und versuche kraft meiner Gedanken die Schweißtropfen auf meinem Körper verschwinden zu lassen. Es ist allerdings nicht die nächtliche Außentemperatur, die mich heute aufheitzt und wachhält; es ist die Sehnsucht in mir. Und je mehr ich mich auf den Regen einlasse, desto unerträglicher wird es.
“I find the map and draw a straight line
Over rivers, farms, and state lines”
Die Distanzen werden größer, aber das ist nicht schlimm, denn Nähe lässt sich weißgott nicht durch Kilometer definieren. Ja, und wenn man das erstmal verstanden hat, dann kann man aufrichtig behaupten: Heute herrscht Ordnung, wo gestern noch Chaos war. Und man stellt im gleichen Atemzug fest, dass das hier eigentlich ein gutes Gefühl ist.
Die Sehnsucht wird wieder als Fokus verstanden; und nicht mehr als Fluch. Sie zeigt mir was wirklich wichtig ist und lässt mich das Leben mit jeder Faser meines Körpers spüren. Jetzt – hier – ist es nur eine Theorie, die allerdings endorphingeschwängerte Realität wird, sobald der leere Fleck auf meiner Brust wieder gefüllt ist. Ein Zuhause, das ich nicht kannte aber immer vermisst habe, im taktschlagenden Muskel einer Audrey Hepburn. Doch gibt es inmitten dieser warmen Sommernacht keinen Tanzbären und kein Wanne-Eickel. Nur einen Mann, den Regen und die Gewissheit morgen wieder komplett zu sein.
