Herr Schmidt.

celebrating the irony since 1982

Warten

Du blickst nach vorn und doch zurück.
Die Erkenntnis kommt im letzten Schritt,
Der Unterschied zwischen Deinem Glück,
Und wirklich glücklich sein,
Ist nur auf dem Papier diese vier Buchstaben klein.

Die Erinnerungen werden zum Best-Of.
Kein Track, der nicht in Deinen Magen tritt.
Und am Ende bleibt Dir nur die Frage, ob
Es alles ist, was von Dir bleibt:
Eine Compilation Deiner Vergangenheit.

Du warst doch immer ein kreativer Macher,
Der niemals unter solchen Zweifeln litt.
Damals erschien es Dir so viel einfacher,
All‘ diese Lieder nieder zu schreiben,
Als würdest Du für immer glücklich bleiben.

Heute erscheinen Dir die Songs so fake,
Dabei geben sie Dir den Hinweis mit:
Love’s not your decision to make,
Sie kommt zu Dir zurück,
In einem gänzlich unerwarteten Augenblick.

Darum blick nach vorn und nicht zurück.
Die Erkenntnis kommt im nächsten Schritt,
Der Unterschied zwischen Deinem Glück,
Und wirklich glücklich sein,
Ist im Leben eben nur diese drei Worte klein.

Und ganz egal wie sehr es uns von innen treibt,
Oder wie dieser eine Gedanke das Herz aufreibt,
Tief in Dir drin, weißt Du schon längst Bescheid:
Manchmal ist Warten das Einzige was uns bleibt.

9 Comments

  1. Interessanter, netter Text. War/ist er als Song-Text gedacht? (Ist es gar ein Songtext, den ich jetzt nun nicht kenne?)
    Leider sind einige Reime und Gedankengänge darin, die mir nicht so zusagen, doch insgesamt ist der Text gut geschrieben.. 🙂

  2. Klingt klasse aber leider recht depressiv.. Sollte man vertonen, kommt sicher gut.
    Oder, wie Addliss schon fragte, ist es schon vertont? Ansonsten, tu es 🙂

  3. @ Addliss: Würde ich ein Instrument neben dem CD-Player beherrschen oder könnte ich einigermaßen Singen, wäre es vielleicht tatsächlich ein Song geworden. So beschränke ich mich aber lieber auf die Definition „Gedicht“. 😉
    Was gefällt Dir denn nicht so? (Inhaltlich / stilistisch)

    @ Smikey: Depressiv war es nicht gedacht. Es ist eigentlich mehr als Wachrüttler gedacht, dass man sich nicht mit Rückblicken verrückt machen soll sondern entspannt in die Zukunft schauen. Wir haben es ja sowieso nicht in der Hand. ^^
    Ich würde es ja zu vertonen versuchen, aber mir fehlen die entsprechenden Skills. 😉

    @ der Kaiser: Kopf hoch! Alles wird am Ende gut! 🙂

  4. hat uns wohl beide die muse literarischer art geküsst 😉

  5. Wiedermal sehr schön!

  6. ach Herr Schmidt – wieder einmal geben sie Sahne ins Herz welche dort zu Zuckerwatte caramelisiert und dann auf der Zunge zergeht – es sind jeweils die letzten Worte so mir scheint die dann das ganze füllen und ausmachen und so soll es ja sein – schönschön

    … hoch immer diese Rechnerei …

  7. @ Pssst!: Ja, in der Tat. …wenigstens mal etwas, das mich küsst. 😉

    @ Floh82: Merci vielmals!

    @ d’Frou G.: Ihr Kommentar steht dem Beitrag in nichts nach, meine liebe Frou G. Haben Sie vielen Dank!

  8. Irgendwie gefällt mir das 🙂

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