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Die Weihnachtsgeschichte nach Schmidt

Teil 1: Zu viele Bobs für einen Scrooge
Teil 2: Der Geist der Retrospektive
Teil 3: Die Eintagsfliege der Jetztzeit
(unbedingt vorher lesen)

Teil 4: Die Zukunft mit den Worten eines Pantomimen

“DAS DARF DOCH ALLES NICHT WAHR SEIN!” fluchte Scrooge, als er sich aufrappelte und mit den bloßen Händen die Kotze aus dem Gesicht wischte.

Was war das für ein Tag?!? Erst besuchte ihn der Geist der Retrospektive, dann wurde er von der Eintagsfliege der Jetztzeit heimgesucht und dann waren da noch diese Kinder. Scrooge hatte die Suppe auf und so, wie er fluchte, müßte man wohl bald das Tourette-Syndrom in Scrooge-Syndrom umbennen. Worte, Halbsätze und Laute formten sich zu Hass-Tiraden, welche ich meiner Leserschaft an dieser Stelle lieber ersparen möchte. Es kamen aber Buchstabenfolgen dabei herum, die jeden Buchstaben des Alphabets ausnutzten, so viel sei verraten. Das war natürlich sehr kreativ, denn wem fällt schon ein Schimpfwort ein, das mit X beginnt, verhalf Scrooge aber nicht zur Beruhigung. Er fluchte und fluchte und fluchte, aber seine Aggressionen wollten einfach nicht nachlassen. Es kam, was kommen musste: Scrooge begann sich im Kreis zu drehen – schneller und schneller.

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Die Weihnachtsgeschichte nach Schmidt

Teil 1: Zu viele Bobs für einen Scrooge
Teil 2: Der Geist der Retrospektive
(unbedingt vorher lesen)

Teil 3: Die Eintagsfliege der Jetztzeit

Als der Nebel ihn wieder freigegeben hatte, fand sich Scrooge in seinem Ohrensessel wieder. Es stank nach Erbrochenem und Bier. Diesen Umstand führte Scrooge auf die riesige, 3 Liter umfassende, Lache an Hansa-Pils-Kotze zu seiner Rechten zurück. Seine Pfiffigkeit ließ ein Lächeln in seinem Gesicht entstehen.

Gerade als Scrooge sich aus seinem Ohrensessel erheben wollte, um seine Putzfrau anzurufen, damit sie sofort vorbei kommen und schleunigst diese Unansehnlichkeit aus seinem Wohnzimmer entfernen solle, setzte sich eine fette Fliege auf seine Nase.

„Tach auch!“
„VERPISS DICH!“
„Och, nö. Wundersssst du dich nicht, dassssss ich ssssprechen kann?“
„ICH FRAG MICH VIEL MEHR, OB DU PUTZEN KANNST, DU LISPEL-KASPAR.“

Die Fliege ließ sich von dieser harschen Reaktion nicht beeinflussen.

„Ich bin die Eintagssssfliege der Jetztzeit.“ wurde Scrooge aufgeklärt.
„UND ICH BIN DER GRÜNDER VON GOOGLE.“
„Sssseit 2007 Jahren gibt essss jedessss Jahr an Heiligabend eine Fliege, wie mich.“ setzte sie unbeeindruckt fort.

Noch bevor Scrooge etwas erwidern konnte, packte die Eintagsfliege der Jetztzeit Scrooges Nase und flog los. Hilflos, wie ein kleines Baby, das in ein Baumwolltuch eingewickelt im Schnabel des Storches klemmt, hing der Weihnachtsgriesgram an den feinen Beinchen der Fliege fest. Zusammen überquerten sie endlose Felder, Weiden, Wiesen, Flüsse und Auen. Das hatte keinen tieferen Sinn, machte der Fliege aber offensichtlich tierischen Spaß.

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Die Weihnachtsgeschichte nach Schmidt

Teil 1: Zu viele Bobs für einen Scrooge
(unbedingt vorher lesen)

Teil 2: Der Geist der Retrospektive

Langsam öffnete Scrooge sein rechtes Auge. Danach noch langsamer sein linkes. Er stellte fest, dass er auf dem harten Holzboden seines Wohnzimmers lag. Sein Blick fuhr über die Holzlatten und erblickten einen kleinen Holzwurm, der vierzig Zentimeter von ihm entfernt, neugierig aus einem Astloch schaute.

