Herr Schmidt.

celebrating the irony since 1982

Wie Herr Schmidt sein Glück fand (1/4)

Das Jahr 2000 begann ja nicht gerade optimal für mich. Ihr erinnert Euch, die Geschichte mit der Biologie-Studentin. Und dennoch: Das Jahr 2000 sollte ein besonderes werden.

Ich kam gut erholt aus meinem Sommerurlaub, den ich mit zwei Freunden, zwei Frauen, einem holländischen Geschichtslehrer und drei kiffenden Holländerinnen auf einem Zeltplatz verbringen durfte, und fühlte mich mehr als bereit dem Abitur entgegen zu treten. Die Schulfächer hatten sich auf das Nötigste reduziert und ich minimierte meine Anwesenheit noch zusätzlich. Wenn ich so darüber nachdenke, kann ein tolpatschiger Sägewerk-Azubi an den verbliebenen Fingern seiner rechten Hand abzählen, wie oft ich meine einzige Freitagsstunde (mittags Biologie Leistungskurs, hallo?!?) wahrgenommen habe. Ich war damals schon Kaufmann und fand es viel wichtiger in dieser Zeit die Wirtschaft anzukurbeln. Während meine Mitschüler über dominante und rezessive Vererbung der Drosophila informiert wurden, verhalf ich dem Café „Stadtgeflüster“ zu Rekord-Absätzen im Bereich der koffeinhaltigen Warmgetränke.

Ein Fach, das sich allerdings über eine nahezu ausnahmslose Teilnahme meinerseits freuen durfte, war der Mathe-Unterricht. Das lag weniger an meiner Affinität zu Wurzelbehandlungen griechischer Kleinbuchstaben sondern viel mehr daran, dass ich diesen Bereich als Ausweich-Prüfungsfach (im Falle einer Verletzung) für Sport hatte. Gut, daran und an der Tatsache, dass es das einzige Fach war, welches ich zusammen mit einem liebreizenden Wesen namens F. hatte.

Seit der klassenübergreifenden Unterrichtsgestaltung in der Mittelstufe atmeten wir immer mal wieder die gleiche Zimmerluft ein: Religion, Kunst, Mathematik, irgendein Fach hatten wir immer zusammen. Während sie mir am Anfang überhaupt nicht aufgefallen war, sorgte König Zufall dafür, dass sie in mein Leben trat und zunächst den Status „Freundin“ im Sinne von „weiblicher Freund“ einnahm. Das war im Jahre 1998.

Zwei Jahre später merkte ich, dass ich diesen Zustand als inakzeptabel ansah und nahm mir vor, die Rahmenbedingungen unseres gemeinsamen Zeitvertreibs neu auszuhandeln. Bringen wir es auf den Punkt: Ich wollte mehr. Genau aus diesem Grund quälte ich mich Stunde für Stunde in das Reich der Zahlenjongleure nur um noch mehr Zeit mit ihr verbringen zu können.

Fortsetzung folgt…

…und zwar am nächsten Dienstag. Bis dahin gibt es mal wieder „fishing for comments“: Schreibt Eure Vermutungen, was ich noch so alles angestellt habe, um F. für mich zu gewinnen, in die Kommentare. Zur Belohnung gibt es eine umfassende Lobhudelei auf Euren Blog (oder Eure Person, wenn Ihr kein Blog habt…oder auf was immer Ihr wollt, wenn ich Euch nicht kenne und Ihr kein Blog habt.). Der kreativste(!) Beitrag gewinnt.

10 Comments

  1. damals habe ich vor mädels, von denen ich nur das eine wollte, immer den ententanz aufgeführt, in der regel angezogen, einige male aber auch nackt wie bob mich schuf. das hat immer, aber auch wirklich immer geklappt. vielleicht hatte sich diese methode ja bis nach solingen rumgesprochen – weit von meiner heimatstadt entfernt ist es ja nicht – und sie haben eine ähnliche, wenn nicht sogar die gleiche methode angewandt?!

  2. Du hast dir den Namen von Frau K. mit einem abwaschbaren Edding auf deinen Oberarm schreiben lassen (vielleicht von Silent Bob), da dir ein Tattoo einfach zu krass war. Dann, um zu zeigen dass es dir ernst ist, hast du dir die Haare kurz schneiden lassen (!!!!!!!!!!!!!) und dem Friseur gesagt er möge dir ein Herz ins Hinterkopfhaar rasieren in dem deine und ihre Initialen zu lesen sind.

    Kurz bevor du dich entschlossen hast dies wirklich umzusetzen, konnte dich ein Besuch des Müngersdorfer Stadions (und der Anblick von tatöwierten Kurzhaarträgern) davon abhalten.

