Die 3 von der Turnhalle

Ihr wisst ja, ich koste in meinem Leben alles aus. So auch die Schulzeit. Während andere irgendwann nach der 10. Klasse in die Ausbildung oder die Arbeitslosigkeit wechselten, habe ich alle 13 Schuljahre vollgemacht. All you can learn – in Regelzeit und frei nach dem Motto “Abi irgendwie!”. Diesem Leitsatz folgend verbrachte ich konsequenterweise auch mehr Zeit in Solinger Cafés als in den Klassenräumen. Einzig und allein im Sportunterricht war ich immer anwesend.

Die lückenlose Bilanz in Körperlicher Ertüchtigung hatte aber nur bedingt etwas mit meiner sportlichen Affinität zu tun. Im Grunde konnte es das auch gar nicht, da ich damals™ eine ziemlich faule Socke war. Ich bewegte mich eigentlich nur, um den Cappuccino umzurühren oder die Maus über das Mousepad zu hetzen (Diablo killed my Sehnenscheide). Gut, und Headbanging natürlich. Ihr seht, im eigenen Schweiß Zirkeltraining zu absolvieren gehörte definitiv nicht zu meinen Fetischen.

Ich weiß genau was Ihr jetzt denkt: Der Herr Schmidt war immer im Sportunterricht präsent, um seine Mitschülerinnen knapp bekleidet zu sehen. Aber, mal ehrlich, schon zu meiner Zeit gingen die Schülerinnen sogar halb nackt zum Matheunterricht, trugen aber Burka und hatten Regelschmerzen sobald sie sich auf 100 Meter einer Sport- oder Schwimmhalle näherten. Das war es also auch nicht.

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