“WAS WILLST DU? DU WURM!” fauchte Scrooge.

Unbeeindruckt gähnte der Holzwurm und reckte sich. Scrooge, der vorher noch nie einen gähnenden und sich reckenden Holzwurm gesehen hatte, war etwas verdutzt. Er rappelte sich soweit auf, dass er eine einigermaßen stabile Sitzposition halten konnte und bemerkte erst jetzt den starken Kopfschmerz, der sein Gehirn umgab.

“AUTSCH! VERDAMMT!” jammerte Scrooge brüllend “WARST DU DAS?”

Der Holzwurm schüttelte mit dem Kopf und blickte nach unten in sein Astloch. Kurz darauf nickte er und sprang in die Luft. Was Scrooge nun zu sehen bekam, war noch viel unglaublicher, als ein gähnender und sich reckender Holzwurm: An der Unterseite des Holzwurms war ein kindlicher Greis angewachsen. Dieses greisige Kind mit dem Holzwurm auf dem Kopf stand nun vor Scrooge und sprach:

“Ich bin der Geist der Retrospektive und” er machte eine Pause, um Spannung aufzubauen “ich habe einen Holzwurm auf dem Kopf!”

Den zweiten Satzteil sagte er nicht ganz ohne Stolz.

“Sein Name ist Wohlgemut und wir, Wohlgemut und ich, werden Dich jetzt mitnehmen.”
“WOHLGEMUT?!? DU HAST SIE NICHT MEHR ALLE!” meinte Scrooge.
“ICH WERDE DIR DEINEN WOHLGEMUT GLEICH AUSTREIBEN, DU HIMBEERGEIST!” setzte er fort.

Plötzlich wurde alles um Scrooge von einem dichten Nebel umhüllt und er war der festen Überzeugung, den Holzwurm lachen zu hören. Zumindest aber kichern.

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Die Weihnachtsgeschichte nach Schmidt

Teil 1: Zu viele Bobs für einen Scrooge

“Marley ist tot!” sagte Bob jetzt zum fünften Mal in Folge und wimmerte dabei, wie ein kleines Mädchen. “Marley ist tot! Bob Marley ist tot!”

Scrooge schaute ihn mißmutig an.

“Bob Marley ist tot! Mausetot!” wiederholte Bob Cratchit.

Scrooge nahm seine Brille von der Nase, faltete die Bügel zusammen und legte sie fein säuberlich auf seinem Schreibtisch ab – parallel zu allen Schreibtischkanten. Dann erhob er sich von seinem Schreibtisch und sah Bob genau in die Augen.

“BOB MARLEY IST SEIT 26 JAHREN TOT.” brüllte er Bob an. “SEIT 26 VERDAMMTEN JAHREN. WARUM SOLLTE MICH DAS INTERESSIEREN????”
“Nun…” begann Bob, doch kam nich weit, da er jäh unterbrochen wurde.
“ANTWORTEN SIE NICHT! ARBEITEN SIE GEFÄLLIGST WEITER!” schrie Scrooge mit hochrotem Kopf.

So ging es jedes Jahr zu Weihnachten. Seit 1981 kam Bob Cratchit Jahr für Jahr in Scrooges Büro, um ihm mit Tränen in den Augen und voller Verzweiflung mitzuteilen, dass Bob Marley gestorben sei. Man muss dazu sagen, dass Bob’s Eltern so große Reggae-Fans waren, dass sie ihren Sohn nach dem jamaikanischen Künstler benannt hatten. Die Nachricht von Marley’s Tod traf ihn also verständlicherweise recht hart. So hart, dass er seitdem jedes Jahr, wenn er vier Kerzen auf dem Adventskranz und einen festlich geschmückten Tannenbaum sieht, wieder ins Jahr 1981 versetzt wird. Ein anderer Chef hätte vielleicht ruhiger reagiert, doch Scrooge war ein hysterischer Choleriker. Er kannte keinen anderen Tonfall, als ein aggressives Brüllen.

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Headphones on I made my escape. I’m in a film of personal soundtrack. I’m leaving home and I’m never gonna come back
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