Herr Schmidt.

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Wie Herr Schmidt sein Glück fand (2/4)

Fortsetzung zu Wie Herr Schmidt sein Glück fand
Teil 01
(unbedingt vorher lesen)

Ich saß also im Mathe-Unterricht und versuchte einerseits die Texte zu entschlüsseln, die unser Lehrer an die Tafel kritzelte, andererseits zermarterte ich mir aber auch mein Hirn, wie ich in Sachen F. vorgehen könnte. So kam ich zwar zu der Erkenntnis, dass die vermeintlichen Texte in Wirklichkeit ellenlange Formeln waren, zu einem Geistesblitz hinsichtlich der anderen Frage, kam ich allerdings nicht. Ich wollte den Status Quo ja auch nicht gefährden: Lieber eine Freundschaft, als die Dame komplett zu verjagen. Gut, mit so einer Herangehensweise kommt man in etwa so weit, wie eine Dipsochelys dussumieri, der die Sonne auf den Bauch scheint, aber so wirklich weit ist das nicht. Und so kam ich zu meiner elften Lebensweisheit: Man muss Dinge auf’s Spiel setzen, um sich verbessern zu können.

Das Jahr hatte mittlerweile auch das finale Viertel erreicht und so langsam musste man sich Gedanken bezüglich weihnachtlicher Präsente machen. Folgende Eckpunkte ließen einen Plan in mir reifen:

  • Meine Mutter wünschte sich ein schönes Foto von ihrem Sohn.
  • Ich war ihr Sohn. (…na sowas)
  • Mein ehemaliger Kunstlehrer war ein passionierter Fotograf.
  • Er war auch F.’s Kunstlehrer.

Daraus ließe sich was bauen, dachte ich mir und faselte F. irgendwas von Fotos und Kunstlehrer und weiblicher Kreativität vor. Sie sollte dafür sorgen, dass die Fotos auch wirklich schön werden und deshalb war ihre Anwesenheit bei dem Shooting zwingend notwendig. Ich, der zu diesem Zeitpunkt so viel Ahnung vom Flirten hatte, wie ein rumänischer Tanzbär von den Aktienkursen der Siemens AG, machte dabei allerdings einen kleinen Fehler: Ein gemeinsamer Freund, nennen wir ihn Reinhold (wie der Meister der Berge), stand bei diesem Gespräch in der Nähe und schloss sich kurzerhand an.

Ja, Freunde triumphaler Trios, so standen wir also eines Tages zu dritt im Kunstraum unserer Schule und hielten eine Foto-Session ab. Zunächst war Reinhold und danach ich vor der Linse. Als dann genug Fotos für unsere jeweiligen Mütter geschossen worden waren, der aktuelle Film aber noch nicht voll war, kam meine Sternstunde: Ich fragte F., ob sie nicht mit vor die Kamera wollte. Das war der große Test, denn ich befand mich auch noch zu dieser Zeit in meiner, ihr ahnt es, Upper-Class-Power-Metal-Computer-Nerd(tm)-Phase und hatte zudem beschlossen, dem Haarwuchs auf meinem Kopf freien Lauf zu lassen. Ich sage Euch, ich hätte mich nicht mit mir fotografieren lassen.

Hat sie sich zu mir vor die Kamera gesellt? Fortsetzung folgt…

…und zwar nächsten Dienstag. In der Zwischenzeit gibt es wieder eine kleine Competition: Womit soll sich Herr Schmidt ablichten lassen? Eure Vorschläge in die Kommentare. Lösbare Aufgaben werden erfüllt und hier veröffentlicht.

1 Comment

  1. Jawoll, da bin ich mal gespannt, ob sie hat. Ich glaube schon, dass sie es getan hat. Es geht schließlich nichts über eine gepflegte UCPMCN(tm)-Phase 🙂

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