    Als du auf dem Heimweg bereits über ein Gedicht nachdachtest, kam dir ein Liedtext in den Sinn. Genau…du würdest ein eigenes Lied schreiben! Tagelang hast du vor dem Schreibtisch gesessen und versucht sinnvolle Zeilen aneinander zu fügen. Doch das Produkt war nie das, was du dir vorgestellt hast….irgendeine Mischung aus "November Rain", "I was made for loving you" und "Ich weiß nicht ob es Liebe ist". Stattdessen kamen nur halbherzige Reime und unsinnige Textpassagen heraus. Ein anderer Plan musste her!

    Liebesbriefe waren schon lange aus der Mode und Blumen schenkte man seiner Mutter zum Muttertag. Auch das war alles nicht das richtige.

    Schließlich hast du Frau K. eingeladen…zu dir…um zusammen zu lernen. Es war die dämlichste Ausrede die dir gerade einfiel um sie einzuladen…aber sie funktionierte. Wenn sie einmal bei dir ist, hast du gedacht, wird alles weitere wie von selbst laufen. Weit gefehlt!

    Nachdem du Musik aufgelegt hattest, die viel zu laut und gar nicht ihr Geschmack war, fragte sie ob ihr nicht eigentlich lernen wolltet. Natürlich….dummerweise hattest du keine Ahnung was überhaupt. Aber irgendwie hat es dann geklappt zumindest gemeinsam zu lernen. Und am Abend fragte sie dann sogar etwas zurückhaltend ob man das noch einmal wiederholen könnte. Du stimmtest eifrig nickend zu.

    Beim zweiten Mal warst du etwas lockerer und hattest eine Kleinigkeit geko….eingekauft. Ein paar Leckereien für zwischendurch. Auch die Musik stimmte diesmal und so kam es dass du ihr am frühen Abend die Hand hielst, während im Hintergrund "Flame" von Alphaville lief. Und plötzlich stand die Zeit still….als gäbe es nur diesen Augenblick, nur euch beide. Und die Worte kamen über deine Lippen wie Wasserfälle. Sie lächelte….obwohl sie nur die Hälfte verstanden hatte, hat sie gewußt was du meinst. Das Ergebniss war ein kurzer Kuss voller Liebe.

    Und so kam es dass am nächsten Tag eine neue Beziehungsgeschichte die Runde an der Schulde die Runde machte. Und bis heute Bestand hat.

    Das war zwar gegen Ende eher romantisch als kreativ…aber naja… 😉 

  3. Toll, der Floh hat ja schon alles abgedeckt 🙁 Außerdem hab ich grad nen Mammutbeitrag geschrieben (der schon genug Lobhudelei auf Dich enthält, nebenbei bemerkt) und deshalb gerade keine Muße, noch nen Mammutkommentar draufzusetzen.

  4. Madame, es geht doch hier nicht um Lobhudelei auf mich.
    Du hast ja noch Zeit. Also sollte Dich die Muse doch noch küssen… 😉

    Ansonsten lässt sich das hier ja schon mal sehr gut an. Noch andere Vorschläge?

  5. Ich kann mich der Madame nur anschließen: Ich glaube, der Floh hat so ziemlich alle Klischees aus der Schublade gezogen, die einem so "mal eben" zufallen.

    Ich würde wirklich tippen, das die Story in etwa som wie Floh sie beschrieben hat, weitergehen könnte (hätte weitergehen können, weiterging??). Du weisst, was ich meine 😉

  6. Müsste man nicht ein wenig kreativer sein, wenn man im Marketing tätig ist, Herr N.??? 😉

  7. Tut mir leid, tut mir leid….ich habe mich in Rage geschrieben.
    Hab ich echt alle Klischees genannt??? Vielleicht sollte ich tatsächlich mal ein paar Blogeinträge über mich selbst auf meinem Blog eintragen. Unter Titeln wie: "Warum denke ich bei Beziehungen in Klischees und ist das der Grund meines (glücklichen) Single-Daseins?" zum Beispiel.

    Aber mal ehrlich: Mir fallen noch mehr Klischees ein 😉

  8. Gib mir ein Produkt, ich feuer es Dir in den Markt 🙂

    Gib mir eine Geschichte zum weiterspinnen: Entweder es läuft und dann erhalte ich ne Fehlermeldung beim posten :p oder ich bin so beschäftigt mit ersterem, so dass es für die abendliche "Vermarktung" einfach nicht mehr reicht.

  9. Manchmal benötigt ja auch die Phantasie ein paar Reize….versuch ich mal reizend zu sein 😉

    – Kino
    – mit bestem Freund und ihrer besten Freundin Eis essen (oder sonstwas)
    – Schlittschuh laufen (und das ist sogar ein Klischee das erwiesenermaßen funktionieren kann!)
    – eine Party auf der beide zu Gast sind…

    etc. pp.

  10. Das ist doch mal sehr löblich! Als allgemeiner Favorit auch noch Hilfestellung zu geben ist ja wohl mehr als vorbildlich. Also, Freunde, was ist nun?!?

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