Ein Tag im Jahr 2001

Wenn man mich jemand fragen würde, was ich beispielsweise am 12. Februar 2007 gemacht habe, könnte ich ihm die Frage nicht beantworten. Selbst wenn mein Leben davon abhängen würde. Ich behaupte sogar, dass es 98% der Menschen so geht. Die restlichen zwei Prozent haben an dem Tag Geburtstag, Hochzeitstag oder ähnliches.

Es gibt aber ein Datum, nach dem man so ziemlich jeden Menschen der westlichen Welt fragen kann: Der 11. September 2001. Jeder weiß ganz genau, was er an diesem Tag gemacht hat. Selbst ich, mit meiner Altersdemenz im Anfangsstadium, weiß es noch als wäre es gestern gewesen:

Ich absolvierte zu diesem Zeitpunkt meinen Zivildienst im “Sozialen Dienst” des Eugen-Maurer-Hauses in Solingen. Zu meinen Aufgaben gehörte u. a. die Begleitung von Ausflügen, die Bespassung der Bewohner durch Unterhaltungsspiele sowie das Essenreichen. Zusammen mit meinem Kollegen saß ich in unserem Kellerbüro – es muss kurz nach dem nachmittäglichen Kaffeetrinken gewesen sein – und hörten von dem Vorfall in New York im Radio. Zu dem Zeitpunkt ging man davon aus, dass es sich um einen “Unfall” handelte. Ein tragisches Unglück.

Sofort machten wir uns auf den Weg einen Fernseher zu okkupieren und wurden auf einer Station fündig. Auf (fast) allen Programmen konnte man die unfassbaren Bilder sehen. Noch waren es verwackelte “Hobbyaufnahmen” und erste Echtzeitaufnahmen von herbeigeeilten Kamerateams. Die Dokumentation aus nahezu jedem Blickwinkel, die in den nächsten Tagen das Fernsehen dominieren soll, befand sich zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich noch im Schneideraum.

Wir verfolgten das Programm und bald war allen bewußt, dass es sich nicht um einen Unfall handelte: Ein zweites Flugzeug krachte in das World Trade Center. Den ganzen Tag und auch die darauffolgenden verbrachte ich in einer Art Trance.

Heute jährt sich der Anschlag auf das World Trade Center zum 7. Mal.