Meine Borderline-Antipathie
“Cabrios sind Dosenöffner!” wusste meine Mutter damals™ schon. Deshalb verwunderte es mich auch nicht, dass zu dieser Zeit nahezu täglich eine Dame auf meinem Beifahrersitz Platz nahm, um mit mir und meinem Erdbeerkörbchen etwas Zeit zu verbringen. Ja, und als eines Abends Sarah* und Andrea* zusammen mit Wolf* mein Convertible befüllten, machte ich mich auf alles gefasst.
Es war vor ziemlich genau 8 Jahren. Wir hatten den Juli des Jahres 2000, warme Temperaturen, Sonnschein und Schulferien. Ganz klar, dass man da als heranwachsender Schmidtling trotz Upper-Class-Power-Metal-Computer-Nerd™-Phase die Abende nicht in den elterlichen vier Wänden verbringen konnte. Ich war jung, sah gut aus, hatte Unmengen Geld und ein Cabrio. Die Welt stand mir offen und ich musste mir nur die Rosinen des Lebens herauspicken. So zumindest die Theorie. Meistens lief es allerdings auf einen abendlichen Aufenthalt mit konstant gleicher männlicher Gesellschaft in örtlichen Biergärten und / oder Pubs hinaus.
Während ich also ventilatorgekühlt und eisteebefüllt die Mittagshitze zu ertragen versuchte und mich seelisch auf einen weiteren Abend im Biergarten vorbereitete, rief mich überraschend Wolf an und versprach mir eine Premium-Abendunterhaltung, wie man sie für Geld nicht kaufen kann: Sarah, eine LK-Leidensgenossin von mir, und ihre Freundin Andrea hatten ihre Gesellschaft angeboten und Wolf hatte ohne mit der Wimper zu zucken zugesagt. Jetzt hatte der gute Junge nur ein Problem: Das Doppel-Date funktionierte nur wenn ich mit von der Partie war, da Sarah explizit nach meiner Wenigkeit gefragt hatte.
“Schmidt, wir machen das so: Ich komme zu Dir und dann holen wir die Mädels oben ohne ab!”
“Oben ohne?!?”
